Tourismuskrise in den USA
Trumps Politik lässt internationale Besucherzahlen in den USA einbrechen
Veröffentlicht:
von Benedikt RammerImmer weniger Menschen reisen in die USA.
Bild: Rüdiger Wölk
Im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von Donald Trump erlebt der US-Tourismus einen deutlichen Einbruch. Verschärfte Einreiseregeln und eine restriktive Politik schrecken ausländische Besucher:innen ab – mit Milliardenverlusten für die Wirtschaft.
Das Wichtigste in Kürze
Die Zahl internationaler Besucher:innen in den USA sank 2025 um 4,2 Prozent.
Strenge Einreiseregeln unter Präsident Trump schrecken Tourist:innen ab.
Die US-Wirtschaft verliert durch den Rückgang rund 50 Milliarden Dollar.
Die Vereinigten Staaten verlieren ihre Attraktivität als weltweites Traumziel. Unter der Regierung von Donald Trump, der sich in seiner zweiten Amtszeit befindet, sank die Zahl internationaler Besucher:innen im Jahr 2025 um 4,2 Prozent. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da der globale Tourismus laut der UN-Tourismusorganisation ein Wachstum von 4 Prozent verzeichnete. Die International Trade Administration spricht vom ersten Rückgang seit der Covid-Pandemie – und das mit drastischen Folgen: Hotels bleiben leer, Airlines verzeichnen Buchungsrückgänge und die amerikanische Wirtschaft verliert Milliarden.
Ursachen des Einbruchs
Donald Trumps rigorose Einwanderungspolitik wird als Hauptgrund für den Rückgang genannt. Verschärfte Einreisekontrollen, ausgesetzte Visa für 75 Länder und neue Anforderungen wie die Offenlegung von Social-Media-Aktivitäten sorgen für Verunsicherung unter Tourist:innen. Besonders betroffen sind Reisende aus Ländern des Visa Waiver Programms, darunter auch Deutschland. Adam Sacks von Tourism Economics zieht laut der "Bild"-Zeitung Parallelen zu den Erfahrungen Großbritanniens nach dem Brexit-Votum: "Die USA verlieren Marktanteile, da die Wahrnehmung einer geringeren Offenheit Besucher abschreckt."
Die Auswirkungen betreffen alle Regionen. Kanadier:innen reisen 10,2 Prozent seltener in die USA, während Besucherzahlen aus Europa um 3,1 Prozent und aus dem Nahen Osten um 3 Prozent zurückgingen. Besonders auffällig ist der Rückgang von Reisenden aus Ländern wie Deutschland, Norwegen und Irland, wo die Zahlen um mehr als 20 Prozent sanken.
Auch in den News:
Wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe
Der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Erik Hansen von der US-Travel-Association erklärt gegenüber der "Financial Times": "Die Auswirkungen sind enorm – rund 11 Millionen Besucher weniger bedeuten einen Verlust von 50 Milliarden Dollar." Hotels leiden unter sinkenden Buchungszahlen; der Umsatz pro verfügbarem Zimmer sank erstmals seit den Pandemie-Hochzeiten. Auch Fluggesellschaften wie Lufthansa berichten von Buchungszurückhaltung bei Nordamerika-Strecken.
Selbst große Marken wie Disney spüren die Krise. Der Unterhaltungskonzern meldet Gegenwind bei internationalen Besucherzahlen in seinen US-Parks. Hoffnung ruht auf Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Doch Analyst Shaun Kelley warnt vor einer "schwachen" Nachfrage insgesamt.
Die politische Dimension
Die Trump-Regierung rechtfertigt die verschärften Maßnahmen mit dem Schutz vor "ausländischen Terroristen und anderen Bedrohungen der nationalen Sicherheit". Doch viele Expert:innen sehen die Politik kritisch. Die Abschottung führe nicht nur zu weniger Tourismus, sondern schade auch den Handelsbeziehungen und dem internationalen Ansehen der USA.
Die kommenden Monate könnten entscheidend sein. Am Montag läuft eine Frist für Stellungnahmen zu den geplanten Änderungen im Einreiserecht ab. Ob diese letztlich umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Die Tourismuskrise könnte langfristige Folgen haben. Wie Erik Hansen betont: "Wenn diese negative Werbung anhält, könnte das Auswirkungen haben, die ein Jahrzehnt anhalten."
Verwendete Quellen
Financial Times: "Donald Trump’s policies dent international travel to US in blow to tourism sector"
"Bild"-Zeitung: "Touristen kehren den USA den Rücken"
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