Putin sei zu Deal bereit

Ukraine-Krieg: Trump sieht Selenskyj als Blockierer von Friedensabkommen

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

Donald Trump schlägt sich wieder auf Putins Seite.

Bild: REUTERS


Donald Trump äußerte in einem Interview, dass Kremlchef Wladimir Putin bereit sei, ein Friedensabkommen mit der Ukraine zu schließen. Der wahre Blockierer sei laut Trump jedoch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump sieht Wladimir Putin als bereit für ein Friedensabkommen mit der Ukraine.

  • Laut Trump blockiert die Ukraine unter Präsident Wolodymyr Selenskyj die Verhandlungen.

  • US-Geheimdienste bleiben skeptisch gegenüber Putins Absichten und warnen vor Expansionsplänen.

US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters erneut seine Sicht auf den Ukraine-Krieg verdeutlicht und dabei für Diskussionen gesorgt. Laut Trump sei Kremlchef Wladimir Putin bereit, ein Friedensabkommen zu schließen. "Ich glaube, er ist bereit, ein Abkommen zu schließen", betonte Trump. Die eigentliche Blockade für einen Waffenstillstand sieht er jedoch bei der Ukraine und speziell bei Präsident Wolodymyr Selenskyj. "Ich glaube, die Ukraine ist weniger bereit, ein Abkommen zu schließen", fügte Trump hinzu.

Diese Aussagen stehen im Kontrast zu den Bemühungen der ukrainischen Führung. In den vergangenen Monaten hatte sich Selenskyj kompromissbereit gezeigt, während Russland weiterhin auf seinen Maximalforderungen bestand. Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 hat Moskau seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes verschärft. Dies führte zu massiven Stromausfällen und einer eingeschränkten Wasserversorgung in zahlreichen Städten.

Trump gibt Selenskyj Hauptschuld

Trump, der seit seinem Amtsantritt im Jahr 2025 wiederholt Druck auf die ukrainische Führung ausübt, gibt Selenskyj die Hauptschuld an der Eskalation des Konflikts. Dabei betont er gleichzeitig seine Unterstützung für Sicherheitsgarantien für die Ukraine durch Geheimdienstzusammenarbeit. "Wenn wir etwas erreichen können, würden wir helfen", sagte Trump und verwies auf die hohen Verluste beider Seiten im Krieg. Laut Trump verliere die Ukraine monatlich bis zu 30.000 Soldat:innen – eine Zahl, die weder von unabhängigen Quellen noch von offiziellen Berichten bestätigt wurde.

Während Trump mehrfach das Gespräch mit Putin suchte und diesen im Sommer vergangenen Jahres mit einem roten Teppich empfing, sieht die US-Geheimdienstgemeinde Moskau weitaus kritischer. Verschiedene Berichte deuten darauf hin, dass Putin weiterhin die vollständige Kontrolle über die Ukraine und Teile des ehemaligen Sowjetimperiums anstrebe.


Skepsis gegenüber Trumps Russlandpolitik

Der Sondergesandte des Weißen Hauses, Steve Witkoff, und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner stehen in engem Kontakt mit Moskau. Witkoff verbreitete in der Vergangenheit häufig Positionen des Kreml und betonte sogar seine Freundschaft mit Putin. Er äußerte: "Das ist eine komplizierte Situation", und fügte hinzu, dass er Putin nicht für einen "schlechten Kerl" halte. Diese Haltung stößt in den Reihen der US-Geheimdienste auf Ablehnung. Laut einem Bericht des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses strebe Putin weiterhin nach territorialen Erweiterungen.

Ehemalige Berater:innen wie John Bolton haben Trumps Nähe zu Russland wiederholt kritisiert und ihn als "nützlichen Idioten" Moskaus bezeichnet. Bolton warnte vor einer Manipulation Trumps durch den Kreml und dessen strategische Ziele in der Region.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur Reuters

Nachrichtenagentur dpa

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