Grenzgebiet zu Mexiko
Kommunikationsprobleme: US-Militär holt mit Laser-Schuss eigene Drohne vom Himmel
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von Christopher SchmittUS-Behörden arbeiten laut eigener Mitteilung «in beispielloser Weise» gegen Drohnenbedrohungen an der Grenze zu Mexiko zusammen. (Symbolbild)
Bild: Li Mengxin/Xinhua/dpa
Abstimmungsprobleme zwischen US-Militär und Grenzschutzbehörde: Im Grenzgebiet zu Mexiko hat die Armee eine eigene Drohne abgeschossen. Die Opposition kann es nicht fassen.
Das Wichtigste in Kürze
Das US-Militär hat in Texas eine Drohne der Grenzschutzbehörde CBP abgeschossen, dabei kam ein Hochenergie-Laser zum Einsatz.
Offenbar war die Armee über den Start der Drohne nicht informiert.
Die US-Opposition reagiert fassungslos auf den Vorfall.
Nahe Fort Hancock, im Grenzgebiet zu Mexiko, hat das US-Verteidigungsministerium eine Drohne der eigenen Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) abgeschossen – mit einem Hochenergie-Laser. Dies berichtet die "New York Times" unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zeitweise wurde auch der Luftraum eingeschränkt.
Angaben des Verteidigungsministeriums, der CBP und der US-Luftfahrtbehörde (FAA) zufolge erfolgte der Abschuss im Bundesstaat Texas "weit entfernt von bewohnten Gebieten". Er habe dazu gedient, ein "scheinbar bedrohliches unbemanntes Luftfahrzeug" im militärischen Luftraum zu neutralisieren. Zivile Flugzeuge seien demnach nicht in der Nähe gewesen.
Militär war offenbar nicht informiert
Dem Bericht der "New York Times" zufolge gab es Kommunikationsprobleme zwischen Grenzschutzbehörde und dem Militär. So habe die Armee keine Informationen darüber erhalten, dass die Drohne starten solle. Ein mit den Ermittlungen eng vertrauter Pentagon-Vertreter erklärte gegenüber der Zeitung, dass das Fluggerät deshalb als unbekannt eingestuft worden sei.
In der entsprechenden Mitteilung heißt es hingegen, die Behörden arbeiten auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump "in beispielloser Weise" zusammen, um Drohnenbedrohungen an der Grenze zu Mexiko abzuwehren. Sie arbeiteten "an einer verstärkten Zusammenarbeit und Kommunikation, um solche Vorfälle künftig zu verhindern".
Allerdings ist der letzte vergleichbare Vorfall in der Region erst wenige Wochen her. Anfang Februar feuerte die CBP mit einem vom Militär bereitgestellten Lasersystem auf ein Flugobjekt. Damals war man von einer Drohne mutmaßlicher mexikanischer Drogenkartelle ausgegangen. Auch kam es zu einer vorübergehenden Einschränkung des Luftraums. Medienberichten zufolge stellte sich das Objekt schließlich als Partyballon heraus.
Auch in den News:
Opposition zeigt sich fassungslos
Bei der Opposition herrscht Fassungslosigkeit ob des Vorfalls in Texas. Diese drückten mehrere demokratische Abgeordnete auf der Plattform X. An das Weiße Haus richten sie den Vorwurf, einen überparteilichen Gesetzentwurf zur besseren Ausbildung der Drohnenabwehrkräfte sowie zur engeren Abstimmung zwischen Pentagon, Heimatschutzministerium und Luftfahrtbehörde umgangen zu haben. Der Abschuss der CBP-Drohne sei "das Ergebnis dieser Inkompetenz".
Verwendete Quellen
New York Times: "Pentagon Fires Another Laser at Drone, Prompting New Air Closure"
New York Times: "Airspace Shuttered After U.S. Shoots Down Its Own Drone"
Nachrichtenagentur dpa
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