Frei zum Spahn-Nachfolger gewählt

Trotz Leihmutter-Fiasko: Merz und Söder glauben an Comeback von Jens Spahn

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

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Der Kanzler baut sein Team um

Videoclip • 02:42 Min • Ab 12


Bundeskanzler Merz und CSU-Chef Söder halten weiter große Stücke auf Jens Spahn. Gleichzeitig soll Thorsten Frei als neuer Vorsitzender der Unionsfraktion für Stabilität und frische Impulse sorgen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Friedrich Merz will Jens Spahn nach dessen Rücktritt als Fraktionschef offenbar weiter eine Rolle in der CDU geben.

  • Thorsten Frei wurde mit 91,9 Prozent zum neuen Vorsitzenden der Unionsfraktion gewählt und spricht von einem "Vertrauensbeweis".

  • Vor den Landtagswahlen im September setzt die Union auf Geschlossenheit, steht aber zugleich unter hohem Reformdruck.

Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Chef der Unionsfraktion will Bundeskanzler Friedrich Merz dem CDU-Politiker offenbar auch künftig eine wichtige Rolle in der Partei geben. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf Kreise der Fraktion. Spahn selbst war bei der Sondersitzung der Unionsfraktion demnach nicht anwesend.

Auf einer Pressekonferenz sagte Merz, er habe Spahn in der Fraktionssitzung gedankt und wolle dies am Abend noch einmal in einem persönlichen Gespräch tun. Merz erklärte, die bisherige Arbeit sei "anspruchsvoll und anstrengend, aber auch erfolgreich gewesen". Zugleich gratulierte er Thorsten Frei zu dessen Wahl zum neuen Fraktionschef und dankte ihm für seine bisherige Arbeit als Kanzleramtschef.

Auch Söder glaubt an Comeback von Spahn

Thorsten Frei wurde mit 91,9 Prozent zum neuen Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag gewählt. Er nannte das Ergebnis laut den vorliegenden Informationen einen "Vertrauensbeweis und auch als Rückenstärkung". Außerdem kündigte Frei an, der Fraktion eine "eigene, selbstbewusste Stimme" geben zu wollen.

Auch CSU-Chef Markus Söder gratulierte Frei zur Wahl. Die Causa Jens Spahn sieht er ähnlich wie der Bundeskanzler. "Ich glaube, dass der Weg von Jens Spahn noch nicht beendet ist", sagte der bayerische Ministerpräsident nach der Sondersitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin. "Denn jemand mit solchen Talenten und so einer politischen Kraft, der wird sicher irgendwann wieder eine führende Rolle übernehmen."

Söder verband seine Glückwünsche zugleich mit einer klaren politischen Mahnung. Die schwarz-rote Koalition arbeite zwar schneller als frühere Bundesregierungen, sagte der bayerische Ministerpräsident. Dennoch "reicht es noch nicht angesichts der Herausforderungen". Damit erhöhte Söder den Druck auf die Bundesregierung, bei Reformen schneller voranzukommen.

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Merz setzt auf neuen Impuls

Nach interner Kritik an seiner Kabinettsumbildung schlug Merz nach der Sondersitzung einen optimistischen Ton an. Er sagte in Berlin: "Ich bin wirklich sehr zuversichtlich, dass aus dieser Fraktionssitzung heraus ein neuer Impuls kommt, eine neue Dynamik kommt." Laut Merz habe es in der Bundestagsfraktion eine "wirklich gute, faire und sehr respektvolle Aussprache" gegeben.

Mit Blick auf geplante Reformen und die bevorstehenden Landtagswahlen im Osten machte Merz zugleich deutlich, wie ernst die Lage ist. Der Herbst werde für die Union sehr herausfordernd, sagte der CDU-Vorsitzende. Im September stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. Diese Termine gelten als wichtige politische Tests für die Union.

Merz betonte außerdem, dass die aktuelle personelle Aufstellung der Regierung aus seiner Sicht richtig sei, um die Herausforderungen der kommenden zweieinhalb Jahre zu bewältigen. Weitere Personalveränderungen seien derzeit nicht geplant. Spahn war zuvor im Zuge der Leihmutter-Affäre als Fraktionschef zurückgetreten.


Verwendete Quellen:

Spiegel: "Kanzler will sich bei Spahn bedanken – und ihn nicht fallen lassen"

Nachrichtenagentur dpa

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