Gewinn für Apple?

Warum das iPhone für Apple zum KI-Trumpf werden könnte

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

:newstime

Apple wird 50 - Vom Garagenstart zum Tech-Giganten

Videoclip • 01:11 Min • Ab 12


- Anzeige -
- Anzeige -

Apple gilt in der KI bisher als Nachzügler. Doch gerade das iPhone könnte dem Konzern in der Ära autonomer KI-Assistenten einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Bank-of-America-Analyst sieht in Apples Kontrolle über iPhone, Betriebssysteme, Zahlungen und Nutzerkonten einen möglichen KI-Vorteil in der Ära autonomer Assistent:innen.

  • Das iPhone könnte zum zentralen Zugang für KI-Aufgaben wie Suche, Shopping, Terminplanung und Zahlungen werden, auch wenn Apple nicht das stärkste Sprachmodell besitzt.

  • Entscheidend wird, ob Apple Siri bei der WWDC überzeugend zum KI-Agenten weiterentwickelt und die Geräte-Hardware stark genug für mehr KI direkt auf dem Gerät macht.

Apple wird im Rennen um Künstliche Intelligenz bislang oft als Nachzügler gesehen. Der Konzern hat seine modernisierte Siri mehrfach verschoben, eigene große KI-Modelle stehen nicht so stark im Fokus wie bei OpenAI, Google oder Meta. Doch genau diese vermeintliche Schwäche könnte sich laut einer neuen Analysten-Einschätzung noch in einen strategischen Vorteil verwandeln.

In einer am Dienstag (26. Mai) veröffentlichten Investoren-Notiz argumentiert Bank-of-America-Analyst Wamsi Mohan, dass Apple durch die Kontrolle über sein gesamtes Ökosystem einen besonderen Vorsprung in einer Welt sogenannter agentischer KI haben könnte. Gemeint sind KI-Assistenten, die nicht nur antworten, sondern eigenständig Aufgaben erledigen – etwa Termine planen, Zahlungen auslösen, Apps steuern oder Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen. Mohan spricht dabei von einem "agentic AI moat", also einer Art Schutzgraben im KI-Wettbewerb.


- Anzeige -
- Anzeige -

Apples Vorteil: Kontrolle über Vertrauen und Alltag

Der Kern der These: In einer Welt autonomer KI werde besonders wertvoll, wer den Zugang zu Nutzerabsichten, persönlichen Daten, App-Berechtigungen, Identität, Authentifizierung und Bezahlvorgängen kontrolliert. Genau das sei beim Smartphone bereits gebündelt.

Vor allem das iPhone könnte so zum zentralen Eingangstor für KI-gesteuerte Alltagsprozesse werden – von Suche über Shopping bis zu Terminplanung, Zahlungen und Arbeitsabläufen. Apple müsse dann nicht unbedingt das beste Sprachmodell besitzen, solange der Konzern die vertrauenswürdige Schnittstelle kontrolliere, über die Nutzer:innen ihre Befehle an lokale Modelle, Apple-Cloud-Dienste, externe Modelle und Apps weitergeben. Genau darin sieht Mohan einen künftigen Hebel gegenüber App-Entwickler:innen, Händler:innen, Zahlungsnetzwerken und Werbepartner:innen.

Siri und Chips werden zum Schlüssel

Damit diese Rechnung aufgeht, muss Apple allerdings liefern. Laut Mohan braucht der Konzern leistungsfähigere KI-Funktionen direkt auf dem Gerät und eine deutlich stärkere Siri, die sich vom Sprachassistenten zum echten KI-Agenten entwickelt. Eine neue Siri-Version dürfte Apple voraussichtlich auf der Entwicklerkonferenz WWDC am 8. Juni vorstellen.

Dass Apple die Hardware-Seite als Schlüssel sieht, zeigt sich auch beim Mac. In der jüngsten Quartalskonferenz sagte Noch-Konzernchef Tim Cook, der Mac Mini und das Mac Studio seien "hervorragende Plattformen für KI und agentenbasierte Tools". Die Nachfrage sei schneller gestiegen als erwartet. Cook erklärte weiter, Apple rechne damit, dass es "mehrere Monate" dauern könne, bis Angebot und Nachfrage bei beiden Geräten wieder im Gleichgewicht seien.

Auch in den News:

KI-Nachzügler oder stiller Gewinner?

Für Anleger:innen ist das eine spannende Wette. Mohan beließ seine Kaufempfehlung für die Apple-Aktie und hob sein Kursziel von 330 auf 380 US-Dollar an. Dahinter steht die Erwartung, dass Apple von KI nicht trotz seiner geschlossenen Plattform profitiert, sondern gerade wegen ihr.

Ob daraus wirklich ein Comeback in der KI-Ära wird, hängt nun vor allem an zwei Fragen: Wie überzeugend Apple Siri neu aufstellt – und ob das iPhone für Nutzer:innen tatsächlich zum wichtigsten Kontrollzentrum für persönliche KI-Assistenten wird. Gelingt das, könnte aus dem vermeintlichen Rückstand plötzlich ein Wettbewerbsvorteil werden, den viele Konkurrent:innen so nicht kopieren können.


Verwendete Quellen:

yahoo!finance: "Apple's AI strategy challenge might be solved by the iPhone's 'agentic AI moat'"

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken