Rechenfehler bei Nachzahlung
Bericht: 22 Millionen Rentner zahlten zu viel für Pflegeversicherung
Aktualisiert:
von Rebecca RudolphViele Rentnerinnen und Rentner sollen wohl zu viel bezahlt haben.
Bild: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
Rechenfehler bei Renten-Nachzahlung: Millionen Rentner:innen zahlten wohl zu viel in die Pflegeversicherung ein. Eine Rückerstattung ist laut Regierung aber nicht vorgesehen.
Das Wichtigste in Kürze
Wegen eines Rechenfehlers bei der Pflegeversicherungsnachzahlung im Juli zahlten alle 22 Millionen Rentner:innen zu viel, insgesamt rund elf Millionen Euro.
Die fehlerhafte Berechnung basierte auf dem ab Juli geltenden Beitragssatz, obwohl dieser rückwirkend für Januar bis Juni keine Gültigkeit hatte.
Trotz des Fehlers ist laut Sozialministerium keine Erstattung geplant, was unter anderem vom Bund der Steuerzahler als unfair kritisiert wird.
Offenbar haben Millionen Rentner:innen zu viel an ihre Pflegeversicherung gezahlt. Grund für die fehlerhafte Abrechnung ist eine Nachzahlung, die im Juli dieses Jahres fällig wurde. Wie "Bild" berichtet, kam es bei der Berechnung dieser Nachzahlung zu einem Rechenfehler. Betroffen sind demnach alle 22 Millionen Rentner:innen. Laut Bericht erhielt die Pflegeversicherung dadurch rund elf Millionen Euro zu viel.
Ursache für den Fehler war demnach ein falscher Beitragssatz: Die vorherige Ampelregierung hatte kurz vor ihrem Ausscheiden beschlossen, den Beitragssatz zur Pflegeversicherung ab Januar dieses Jahres um 0,2 Prozentpunkte anzuheben – von 3,4 auf 3,6 Prozent. Während Arbeitnehmer diesen neuen Satz bereits seit Jahresbeginn zahlen, wurde für Rentner eine Nachzahlung im Juli angesetzt. Diese betrug 1,2 Prozent - also sechsmal 0,2 Prozentpunkte.
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Genau hier sei laut "Bild" der Fehler passiert: Für die Nachzahlung wurde der im Juli bereits erhöhte Rentenbeitrag als Grundlage genommen, obwohl dieser von Januar bis Juni noch gar nicht gegolten hatte.
In Summe elf Millionen Euro zu viel
Der finanzielle Schaden für die einzelnen Rentner:innen sei zwar gering, heißt es weiter. Bei einer monatlichen Rente von 2.400 Euro wurde demnach etwa ein Euro zu viel einbehalten. Insgesamt erhielt die Pflegeversicherung jedoch rund elf Millionen Euro mehr, als ihr zustand. Eine Rückerstattung sei laut Sozialministerin Bärbel Basdennoch nicht geplant, wie sie gegenüber "Bild" erklärte.
Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, äußerte sich gegenüber "Bild" kritisch: "Gegenüber den Rentnerinnen und Rentnern ist das nicht fair." Das Sozialministerium und die Rentenversicherung sollten seiner Ansicht nach die zu viel gezahlten Beiträge zurückerstatten.
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