Gesundheitssystem in der Krise

Milliardendefizit in der Pflege: Droht kinderlosen Versicherten ein Zuschlag?

Veröffentlicht:

von dpa

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Warken: höhere Pflegebeiträge für Kinderlose

Videoclip • 01:04 Min • Ab 12


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Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung rechnet für 2026 mit einem Milliardendefizit in der Pflegekasse. Gesundheitsministerin Warken arbeitet an einer Reform, auch auf Versicherte ohne Kinder sollen Kosten zukommen. Was darüber bekannt ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Milliardenloch in der Pflegeversicherung: Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zieht einen Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte in Betracht.

  • Versicherte ohne Kinder ab 23 Jahren sollen insgesamt einen Beitrag von 4,3 Prozent leisten, bei beitragszahlenden Eltern bleibe der Satz pro Kind gleich.

  • Noch dieses Jahr könnten Versicherte mit zusätzlichen Kosten rechnen, so der Vorstandschef der Krankenkasse DAK, Andreas Storm.

Zur Sanierung der schwer angeschlagenen gesetzlichen Pflegeversicherung ist eine weitere Erhöhung des Beitragssatzes für Kinderlose im Gespräch. Ein entsprechender Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) wurde der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus Koalitionskreisen bestätigt.

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Demnach erwägt Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bei der Reform der Pflegeversicherung, den Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf dann 0,7 Prozent anzuheben. Warkens Ministerium wollte dies auf Anfrage nicht bestätigen, sondern verwies auf ein kommendes Gesamtkonzept. Wann dies vorgelegt wird, blieb offen.

Laut RND liefe die Idee darauf hinaus, dass Versicherte ohne Kinder ab einem Alter von 23 Jahren insgesamt einen Beitragssatz von 4,3 Prozent zahlen. Bei Versicherten mit Kindern bliebe es demnach bei den bisherigen Sätzen von 3,6 Prozent (ein Kind), 3,35 Prozent (zwei Kinder) beziehungsweise 3,1 Prozent (drei Kinder).


Finanzloch bei der Pflegeversicherung: DAK-Chef warnt vor Folgen

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung, der auch für die Pflegekassen zuständig ist, hatte von wachsenden Finanzlöchern berichtet. Für dieses Jahr rechnet der Verband mit einem Defizit von einer Milliarde Euro. Der Vorstandschef der großen Krankenkasse DAK, Andreas Storm, warnt eindringlich vor den Folgen.

"Die gesetzliche Pflegeversicherung ist ein Notfallpatient, der schnelle Rettungsmaßnahmen benötigt", sagte Storm der dpa. "Passiert nichts, brauchen mehrere Pflegekassen kurzfristig Finanzhilfen, um die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden." Noch in diesem Jahr seien steigende Kosten für Versicherte denkbar, fügte er hinzu: "Angesichts des neuen aktuellen Milliardendefizits ist auch eine Beitragserhöhung von bis zu 0,2 Prozentpunkten in der zweiten Jahreshälfte zu befürchten."

Der Bund müsse "den Einstieg in die Rückzahlung der Corona-Hilfen in Höhe von 5,2 Milliarden Euro schaffen", meinte Storm. Dabei geht es um Mehrkosten, die während der Pandemie von den Pflegekassen getragen wurden, aber aus deren Sicht aus Steuermitteln beglichen werden sollten.

Für die Pflegereform forderte Storm einen neuen Anlauf nach der Sommerpause. "Die bislang bekanntgewordenen Reforminhalte würden die Pflegekrise nicht lösen, sondern weiter verschärfen", meinte der frühere CDU-Gesundheitspolitiker.

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