Parteitag in Berlin
SPD wählt neues Führungsduo: Klingbeil erhält Denkzettel, Bärbel Bas stark
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von Benedict HottnerDas neue Führungsduo der SPD: Lars Klingbeil und Bärbel Bas.
Bild: Katharina Kausche/dpa
Die SPD hat sich auf ihrem Parteitag neu aufgestellt: Mit Bärbel Bas und Lars Klingbeil übernimmt ein neues Duo die Parteiführung. Während Bas mit großem Rückhalt startet, wird Klingbeil von der Partei deutlich abgestraft – ein Zeichen für die tiefe Unzufriedenheit in den eigenen Reihen.
Nach dem historisch schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl ändert die SPD ihre Spitze: Der Parteitag in Berlin wählte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas und Vizekanzler Lars Klingbeil zu den neuen Vorsitzenden. Doch der Start ist alles andere als ein Befreiungsschlag – insbesondere für Klingbeil.
Neuanfang mit Schatten: Bas gestärkt, Klingbeil geschwächt
Er erhielt mit nur 64,9 Prozent der Stimmen eines der schlechtesten Ergebnisse in der Geschichte der SPD-Vorsitzwahlen. Schlechter schnitt nur Oskar Lafontaine 1995 ab, damals allerdings im Duell mit Rudolf Scharping.
Klingbeil selbst sprach von einem "schweren Ergebnis" und bedauerte, dass die Kritik nicht deutlicher in der Debatte geäußert worden sei. Gleichzeitig verteidigte er seine Linie: Die personelle Neuaufstellung sei notwendig gewesen, um die Partei zu stärken. "Es war richtig, dass wir uns neu aufgestellt haben", betonte der 47-Jährige.
Bas überzeugt Delegierte und setzt Zeichen für Solidarität
Im Gegensatz zu Klingbeil erhielt Bärbel Bas beeindruckende 95 Prozent Zustimmung. Die 57-Jährige überzeugte mit einer leidenschaftlichen Rede und einer klaren inhaltlichen Ausrichtung. Sie will die SPD wieder stärker auf klassische sozialdemokratische Themen wie Arbeit, Gerechtigkeit und Zusammenhalt fokussieren.
Bas nutzte ihre Rede auch, um den Umgang der Partei mit ihrer Vorgängerin Saskia Esken zu kritisieren. "Solidarität ist nicht immer selbstverständlich – auch nicht in der Sozialdemokratie", sagte sie und forderte, dass die Partei ihre Werte nach innen wie außen leben müsse.
Klingbeils schwieriger Weg nach der Wahl
Lars Klingbeil hatte sich nach dem SPD-Debakel bei der Bundestagswahl im Februar bewusst für eine Führungsrolle entschieden – trotz des historisch schlechten Ergebnisses von 16,4 Prozent. Er übernahm die Verantwortung und positionierte sich als Hauptverhandler bei den schwarz-roten Koalitionsgesprächen mit Friedrich Merz und der CDU.
Auf dem Parteitag betonte Klingbeil, er habe "nicht aus Selbstzweck" gehandelt, sondern wolle die SPD zurück zur Stärke führen. Er räumte Fehler im Wahlkampf ein, erklärte jedoch, Aufgeben sei keine Option gewesen: "Entweder ich höre auf oder ich gehe voll in die Verantwortung für die SPD." Die Delegierten jedoch zeigten mit ihrer Stimme, wie tief die Unzufriedenheit über seinen bisherigen Kurs sitzt.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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