Nach Medien-Rauswurf

"Trump TV": Weißes Haus startet eigenen Sender

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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CNN-Rauswurf: Sender bremsen Trump-Berichte

Videoclip • 01:03 Min • Ab 12


Mitten im Streit mit großen US-Medien hat das Weiße Haus einen eigenen Streamingkanal gestartet. Auf "Trump TV" laufen Reden, Militärbilder und Beiträge aus der Regierung – während mehrere Sender aus Protest die Begleitung des Präsidenten eingeschränkt haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Weiße Haus hat den rund um die Uhr laufenden Streamingkanal "Trump TV" gestartet.

  • Der Start erfolgt nach dem Ausschluss von CNN, MS NOW und "Politico" aus dem Weißen Haus sowie einem darauf folgenden Medienprotest.

  • Die Programmauswahl des neuen Trump-Senders ist zum Teil überraschend.

Das Weiße Haus ist mit einem eigenen Onlinekanal auf Sendung gegangen. Der Stream heißt "Trump TV: The Essentials Station" und soll nach Angaben der Regierung rund um die Uhr laufen. Gezeigt werden sollen "die besten Momente aus der Vergangenheit, Ankündigungen sowie die neuesten und wichtigsten Nachrichten aus der Regierung".

Zum Start waren vor allem Reden von US-Präsident Donald Trump sowie Aufnahmen von Übungen des US-Militärs zu sehen. Ein Kommentator pries dabei die Fähigkeiten der Streitkräfte. Eigene journalistische Beiträge oder aktuelle Produktionen gab es zunächst nicht zu sehen.

Auch in den News:

"Trump TV" als Antwort auf Streit mit US-Medien

Der Start von "Trump TV" fällt in einen eskalierenden Konflikt zwischen Trump und mehreren Medienhäusern. Am Freitag hatte der Präsident CNN, MS NOW (vormals MSNBC) und "Politico" (gehört zum deutschen Medienkonzern Axel Springer SE) mit sofortiger Wirkung den direkten Zugang zum Weißen Haus entzogen. Trump wirft den Medien vor, "Fake News" zu verbreiten. Die drei betroffenen Häuser klagen gegen den Ausschluss.

Aus Protest schränkten mehrere andere große Fernsehsender die tägliche Begleitung des Präsidenten bei Terminen ein. Auch führende Printmedien wie die "New York Times" und die "Washington Post" fuhren laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) ihre Foto-Berichterstattung zurück.

Bei einem Pressetermin am Weißen Haus zeigte sich laut dpa zudem eine Folge des Konflikts: Trump sprach zwar mehrere Minuten, war im Livestream des Weißen Hauses aber nicht zu hören. Journalist:innen des TV-Pools waren diesmal nicht wie üblich mit eigenen Kameras und Mikrofonen vor Ort. Dieses Pool-Prinzip ermöglicht es Sendern normalerweise, ihr Material miteinander zu teilen.

Alte Aufnahmen zum Sendestart von "Trump TV"

Der erste Eindruck des neuen Trump-Kanals wirft allerdings Fragen nach seiner Aktualität auf. Laut t-online lief zum Auftakt unter anderem eine Rede eines ehemaligen Marinesoldaten, der die US-Regierung und die Fähigkeiten von Spezialeinheiten lobte. Die Aufnahmen stammten jedoch von einer Feier zum 250. Gründungstag des US Marine Corps im November 2025.

Auch eine Ansprache Trumps vom 3. Juli am Mount Rushmore wurde gesendet. Auf YouTube schauten kurz nach dem Start etwas mehr als 2.000 Menschen zu, wie t-online berichtet.

Das Weiße Haus begründet den eigenen Stream damit, dass das Tun der Trump-Regierung bisher nicht ausreichend im TV gezeigt worden sei: "Nicht jeder wichtige Moment hat es bisher ins Fernsehen geschafft." Mit "Trump TV" sei das nun möglich, teilte die Regierung mit.


US-Vize Vance verteidigt Ausschluss der Medien

US-Vizepräsident JD Vance stellte sich hinter den Ausschluss von CNN, MS NOW und "Politico". Er nannte den Schritt laut t-online "vollkommen angemessen". Trump habe das Recht, "diese Propaganda" zu verbieten, sagte Vance. Vance behauptete zudem, die Berichterstattung der drei Medien über Trump und seine Regierung sei zu 92 Prozent negativ. Ihre Akkreditierungen könnten sie zurückerhalten, wenn sie sich wieder wie "richtige Nachrichtensender" verhielten.



Verwendete Quellen:

t-online: "Trump startet eigenen TV-Sender"

Nachrichtenagentur dpa

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