Kritik an Alt-Kanzlerin

Strack-Zimmermann rechnet mit Merkels CDU-Kurs ab

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Strack-Zimmermann: Merkels CDU-Kurs war "Todsünde"

Videoclip • 01:13 Min • Ab 12


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Marie-Agnes Strack-Zimmermann greift Angela Merkels Kurs scharf an. Sie nennt die Öffnung der CDU nach links eine "Todsünde".

Das Wichtigste in Kürze

  • Marie-Agnes Strack-Zimmermann nennt Angela Merkels Linksverschiebung der CDU eine "Todsünde" und sieht darin einen Fehler mit Langzeitfolgen.

  • Die FDP-Politikerin meint, rechts von der Union dürfe kein politischer Raum entstehen, und verbindet Merkels Kurs mit Frust im ländlichen Raum und dem Aufstieg der AfD.

  • Beim Blick auf die FDP zeigte sie sich vom Ergebnis für Wolfgang Kubicki überrascht, betonte aber, dass beide das gemeinsame Ziel verbinde, die Partei wieder in den Bundestag zu führen.

Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat Ex-Kanzlerin Angela Merkel ungewöhnlich deutlich kritisiert. Im "Focus"-Podcast "Machtmenschen" sagte sie, es sei "geradezu eine Todsünde" gewesen, dass Merkel die CDU während ihrer Kanzlerschaft stark nach links geschoben habe.

Nach Ansicht Strack-Zimmermanns dürfe es rechts von der Union keinen politischen Raum geben. Genau dieser Raum sei durch Merkels Kurs aber entstanden. Das habe aus ihrer Sicht Folgen bis heute – auch für das Vertrauen vieler Bürger:innen in die etablierten Parteien.


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Kritik an Merkel – und Warnung vor der AfD

Strack-Zimmermann widerspricht damit einer lange verbreiteten Deutung, wonach Merkel mit ihrem Kurs die CDU strategisch in der politischen Mitte absichern wollte. Für die FDP-Politikerin ging diese Rechnung nicht auf. Sie sagt, man habe sich zu stark auf städtische Milieus konzentriert und dabei viele Menschen außerhalb der großen Zentren aus dem Blick verloren.

Besonders der ländliche Raum sei vernachlässigt worden, etwa bei der Infrastruktur. Das habe Frust erzeugt – und aus ihrer Sicht auch den Aufstieg der AfD begünstigt. Im Podcast sagt Strack-Zimmermann: "Das Gefährlichste ist Staatsversagen." Wenn Menschen das Gefühl hätten, dass zentrale staatliche Aufgaben nicht mehr funktionierten, werde das politisch brandgefährlich.

Vertrauenskrise der Parteien

Mit Sorge blickt Strack-Zimmermann auch auf das generelle Verhältnis vieler Menschen zu den Parteien. Dass inzwischen mehr als ein Fünftel der Deutschen kein Vertrauen mehr in Parteien habe, bezeichnet sie als gefährlich. Das Problem sei aus ihrer Sicht zu einem guten Teil selbst verschuldet.

Ihr Vorwurf: Die Parteien unterschieden sich inhaltlich oft zu wenig voneinander. Wenn für Wähler:innen nicht mehr klar sei, wofür eine Partei eigentlich stehe, wachse die Enttäuschung. Genau deshalb verbindet sie ihre Merkel-Kritik mit einer grundsätzlichen Warnung an die demokratischen Parteien insgesamt.

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Auch Kubicki Thema im Podcast

Neben dem Blick auf die Union sprach Strack-Zimmermann auch über die FDP selbst. Das Ergebnis der Abstimmung über den neuen Parteivorsitzenden Wolfgang Kubicki auf dem Parteitag habe sie überrascht. "Dass dadurch Wolfgang Kubicki unter 60 Prozent kam, das hätte ich nicht gedacht", sagte sie.

Trotzdem zeigte sie sich entspannt und betonte, sie hätte bei einer so spontanen Abstimmung auch mit einem deutlich niedrigeren eigenen Ergebnis leben können. Mit Blick auf die künftige Zusammenarbeit mit Kubicki klang sie zuversichtlich. Beide wollten die FDP zurück in den Bundestag führen. Auch das persönliche Verhältnis sei intakt. Mit einem Augenzwinkern sagte sie, wenn sie Kubicki anrufe und vorschlage, zusammen einen Grauburgunder zu trinken, werde er "mit Sicherheit ja sagen".


Verwendete Quellen:

Focus-Podcast Machtmenschen: "Spalten Sie die FDP, Frau Strack-Zimmermann?"

Welt: "Strack-Zimmermann bezeichnet Merkels CDU-Kurs als "Todsünde""

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