Fuhrpark-Check
Umwelthilfe kritisiert klimaschädliche Dienstwagen von Spitzenpolitikern - Söder Schlusslicht im CO₂-Abgas-Ranking
Aktualisiert:
von Michael ReimersNur 87 von 238 Spitzenpolitiker:innen fahren rein elektrisch durchs Land. (Symbolbild)
Bild: Jens Kalaene/dpa
Die Deutsche Umwelthilfe moniert: Was den Fuhrpark angeht, nehmen viele Spitzenpolitiker:innen den Kampf gegen die Klimakrise nicht ernst. Ein konsequenter Umstieg auf sparsamere Dienstwagen bleibe aus.
Deutschlands Spitzenpolitiker:innen setzen nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auch weiterhin auf zu viele klimaschädliche Dienstwagen. Nach einer Auswertung der Umwelthilfe stoßen viele ihrer Dienstwagen deutlich mehr CO₂ aus als etwa ein durchschnittliches aktuell in Deutschland zugelassenes Auto. 87 von 238 Spitzenpolitiker:innen fahren der Umwelthilfe zufolge mit reinen Elektroautos durchs Land.
Nur ein Ministerpräsident mit Elektroauto aufgelistet
Unter den Ministerpräsidenten trifft das nur auf den Grünen-Regierungschef Baden-Württembergs zu. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) teilt sich dagegen den vorletzten Platz im CO₂-Abgas-Ranking mit seinen Amtskolleg:innen aus Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, Kai Wegner (CDU) und Manuela Schwesig (SPD). Schlusslicht ist Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU).
Wüst fährt allerdings, ebenso wie sein Innenminister Herbert Reul (CDU) und viele weitere Spitzenpolitiker:innen in Bund und Land, in einem sondergeschützten Fahrzeug. Wenn Personen mit besonderem Schutzstatus auf solche Fahrzeuge angewiesen seien, führe das zu erhöhten CO₂-Emissionen, räumte die DUH ein.
Von den elf Bundesminister:innen in der Auswertung nutzen laut DUH vier reine Elektroautos (Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, Bildungsministerin Karin Prien, Umweltminister Carsten Schneider und Digitalminister Karsten Wildberger). Sieben setzen auf Plug-in-Hybride (Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, Landwirtschaftsminister Alois Rainer, Bauministerin Verena Hubertz, Verkehrsminister Patrick Schnieder, Justizministerin Stefanie Hubig, Forschungsministerin Dorothee Bär, Arbeitsministerin Bärbel Bas).
Die Wagen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und einigen anderen Bundesministern wurden wie bereits in den vergangenen Jahren wegen ihrer schweren Panzerung nicht gewertet.
"Damit zeichnet sich trotz fortschreitender Klimakrise im Bundeskabinett auch nach dem Regierungswechsel kein konsequenter Umstieg auf sparsame Dienstwagen ab", teilte die Umwelthilfe mit. Auf Bundesebene inklusive der Staatssekretär:innen sei der Anteil an rein batterieelektrischen Dienstwagen im Vergleich zum Vorjahr von 50 auf 57 Prozent leicht gestiegen.
Auch in den News:
Vier Bundesminister mit reinen Elektroautos unterwegs
Die Zahlen der Umwelthilfe sind nur bedingt mit anderen Statistiken vergleichbar. Die DUH geht für ihre Rangliste beispielsweise davon aus, dass Plug-in-Hybride nur im Verbrennermodus genutzt werden. Laut Studien trifft das zwar oft zu - ob die Spitzenpolitiker:innen und ihr Fuhrparkmanagement aber auch tatsächlich so vorgehen, ist offen. Zudem ist für jede:n Spitzenpolitiker:in nur ein Fahrzeug aufgelistet, vielen stehen aber mehrere Autos zur Verfügung.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Mehr News

Tel Aviv
Zehntausende demonstrieren in Israel gegen Netanjahus Regierung

Baden-Württemberg
Fünf Verletzte bei Auffahrunfall auf der A 81 bei Möckmühl

Tragödie
Berlin-Reinickendorf: Feuerwehr findet Leiche in Kellerwohnung

Soziale Bewegung
Frankreich: Erneut protestieren Hunderttausende

Mythos-Wundermittel
Stiftung Warentest empfiehlt nur zwei Vitamin-D3-Produkte

Winterzeit beginnt
Winterzeit und innere Uhr: Warum wir nach der Umstellung müde sind

Falsche Polizisten am Telefon
Schockanruf bei Seniorin: 89-Jährige verliert fünfstellige Summe an Betrüger

19 Produkte im Test
Salzstangen bei Öko-Test – bei diesen Marken vorsichtig sein

CSU-Parteitag
Stromkosten sollen sinken: Merz stellt klare Forderung für 2027

