Trumps Gesundheitsminister im Fokus
Kennedy weist Vorwurf zurück: Kein Schweigen zu Impfungen auf Druck des Weißen Hauses
Aktualisiert:
von Benedikt Rammer:newstime
"Koks von Toilettenbrillen": Kennedy packt aus
Videoclip • 52 Sek • Ab 12
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. bestreitet, vom Weißen Haus angewiesen worden zu sein, im Wahljahr nicht mehr öffentlich über Impfungen zu sprechen. In einer Anhörung im Kongress betonte er stattdessen Themen wie Ernährung, Lebensmittelsicherheit und Reformen im Gesundheitswesen.
Das Wichtigste in Kürze
US-Gesundheitsminister Kennedy bestreitet laut Reuters, vom Weißen Haus zum Schweigen beim Thema Impfungen gedrängt worden zu sein.
Nach Reuters‑Informationen will die Trump‑Regierung die Gesundheitsdebatte vor den Wahlen auf populärere Themen wie Arzneipreise und Lebensmittelsicherheit verlagern.
Mit der geplanten Ernennung von Erica Schwartz zur CDC‑Direktorin und der Reform der U.S. Preventive Services Task Force stellt Kennedy zentrale Weichen in der US‑Gesundheitspolitik neu.
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat im Kongress klargestellt, dass er nach eigenen Angaben keine politische Vorgabe aus dem Weißen Haus erhalten hat, seine umstrittenen Positionen zu Impfungen im Vorfeld der US‑Kongresswahlen im November zurückzufahren. Kennedy war am Dienstag bereits zum vierten Mal in dieser Woche zu einer Anhörung geladen, diesmal vor dem Gesundheits‑Unterausschuss des Energy and Commerce Committee im Repräsentantenhaus, wie aus einem Bericht von Reuters hervorgeht.
In seiner Eröffnungserklärung legte Kennedy den Schwerpunkt erneut auf Ernährung und Lebensmittelsicherheit. Er erwähnte weder seine Bemühungen, die landesweite Impfpolitik in den USA grundlegend zu verändern, noch seine Arbeit zu den mutmaßlichen Ursachen von Autismus, so Reuters.
Streit um angebliche Anweisungen aus dem Weißen Haus
Für Spannung sorgte ein Schlagabtausch mit dem demokratischen Abgeordneten Marc Veasey aus Texas. Veasey fragte Kennedy direkt: Ob Susie Wiles oder irgendjemand im Weißen Haus ihm nahegelegt habe, mit seiner "kontroversen Impfskepsis" aufzuhören. Laut Reuters fiel Kennedys Antwort knapp aus: "Nein."
Veasey verwies zudem auf ein internes Memo der Trump‑Regierung, das Umfragewerte zu Kennedys impfkritischen Aussagen enthalten soll. Demnach sei seine Rhetorik bei Wähler:innen unpopulär. Kennedy gab an, ein solches Memo nicht gesehen zu haben.
Auch in den News:
Weißes Haus setzt auf populärere Themen
Nach Angaben von zwei mit dem Vorgang vertrauten Quellen, auf die sich Reuters beruft, soll das Weiße Haus Gesundheitsverantwortliche zuletzt aufgefordert haben, politische Debatten stärker auf bei Wähler:innen beliebtere Themen zu lenken. Hintergrund sind die Bemühungen von Donald Trump und der Republikanischen Partei, ihre knappen Mehrheiten im Kongress zu sichern.
Kennedy, der seit Jahren als prominenter Impfkritiker gilt, hatte erst im Vormonat einen Rückschlag erlitten: Ein Gerichtsbeschluss stoppte zentrale Teile seiner Pläne, die US‑Impfpolitik neu zu schreiben und ein Beratungsgremium der Gesundheitsbehörde CDC zur Immunisierung neu aufzustellen, berichtet Reuters weiter.
Verbündeter weist Vorgaben zu Impf-Thema zurück
Auch ein enger Vertrauter Kennedys, der Weißes‑Haus‑Berater für Ernährungspolitik Calley Means, wies Vorwürfe zurück, es gebe eine politische Anweisung, das Impf‑Thema aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Bei einem Auftritt beim "Politico Health Care Summit" in Washington sagte Means laut Reuters: "Ich glaube, das sind einfach laufende Gespräche darüber, was wir priorisieren sollten – also welche Faktoren wirklich die Probleme im amerikanischen Gesundheitswesen verursachen."
"Wir entschuldigen uns nicht für das, was bei den Impfungen geschehen ist", sagte Means weiter. Stattdessen gehe es darum, welche Schwerpunkte im Gesundheitswesen derzeit gesetzt werden sollen – etwa bei Ernährung oder Lebensmittelsicherheit.
Neue CDC-Direktorin und Umbau von Gremien
Kennedy erklärte außerdem, er habe die Haltung von Erica Schwartz zu Impfungen geprüft, bevor sie für den Posten an der Spitze der US‑Gesundheitsbehörde CDC vorgeschlagen wurde. Er habe vor der Nominierung jedoch nicht persönlich mit Trump gesprochen, so Kennedy laut Reuters.
Trump hatte angekündigt, Schwartz als nächste CDC‑Direktorin zu nominieren. Sie war bereits als stellvertretende Surgeon General während der COVID‑19‑Pandemie in Trumps erster Amtszeit im Einsatz. Ihre Nominierung gilt als traditionellere Personalentscheidung, da das Weiße Haus den Fokus stärker auf Themen wie sinkende Medikamentenpreise und Lebensmittelsicherheit legen will. Kennedys umstrittene Impfpolitik soll demnach weniger im Vordergrund stehen – vor dem Hintergrund, dass bei den Kongresswahlen im November die Mehrheitsverhältnisse auf dem Spiel stehen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur Reuters
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