Zahlen zeigen
Leerflüge: Hälfte der Regierungsflieger hebt ohne Passagiere ab
Veröffentlicht:
von Benedict Hottner:newstime
Hälfte der Regierungsflüge hebt ohne Passagiere ab
Videoclip • 01:10 Min • Ab 12
Rund 600 Teilstrecken hat die Flugbereitschaft der Bundeswehr im ersten Halbjahr absolviert – etwa die Hälfte davon ohne Passagiere. Die Linke kritisiert die zahlreichen Leerflüge. Das Verteidigungsministerium verweist auf Ausbildungs- und Trainingsflüge.
Die Regierungsflieger der Bundeswehr sind im ersten Halbjahr 2026 rund 600 Teilstrecken geflogen. Dabei war bei etwa der Hälfte der Flüge niemand außer der Besatzung an Bord. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden 308 Teilstrecken für Dienstreisen von Mitgliedern der Bundesregierung durchgeführt. Weitere 305 Flüge dienten dazu, die Maschinen bereitzustellen. Das Ministerium reagierte damit auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch, der regelmäßig nach den sogenannten Leerflügen der Flugbereitschaft fragt.
Ein Grund für die Flüge ohne Passagiere: Die Maschinen sind am Flughafen Köln/Bonn stationiert, während viele Dienstreisen der Bundesregierung in Berlin beginnen. Das Verteidigungsministerium betont zudem, dass die Leerflüge gezielt für die Aus- und Weiterbildung der Besatzungen genutzt würden.
Die Flugbereitschaft steht unter anderem dem Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler und den Bundesministern für Dienstreisen zur Verfügung. Am häufigsten nutzte im ersten Halbjahr das Bundeskanzleramt die Maschinen – mit 73 Teilstrecken. Dahinter folgten das Auswärtige Amt mit 63 und das Bundeswirtschaftsministerium mit 32 Teilstrecken.
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Umzug nach Berlin lässt weiter auf sich warten
Bartsch kritisierte die Zahlen scharf. Wenn die Flugbereitschaft in sechs Monaten rund 600 Mal abhebe und die Hälfte der Flüge ohne Passagiere stattfinde, sei das ein "inakzeptables Missverhältnis und ein teures Ärgernis", sagte der Linken-Politiker.
Die Diskussion über die Leerflüge ist nicht neu. Bereits seit Jahren gibt es Pläne, die Flugbereitschaft von Köln/Bonn nach Berlin zu verlegen. Ursprünglich sollte der komplette Umzug bereits 2012 abgeschlossen sein. Mehrere Verzögerungen verhinderten das jedoch. Auch die verspätete Eröffnung des Flughafens BER spielte dabei eine Rolle. Bis heute fehlt dort die notwendige Infrastruktur für die Flugbereitschaft. Nach den aktuellen Planungen soll der vollständige Umzug erst in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre erfolgen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
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