Razzia
Timoschenkos Parteibüro durchsucht: Ukraines Ex-Regierungschefin im Fokus der Behörden
Aktualisiert:
von Christopher SchmittJulia Timoschenko reagierte auf Facebook entrüstet auf die Razzia. (Archivbild)
Bild: Ukrinform/dpa
Einst lenkte Julia Timoschenko als Ministerpräsidentin die Geschicke der Ukraine. Nun haben Ermittler:innen der Antikorruptionsbehörden eine Razzia in ihrem Büro durchgeführt.
Ermittler:innen der ukrainischen Antikorruptionsbehörden haben das Büro der Vaterlandspartei der früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko durchsucht. Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) informierten über eine Verdachtsmitteilung gegen die Vorsitzende einer Parlamentsfraktion.
Diese soll den Ermittlungen nach das Abstimmungsverhalten von Abgeordneten anderer Parlamentsgruppen durch Geldzahlungen beeinflusst haben. Im Falle einer Verurteilung drohen der Verdächtigen bis zu zehn Jahre Haft.
Timoschenko spricht von "Geiseln"
Nach der Razzia äußerte sich Timoschenko auf Facebook zu den Vorgängen und wies die Anschuldigungen zurück. Sie beschrieb den Einsatz mit dramatischen Worten: "Über 30 bis an die Zähne bewaffnete Männer haben ohne Vorlage jeglicher Dokumente faktisch das Gebäude besetzt und die Mitarbeiter als Geiseln genommen." Die 65-jährige Politikerin bezeichnete die Maßnahme als "PR-Aktion" und wies "alle absurden Anschuldigungen kategorisch zurück".
Bei der Durchsuchung wurden laut Timoschenko Telefone, Parlamentsdokumente und "persönliche Ersparnisse" beschlagnahmt
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Prägende Figur in der Ukraine
Julia Timoschenko ist eine prägende Figur der ukrainischen Politik. Sie führt die mit 25 Abgeordneten drittstärkste Fraktion ihrer Vaterlandspartei im Parlament. Noch im vergangenen Juli hatte sie NABU und SAP kritisiert und diese Behörden als Mittel ausländischer Kontrolle über die Ukraine bezeichnet.
Bei einer Parlamentssitzung im Juli 2025 hatte sie die Verabschiedung eines Gesetzes begrüßt, das die Unabhängigkeit der Antikorruptionsbehörden einschränkte. Timoschenko damals: "Das ist für mich ein strahlender Tag in diesem Parlament. Denn das erste Mal haben wir uns davon überzeugt, dass die Kolonisierung der Ukraine kein Allheilmittel für all unsere Probleme ist."
Timoschenko war 2005 und von 2007 bis 2010 Ministerpräsidentin der Ukraine. Dreimal scheiterte sie bei Präsidentschaftswahlen. Zwischen 2011 und 2014 verbüßte sie eine Gefängnisstrafe wegen Amtsmissbrauchs, wobei diese Verfahren international als politisch motiviert kritisiert wurden.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen
Nachrichtenagentur dpa
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