Um US-Eingreifen zu legitimieren

Trump-Team hofft auf israelischen Erstschlag gegen Iran

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Iran kündigt entscheidende Reaktion bei Angriff an

Videoclip • 01:25 Min • Ab 12


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Offiziell wirbt die Trump-Regierung für Druck und Diplomatie gegenüber Iran. Intern aber diskutieren enge Vertraute des Präsidenten eine andere Option: Israel soll den ersten Schlag führen, um die US-Öffentlichkeit für einen groß angelegten Militärschlag zu gewinnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Spannungen zwischen Washington, Jerusalem und Teheran verschärfen sich – und im Hintergrund laufen brisante Planspiele.

  • Trumps engste Berater sehen in einem israelischen Angriff auf Iran offenbar den Schlüssel.

  • Dies soll die US-Bevölkerung für einen Krieg zu mobilisieren.

US-Präsident Donald Trump inszeniert sich gern als Mann des Friedens – und als Kandidat für den Friedensnobelpreis. Ein von den USA begonnener Krieg wäre diesem Wunsch wenig zuträglich. Doch nach Informationen aus US-Sicherheitskreisen rückt ein militärischer Schlag gegen den Iran immer näher. Demnach plädieren einflussreiche Berater des Präsidenten dafür, Israel den ersten Angriff führen zu lassen. Ein solcher Erstschlag, so die Hoffnung, könnte einen iranischen Gegenschlag provozieren – und damit in der US-Öffentlichkeit die Unterstützung für einen umfassenden Krieg wachsen lassen.

Die Überlegungen folgen weniger militärischer als politischer Logik. Umfragen zufolge befürworten viele Amerikaner:innen, insbesondere Republikaner:innen, zwar einen Regimewechsel in Teheran, lehnen jedoch eigene Opfer ab. In Trumps Umfeld wird daher diskutiert, wie ein Angriff so inszeniert werden könnte, dass er als Reaktion auf eine Aggression erscheint. "Die Politik sieht viel besser aus, wenn die Israelis zuerst und allein zuschlagen und Iran dann uns attackiert", sagt eine mit den Gesprächen vertraute Person gegenüber "Politico". Der Gedanke: Erst ein Angriff auf die USA oder einen engen Verbündeten schafft die nötige Zustimmung für einen längeren Konflikt.


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Mehrere Optionen liegen auf dem Tisch

Während nach außen noch von diplomatischen Optionen die Rede ist, arbeiten Militärs und Geheimdienste offenbar längst konkrete Szenarien aus. Im Gespräch sind sowohl begrenzte Luftschläge auf iranische Atomanlagen und Raketenstellungen als auch ein breiter angelegter Angriff, der Führungsschichten der Islamischen Republik und der Revolutionsgarden treffen soll – bis hin zu sogenannten "Decapitation Strikes" gegen höchste Vertreter des Regimes. Je umfassender das Ziel, desto größer aber das Risiko einer massiven iranischen Vergeltung gegen US-Stützpunkte und Verbündete in der Region.

Größte US-Truppenkonzentration seit der Irak-Invasion

Hinzu kommen strategische Bedenken im Pentagon: Ein langer Luftkrieg gegen Iran könnte die amerikanischen Munitionsvorräte stark beanspruchen – und nach Einschätzung einiger Planer eine Schwäche gegenüber China offenbaren, etwa in einem möglichen Konflikt um Taiwan. Mit ihren Lang- und Mittelstreckenraketen könnte der Iran zudem die Straße von Hormus ins Visier nehmen, über die täglich 15 bis 20 Millionen Barrel Rohöl, das sind rund 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs, transportiert werden. Was Angriffe auf diese wirtschaftliche Lebensader für den Ölpreis bedeuten könnten, liegt auf der Hand. Deshalb hat die US-Regierung bereits militärisch aufgerüstet: Zwei Flugzeugträgergruppen, Kampfflugzeuge und Aufklärer wurden in die Region verlegt – die größte Konzentration amerikanischer Feuerkraft im Nahen Osten seit dem Irakkrieg 2003.

Offiziell hält sich das Weiße Haus bedeckt. Sprecherin Anna Kelly erklärte lediglich, nur Trump selbst wisse, was er letztlich tun werde. Israels Regierung schweigt zu den Berichten, Premierminister Benjamin Netanjahu drängt jedoch seit Langem auf härteres Vorgehen gegen Irans Atomprogramm und Raketenarsenal. Teheran wiederum betont, keine Nuklearwaffen anzustreben, pocht aber auf sein Recht auf ein ziviles Atomprogramm.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Politico

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