Sozialleistung

Kürzung des Wohngelds ab 2027 trifft vor allem Kinder

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Wohngeld-Kürzungen: Wen es besonders hart treffen könnte

Videoclip • 01:08 Min • Ab 12


Da die amtliche Wohngeld-Statistik ausschließlich Haushalte zählt, ist nicht direkt ersichtlich, wer 2027 nach der geplanten Kürzung der Sozialleistung mit weniger Geld auskommen muss. Eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass die Sparmaßnahme vor allem Familien mit Kindern schaden wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bundesregierung plant massive Einsparungen beim Wohngeld.

  • Davon wären vor allem Familien mit Kindern betroffen, zeigt eine neue Datenanalyse.

  • Bisher hieß es, dass vor allem die Gruppe der Rentner:innen künftig deutlich weniger Wohngeld erhalten wird.

Das Bundeskabinett hat Anfang Juli einen Gesetzentwurf von Bauministerin Verena Hubertz (SPD) gebilligt, der im nächsten Jahr 1,5 Milliarden Euro und ab 2028 sogar zwei Milliarden Euro pro Jahr beim Wohngeld einsparen soll. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, wird der Entwurf derzeit im Bundestag beraten. "Der Spiegel" berichtet nun, dass die geplanten Änderungen vor allem Kinder betreffen werden. Das habe eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbands ergeben, die dem Nachrichtenmagazin vorab vorliegt.

Grundlage für die neuen Daten sei der amtliche Mikrozensus. Die größte jährliche Haushaltsbefragung in Deutschland zählt nicht Haushalte, sondern Personen. Demnach sind Kinder sind deutlich stärker von den Kürzungen des Wohngelds betroffen, als es die bisher bekannte Wohngeldstatistik nahelegt. Wie es weiter heißt, leben 2,25 Millionen Menschen in Haushalten mit Wohngeldbezug. 37,5 Prozent davon sind Kinder unter 16 Jahren sowie 16- und 17-Jährige in Schule oder Ausbildung. 4,9 Prozent sind volljährige Kinder in Schule oder Ausbildung.

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Rentner:innen galten bislang als am stärksten betroffene Gruppe

Zwar werde mehr als die Hälfte (52,5 Prozent) der Anträge auf Wohngeld von Rentner:innen oder Pensionär:innen gestellt, womit diese bislang als am stärksten betroffene Personengruppe einer Wohngeldkürzung erschien. Jedoch machen sie lediglich 15,1 Prozent aller Personen in Wohngeld-Haushalten aus. Im Alltag seien künftig deutlich mehr Kinder davon betroffen, wenn ihre Familie Wohngeld bezieht und bald mit weniger Geld auskommen muss.

Die Wohngeldreform soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten, heißt es weiter bei dpa. Bestehende Wohngeldbescheide blieben jedoch gültig. Die Kürzungen greifen demnach zufolge erst nach und nach, wenn neue Bescheide ergehen. Üblicherweise müsse alle zwölf Monate ein neuer Antrag auf Wohngeld gestellt werden. Bauministerin Hubertz hatte angekündigt, dass künftig ein Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte keinen Anspruch mehr haben werde.


Geplante Wohngeldkürzung: Auswirkung auf alle Haushalte

Wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt, werden sich nach Information aus Regierungskreisen die Kürzungspläne nach jetzigem Stand auf alle Wohngeldhaushalte auswirken. Zum einen solle die sogenannte Dynamisierung ausgesetzt werden. Das bedeute, das Wohngeld wird vorerst nicht an Inflation und Mietpreisentwicklung angepasst. Zum anderen soll die sogenannte Heizkostenkomponente halbiert werden. Außerdem werde die sogenannte Wohngeldformel verändert, so dass weniger Haushalte die Hilfen bekommen.

Ganz wegfallen soll laut dpa die Leistung für Haushalte an der oberen Einkommensgrenze derer, die heute für Wohngeld infrage kommen. Wer bisher Beträge von 50 bis 60 Euro im Monat erhalte, werde künftig darauf verzichten müssen, heiße es in Regierungskreisen. Wer im Wohngeld bleibt, solle künftig geringere Summen beziehen. Menschen mit sehr wenig Geld sollen vom Wohngeld in die Grundsicherung wechseln.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

spiegel.de: "Die Regierung kürzt das Wohngeld drastisch – und trifft damit vor allem Kinder"

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