Freiburger Gericht

Prozess-Start: Mädchen aus Rulantica-Bad gelockt und missbraucht?

Aktualisiert:

von Michael Reimers

Neben seinem Anwalt sitzt der Angeklagte (rechts) im Gerichtssaal – sagt er aus?

Bild: Martin Oversohl/dpa


Der Prozess um ein aus dem Erlebnispark Rulantica gelocktes und missbrauchtes Mädchen ist gestartet. Wird der Verdächtige kooperieren?

Im vergangenen Sommer sorgte der Fall um das Erlebnisbad Rulantica im badischen Rust bundesweit für Entsetzen. Ein sechsjähriges Mädchen war damals aus dem Bad verschwunden, es wurde Stunden später verletzt und lediglich mit Bikini und Badeschlappen bekleidet gefunden – in einem Wald, mehrere Kilometer entfernt. Der Mann, der das Kind damals aus dem Schwimmbad gelockt und missbraucht haben soll, muss sich nun in Freiburg vor Gericht verantworten.

Sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung sowie versuchte gefährliche Körperverletzung lauten die Vorwürfe. Der Anwalt des 31-jährigen Rumänen kündigte zum Prozessauftakt an, der Verdächtige werde sich im Fall einer Verständigung mit der Staatsanwaltschaft über ein Strafmaß dazu äußern, was an dem Sommerabend im Schwimmbad nahe des Europa-Parks und danach geschah. Für den Prozess sind zunächst fünf weitere Termine angesetzt.

Das ist der aktuelle Stand der Ermittlungen

Am Abend des 9. August 2025 soll der Mann nach aktuellem Ermittlungsstand das Mädchen aus dem Rulantica-Bad gelockt und in ein nahegelegenes Maisfeld gebracht haben. Er soll Kokain geschluckt und die Sechsjährige aufgefordert haben, ebenfalls zu konsumieren. Das Mädchen soll die Droge jedoch auf den Boden geworfen haben, dann sollen sexuelle Übergriffe erfolgt sein.

In der Anklage heißt es, der Mann habe das Mädchen in ein Gebüsch an einer Straße geworfen, weil dieses sich gewehrt habe. Dann habe sich der Mann entfernt. Das Kind habe sich bis zur Ortschaft Kappel-Grafenhausen retten können. Ein Autofahrer fand sie und setzte die Polizei in Kenntnis, zwei Stunden nach ihrem Verschwinden aus dem Schwimmbad.

Zur Festnahme des Verdächtigen kam es etwa eine Woche später in dessen rumänischer Heimat. Es folgte seine Auslieferung in die Bundesrepublik.

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Verwendete Quellen

Nachrichtenagentur dpa

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