Drohnen statt Touristen

Trumps Triumphbogen soll Militärstützpunkt werden

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

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Trump plant Mega-Triumphbogen

Videoclip • 01:36 Min • Ab 12


Donald Trump will einen gewaltigen Triumphbogen in Washington errichten lassen. Einst für Tourist:innen gedacht, soll er nun plötzlich militärischen Zwecken dienen. Das könnte hinter der Planänderung stecken.

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Präsident Trump hat neue Pläne für seinen Triumphbogen in Washington präsentiert.

  • Das Monument soll nun als Militärstützpunkt dienen.

  • Die Umwidmung des Projekts könnte ein juristischer Kniff sein.

Der von US-Präsident Donald Trump geplante riesige Triumphbogen in Washington soll nach Angaben des Republikaners auch als Militärstützpunkt dienen. Dort könnten viele Drohnen gelagert und bei Bedarf rasch eingesetzt werden, zudem ließen sich dort Scharfschützen postieren, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Auch könnten in dem Komplex große Mengen Munition für die Scharfschützen gelagert werden. "Es wird in der ganzen Welt keine solche Einrichtung geben", schrieb Trump weiter.

Bislang war bei dem geplanten Bau eher die Rede von einer neuen Touristenattraktion für die Hauptstadt gewesen, inklusive Aussichtsplattform auf dem Dach. Dass nun Drohnen und Scharfschützen Vorrang haben sollen, begründete Trump mit einer angeblichen Bitte des Militärs und "Gründen der nationalen Sicherheit". Details dazu nannte er nicht. Offen blieb auch, ob die Umwidmung des Triumphbogens neue Genehmigungsverfahren nötig macht.

US-Präsident Trump hat neue Pläne für seinen Triumphbogen mitten in Washington enthüllt.

Bild: Jon Elswick/AP/dpa


Auch in den News:

Trumps Triumphbogen soll größer als der Arc de Triomphe werden

Kritiker:innen werfen dem 80-jährigen Präsidenten vor, sich mit dem Triumphbogen vor allem selbst ein Denkmal setzen und im Stadtbild der Hauptstadt verewigen zu wollen. US-Medien sprechen bisweilen spöttisch vom "Arc de Trump". Vorigen Plänen zufolge soll der Triumphbogen gut 76 Meter hoch werden. Der 1836 fertiggestellte Arc de Triomphe in Paris misst rund 50 Meter.

Geplant ist das Bauwerk am Rande des Hauptstadtbezirks District of Columbia auf einem Kreisel, von dem aus die Arlington Memorial Bridge zum Lincoln Memorial führt. Früheren Äußerungen Trumps zufolge schwebt Trump der "GRÖSSTE und SCHÖNSTE Triumphbogen weltweit" vor.

Über die Kosten und Finanzierung des Triumphbogens ist bislang kaum etwas bekannt. US-Medienberichte zitierten Schätzungen, wonach der Bau zwischen 100 und 250 Millionen US-Dollar kosten könnte – also bis zu 217 Millionen Euro. Ein Ausbau als militärische Einrichtung dürfte nochmals deutlich teurer werden.

Militärische Begründung "natürlich idiotisch"

Die "Washington Post" wies darauf hin, dass es kaum vorstellbar sei, das Bauwerk zu einem Drohnen-Stützpunkt zu machen, auch weil es in der Nähe des Reagan-Hauptstadtflughafens stehen würde – Luftlinie nur gut drei Kilometer von der nördlichen Landebahn entfernt. Flugzeuge nutzen häufig die Einflugschneise über dem Fluss Potomac am Westrand der Hauptstadt.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte in der vergangenen Woche erklärt, das Bauwerk stelle keine Gefahr für den Flugverkehr dar, müsse jedoch mit einer ewigen Flamme an der Spitze versehen werden. Luftfahrtexpert:innen hatten zuvor wegen der Nähe zum Reagan-Airport Sicherheitsbedenken geäußert.

Der demokratische Abgeordnete Don Beyer aus dem angrenzenden Bundesstaat Virginia, wo auch der Hauptstadtflughafen liegt, nannte Trumps Plan "bescheuert, gefährlich und nicht praktikabel". Der Republikaner gehe wohl davon aus, dass er vor Gericht verlieren werde und bemühe sich daher schon um einen neuen Vorwand für den Bau des Triumphbogens. Die militärische Begründung sei "natürlich idiotisch", schrieb Beyer auf der Plattform X.


Militärische Umwidmung nur juristischer Trick?

Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Initiative Trumps, das Stadtbild Washingtons umzugestalten. Dazu gehören unter anderem ein neuer Ballsaal für das Weiße Haus, die Renovierung des Wasserbeckens am Lincoln Memorial sowie die Neugestaltung eines Golfplatzes im East Potomac Park.

Auch beim Ballsaal gab Trump nach Rückschlägen vor Gericht an, dass es sich eigentlich um ein Vorhaben handle, das für das Militär und die nationale Sicherheit wichtig sei. Bei solchen Projekten hat der Präsident freiere Hand - und könnte der Justiz womöglich ein Schnippchen schlagen. Um dem Ballsaal Platz zu machen, wurde der historische Ostflügel des Weißen Hauses abgerissen. Der Neubau läuft bereits auf Hochtouren.

Auf dem Rasen im Süden des Weißen Hauses lässt Trump zudem einen Hubschrauberlandeplatz bauen. Geplant ist auch ein unterirdisches Besucherzentrum am Weißen Haus, in dem Touristen, Reisegruppen und Besucher von Großveranstaltungen künftig vor Betreten des Geländes Sicherheitskontrollen durchlaufen sollen.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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