TV-Boykott

Trump verstummt plötzlich: So mächtig ist der Pressepool des Weißen Hauses

Veröffentlicht:

von Emre Bölükbasi

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Trump-TV: US-Präsident startet eigenen Online-Sender

Videoclip • 01:04 Min • Ab 12


Trump lässt Journalist:innen ausschließen, große US-Sender legen deshalb ihre Kameras nieder. Mitten im Streit verschwindet der Ton des Präsidenten. Der Grund dafür: die essenzielle Rolle des Pressepools in den USA.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Pressepool des Weißen Hauses hat seine Übertragung ausgesetzt, wodurch Trump bei einem Auftritt ohne Ton blieb.

  • Grund ist der Streit um den Ausschluss von CNN, MS NOW und "Politico" von Presseterminen.

  • Der Vorfall zeigt, wie zentral der Pool für die öffentliche Berichterstattung über den Präsidenten ist.

Es ist ein Bild, das es so noch nicht gab: Die größten TV-Sender der USA, sonst gnadenlose Konkurrenten, ziehen an einem Strang – gegen das eigene Weiße Haus. Bei einem Pressetermin von Präsident Donald Trump am Montag (21. September) war plötzlich kein brauchbarer Ton mehr zu hören, weil sie ihre Kameras niederlegten.

Der Grund: Der Pressepool des Weißen Hauses, der eigentlich für die technische Live-Übertragung zuständig ist, setzte seine Arbeit aus. Auslöser des beispiellosen Schulterschlusses der TV-Sender war Trumps Entscheidung, CNN, dem Sender MS NOW sowie dem Portal "Politico" die Akkreditierung zu entziehen – mit der Begründung, sie verbreiteten "Fake News".


Der Ausschluss löste eine ungewöhnliche Reaktionswelle aus:

  • CNN, MS NOW und "Politico" reichten eine Klage gegen Trumps Medienbann ein, um ihre Zugangsrechte zurückzubekommen.

  • Selbst der US-Sender Fox News, der als Lieblingssender Trumps gilt, schloss sich dem Protest der übrigen Sender an und verzichtete auf die Verbreitung von Trumps Tönen.

  • "New York Times" und "Washington Post" verzichteten aus Solidarität auf eigene Fotoveröffentlichungen.

Ein System mit großer Reichweite

Hinter dem Streit steckt die Macht des "White House Press Pool" – ein eingespieltes System, ohne das viele Trump-Auftritte laut dem US-Medium "Axios" kaum unabhängig dokumentiert wären.

So ist der Pressepool strukturiert:

  • Rund 20 Journalist:innen begleiten den Präsidenten rotierend überallhin.

  • Fünf große Sender – ABC, CBS, CNN, Fox News und NBC – teilen sich die Übertragung und stellen ihr Material allen anderen Redaktionen zur Verfügung.

  • Ohne dieses System bleibt oft nur das Bildmaterial, das das Weiße Haus selbst freigibt.

Kein neuer Streit, sondern ein Höhepunkt

Überraschend ist der Eklat für Beobachter:innen nicht: Schon seit Anfang 2025 hatte Trump Einfluss auf die Zusammensetzung des Pools genommen, zuvor gab es bereits Konflikte mit der Nachrichtenagentur AP.

Das Weiße Haus hält aber an seinem strengen Medienkurs fest: "Fake News" hätten keinen Anspruch auf einen Platz im Oval Office, hieß es in einem Statement – draußen könne weiterhin berichtet werden. Parallel startete das Weiße Haus den eigenen Kanal "Trump TV", der rund um die Uhr Reden und Militärübungen zeigen soll – als Alternative zur klassischen Berichterstattung.

Auch in den News:


Verwendete Quellen:

Axios: "Trump inaudible during TV blackout: What the press pool does"

Nachrichtenagentur dpa

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