Kanzler Merz warnt
Infos zu Panzern, Munition und Militär: Mutmaßlicher Russlandspion festgenommen
Veröffentlicht:
von Christopher Schmitt:newstime
Mutmaßlicher Russland-Spion in Deutschland gefasst
Videoclip • 01:02 Min • Ab 12
Die Bundesstaatsanwaltschaft hat einen mutmaßlichen Spion festgenommen. Dabei soll er Kontakte in die europäische Rüstungsindustrie genutzt haben.
Das Wichtigste in Kürze
Ein mutmaßlicher Agent soll für Russland Informationen über Munition, Panzer sowie Militär-Standorte gesammelt haben.
Der ukrainische Staatsbürger wurde am Donnerstag (21. Oktober) in Brandenburg festgenommen.
Seit Sommer 2025 soll er in Kontakt mit dem russischen Geheimdienst gestanden haben.
Bundespolizisten haben am Donnerstag (21. Oktober) im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree einen ukrainischen Staatsbürger festgenommen, dem die Bundesanwaltschaft vorwirft, als Agent eines russischen Nachrichtendienstes tätig gewesen zu sein. Der Mann soll sich dabei gezielt Zugang zu Kreisen der europäischen Rüstungsindustrie verschafft haben, um darüber an militärisch brisante Informationen zu gelangen.
Auch in den News:
Kontakte aus Rüstungsbranche ausgehorcht
Die Ermittler:innen werfen dem Mann vor, Erkenntnisse über Panzer- und Munitionsproduktion, die Herstellung von Explosivstoffen sowie über Personalstrukturen und militärische Anlagen an Standorten entlang der NATO-Ostflanke zusammengetragen zu haben. Zwar sollen einige dieser Daten öffentlich zugänglich gewesen sein. Für andere jedoch, so die Bundesanwaltschaft, habe der Verdächtige gezielt Kontaktpersonen aus der Rüstungsbranche ausgehorcht.
Seit mindestens Juli 2025 soll der Ukrainer über einen Mittelmann den Draht zu einem russischen Geheimdienst gehalten haben. Dass es sich dabei um keinen unbedeutenden Handlanger handelte, machten Sicherheitskreise deutlich: Der Beschuldigte sei kein sogenannter Wegwerf-Agent: nicht jener Typus also, der per Social Media angeworben wird und für kleines Geld gefährliche Dienste leistet.
Am Freitag (23. Oktober) soll er einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet. Grundlage für die Festnahme waren Erkenntnisse des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Dem Beschuldigten drohen bei einer Verurteilung wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe.
Kanzler Merz warnt: "Täuschen wir uns nicht"
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der sich beim Westbalkangipfel im montenegrinischen Budva äußerte, wertete den Fall als Fahndungserfolg. Aber er schränkte ein: "Wir werden solche Fälle vermutlich in den nächsten Monaten und Jahren häufiger sehen." Deutschland sei intensiver Spionagetätigkeit ausgesetzt. "Tuschen wir uns nicht, die Aktivitäten des russischen Geheimdienstes in Deutschland sind unverändert hoch."
Serie von Festnahmen reißt nicht ab
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von aufgedeckten Geheimdienstaktivitäten auf deutschem Boden. Im Mai ließ die Bundesanwaltschaft ein Ehepaar festnehmen, dem vorgeworfen wird, für den chinesischen Geheimdienst an deutschen Hochschulen aktiv gewesen zu sein.
Die Bundesanwaltschaft erhob zudem Anklage gegen einen Mann, der im Auftrag des iranischen Geheimdienstes operiert haben soll. Er soll jüdische Menschen und Israel-freundliche Personen für potenzielle Mord- und Brandanschläge ausgespäht haben. Darunter: der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck. Der Beschuldigte wurde kürzlich in Hamburg zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
Doch der wohl spektakulärste Fall betrifft nicht einen fremden Agenten, sondern einen Mann, der einst selbst an der Spitze des deutschen Auslandsgeheimdienstes stand: Der frühere BND-Präsident August Hanning sitzt in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, geheime BND-Erkenntnisse für seine spätere Beratertätigkeit genutzt zu haben. In einem konkreten Fall soll er diese Informationen dafür verwendet haben, für den Mitarbeiter eines fremden nachrichtendienstlichen Sicherheitsapparates eine Analyse zu erstellen. Auch sein ehemaliger Büroleiter befindet sich in Untersuchungshaft.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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