Rückkehr zu Wehr- und Zivildienst
Umfrage: Mehrheit will Rückkehr der Wehrpflicht – für Männer und Frauen
Veröffentlicht:
von Franziska HursachWegen der internationalen Lage wird verstärkt über eine Reaktivierung der Wehrpflicht diskutiert.
Bild: Hannes P Albert/dpa
Eine neue Umfrage zur Rückkehr der Wehrpflicht zeigt: Besonders ein verpflichtender Dienst für Männer und Frauen findet wachsende Zustimmung bei den Deutschen.
Das Wichtigste in Kürze
Drei von vier Deutschen sprechen sich laut ARD-DeutschlandTrend für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht oder eines ähnlichen Dienstes aus.
55 Prozent befürworten ein Modell, das Frauen und Männer gleichermaßen einbezieht - deutlich mehr als noch im April.
Die Union wird am häufigsten als Partei genannt, der die Menschen zutrauen, Frieden in Europa zu sichern.
Laut einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend sprechen sich drei von vier Wahlberechtigten in Deutschland für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht oder eines ähnlichen Dienstes aus.
Besonders groß ist die Zustimmung für ein verpflichtendes Modell, das gleichermaßen für Männer und Frauen gilt: 55 Prozent der Befragten unterstützen einen allgemeinen Wehr- und Zivildienst. Dabei handelt es sich um einen deutlichen Anstieg von 10 Punkten im Vergleich zum April. Die Zahl derjenigen, die sich nur eine Wehrpflicht für Männer wünschen, ist dagegen auf 18 Prozent gesunken (-9). Nur knapp jeder vierte Befragte (23 Prozent) spricht sich dafür aus, dass Wehr- und Zivildienst weiter ausgesetzt bleiben (+1), so wie es seit 2011 gilt.
Das hat die Umfrage von infratest dimap unter 1.312 Wahlberechtigten für den ARD-DeutschlandTrend ergeben.
Parteiübergreifende Zustimmung
Die Zustimmung zieht sich parteiübergreifend durch große Teile der Wählerschaft. Anhänger:innen von SPD (83 Prozent) und Union (87 Prozent) zeigen sich besonders offen für eine Rückkehr. Auch unter Grünen- (72 Prozent) und AfD-Anhänger:innen (71 Prozent) gibt es deutliche Mehrheiten. Nur unter den Wähler:innen der Linken überwiegt die Ablehnung: 58 Prozent sprechen sich dafür aus, die Wehrpflicht weiterhin auszusetzen.
Auch das Argument der Landesverteidigung findet breite Unterstützung: Drei von vier Deutschen (73 Prozent) sind überzeugt, dass Deutschland mehr Soldat:innen benötigt, um im Ernstfall verteidigungsfähig zu sein. Nur 22 Prozent sehen das anders.
Union als "Friedenspartei"
Sechs von zehn Befragten (62 Prozent) sind der Meinung, Deutschland müsse kriegstüchtig werden, damit der Frieden in Europa gesichert werden kann. 31 Prozent sind anderer Meinung.
In Bezug auf die Frage, welche Partei am ehesten als Friedensgarant wahrgenommen wird, liegt die Union vorn: 31 Prozent trauen CDU und CSU zu, den Frieden in Europa zu sichern (+4 gegenüber Juni 2024). Dahinter folgen die AfD mit 14 Prozent (+7), die SPD mit 11 Prozent (-6), die Grünen und die Linke mit jeweils 5 Prozent, sowie das Bündnis Sahra Wagenknecht mit 3 Prozent (-2).
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
Mehr News

Naher Osten
Eskalation am Golf: Iran feuert Raketen auf Bahrain, Kuwait und Jordanien

Regenfreie Zeit in Sicht
Trinkwasser in Bayern: Wie steht es um die Versorgung?

Sonnenschein und Hitze
Wetter in Bayern: Heiße Tage und warme Nächte im Juli

Statistisches Bundesamt
Reisen 2026: Preise für Flüge und Pauschalurlaub stark gestiegen

Nahost-Konflikt
SPD-Politiker Adis Ahmetovic fordert deutsche Zustimmung zu möglichen Israel-Sanktionen

Eichenprozessionsspinner
Brandenburg: Wegen Raupen-Plage Gewässer im Spreewald gesperrt

Mit drei Freunden
Polizeikontrolle in Hohenfurch: 16-Jähriger fährt ohne Führerschein

Neustadt bei Coburg
Unfall in Neustadt: Fahrer von Feuerwehrwagen bewusstlos

Prozess in München
Versklavung und IS-Mitgliedschaft: Lebenslange Haft für irakisches Ehepaar

