Ukraine-Krieg

Pistorius übt Kritik an US-Präsident Trump: Begrüßt Putin "wie einen Kumpel"

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

:newstime

Vier Jahre Krieg in der Ukraine

Videoclip • 51 Sek • Ab 12


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Der Verteidigungsminister findet deutliche Worte für US-Präsident Trumps Umgang mit Russlands Präsident Putin und die Verhandlungstaktik der USA.

"Wie einen Kumpel" habe US-Präsident Donald Trump seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin beim Gipfeltreffen in Alaska begrüßt, findet Boris Pistorius (SPD). Der Verteidigungsminister kritisierte im Gespräch mit dem "Deutschlandfunk" das freundschaftliche Verhältnis Trumps zu Putin. Er warf ihm anlässlich des vierten Jahrestags der russischen Invasion in die Ukraine vor, sich gleichzeitig komplett aus der militärischen Unterstützung der Ukraine zurückgezogen zu haben.

Die Verhandlungstaktik der US-Delegation sei für Pistorius unverständlich. "Ohne Not" habe Trump sehr früh eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine vom Verhandlungstisch genommen. Seiner Meinung nach wäre das "ja ein Pfund gewesen, mit dem man auch hätte verhandeln können, über andere Dinge".

Russische Luftangriffe: "Hier wird die Zivilbevölkerung terrorisiert"

Russlands Vorgehen in der Ukraine kam beim Interview nicht besser weg. Die russischen Luftangriffe mit Raketen und Drohnen, die auf ukrainische Städte zielen, kritisierte Pistorius deutlich. "Was dort jede Nacht passiert, hat ja mit der Eroberung eines Landes nichts zu tun. Hier wird die Zivilbevölkerung terrorisiert – bei minus 20 Grad", so der Verteidigungsminister. Damit würde "kein Quadratmeter Boden gewonnen", sondern es gehe Russland darum, die Moral der Ukrainer:innen zu brechen und das Land zu zerstören.

Pistorius zollte dem "unglaublichen Durchhaltewillen" der Ukraine:innen Respekt. Es gebe viel Courage, Stärke und Umfragen zufolge sogar eine steigende Moral in der Bevölkerung.

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Deutschland als größter Unterstützer

Laut Pistorius leistet Deutschland inzwischen die größte Unterstützung für die Ukraine. Allein in diesem Jahr würden elf Milliarden Euro fließen. Tatsächlich legt eine Auswertung des Kiel Institut für Weltwirtschaft nahe, dass die Unterstützung der USA 2025 um 99 Prozent eingebrochen ist. Die Länder der EU stellen zusammen rund 35 Milliarden bereit und damit nahezu 90 Prozent der finanziellen und humanitären Hilfe für die Ukraine.

Dass der Krieg auf militärische Weise beendet werden könne, hält Pistorius in naher Zukunft für unwahrscheinlich. Jedoch sei es für die Verhandlungen sehr wichtig, die Ukraine weiterhin zu unterstützen. Laut dem Verteidigungsminister wird die wirtschaftliche Situation in Russland "zunehmend sichtbar schlechter".

Er setze darauf, einen Punkt zu erreichen, an dem der Krieg für den Kreml eine schlechtere Option als Frieden sei. "Das kann man aber nicht durch Schwäche erreichen, sondern nur durch Stärke."


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Deutschlandfunk: "Pistorius lobt 'unglaublichen Durchhaltewillen' der Ukrainer"

Kiel Institut: "Ukraine-Unterstützung nach vier Jahren Krieg: Europa ersetzt die US Hilfen"

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