Vorfall mit der "Charles de Gaulle"

Russen-Drohne fliegt auf Frankreichs Flugzeugträger zu

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

Eine höchstwahrscheinlich russische Drohne ist vor Schweden auf den französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" zugeflogen.

Bild: TT News Agency/Johan Nilsson/Reuters


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In Malmö steuert eine russischen Drohne auf den französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" zu. Schwedische Streitkräfte müssen eingreifen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine russische Drohne fliegt vor Schweden an den französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" heran.

  • Schwedens Streitkräfte störten die Kontrolle über die Drohne.

  • Der Militärgeheimdienst warnt vor verstärkten russischen Aktivitäten.

Erneute Provokation aus Moskau: Auf den französischen atomar betriebenen Flugzeugträger "Charles de Gaulle", der derzeit im Hafen der schwedischen Stadt liegt, ist eine verdächtige Drohne zugeflogen. Laut Berichten des britischen "Telegraph" wurde das Fluggerät von einem russischen Schiff gestartet und näherte sich dem nuklearbetriebenen Träger auf etwa 10 Kilometer Entfernung vor der Küste.

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Schweden verhindert womöglich Russen-Attacke auf die "Charles de Gaulle"

Die schwedischen Streitkräfte reagierten schnell und setzten Störsysteme ein, um die Kontrolle über die Drohne zu verhindern. Ein Sprecher der Marine erklärte gegenüber dem Rundfunksender SVT: "Ein Schiff der schwedischen Marine beobachtete eine verdächtige Drohne während einer Patrouille im Öresund. In Verbindung mit dieser Beobachtung ergriff die Armee Maßnahmen, um die Drohne zu stören. Der Kontakt zur Drohne ging anschließend verloren." Es wird vermutet, dass die Drohne entweder ins Meer stürzte oder zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehrte.

Putins Schiff in schwedischen Hoheitsgewässern

Der schwedische Verteidigungsminister Pål Jonson bestätigte den Vorfall und machte Russland dafür verantwortlich, wie Focus Online berichtet. Laut Jonson befand sich das russische Schiff, von dem die Drohne gestartet sein soll, zum Zeitpunkt des Zwischenfalls in schwedischen Hoheitsgewässern. Danach habe es Kurs auf die Ostsee genommen. Ob das russische Schiff dabei gegen Gesetze verstoßen hat, wird von der schwedischen Regierung nun untersucht.

Die französische Marine hat bislang keine Stellungnahme abgegeben. Auch aus dem Kreml von Russlands Machthaber Wladimir Putin gibt es keine offiziellen Reaktionen. Der Vorfall ereignete sich im Öresund, der Meerenge zwischen Schweden und Dänemark. Beide NATO-Länder überwachen diese Region gemeinsam und arbeiten eng zusammen, um den Zwischenfall aufzuklären.

Die "Charles de Gaulle" ist der Stolz von Macrons Marine

Thomas Nilsson, Leiter des schwedischen Militärgeheimdienstes, warnte zuletzt vor einer verstärkten russischen Aktivität in der Region. Er sprach von einer Zunahme hybrider Kriegsführung, zu der unter anderem Sabotageakte und Cyberangriffe gehören. Schweden prüft nun, ob der Drohnenvorfall gegen die sogenannte Zutrittsverordnung verstößt, die Vorgaben für den Aufenthalt fremder Schiffe in schwedischen Gewässern regelt.

Der Flugzeugträger "Charles de Gaulle" wurde 2001 in Dienst gestellt und ist das Herzstück der französischen Marine. Rund 40 Flugzeuge und Hunschrauber finden darauf Platz. Kurz vor Weihnachten hatte Staatspräsident Emmanuel Macron den Bau eines doppelt so schweren Nachfolgers der "Charles de Gaulle" angekündigt. Frankreich ist neben den USA das einzige Land mit einem atomgetriebenen Flugzeugträger.


Verwendete Quellen:

Focus Online: "Russische Drohne steuert plötzlich auf Nato-Atomträger zu"

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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