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Medienbericht: Ex-BND-Chef Hanning mutmaßlich mit chinesischem Geheimdienst in Kontakt

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

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Ex-BND-Chef Hanning muss in U-Haft (7. Oktober)

Videoclip • 01:18 Min • Ab 12


August Hanning war einst Chef des BND. Unter anderem wegen Spionageverdachts sitzt der Ex-Geheimdienstchef in Untersuchungshaft. Laut einem Medienbericht hatte er Kontakt zu einem chinesischen General.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gegen Ex-BND-Boss August Hanning wird wegen Spionageverdachts ermittelt – offenbar sind davon auch seine Kontakte in die Volksrepublik China betroffen.

  • Ebenso wie sein ehemaliger Mitarbeiter Manfred D. war Hanning am Dienstag (6. Oktober) festgenommen worden und sitzt in Untersuchungshaft.

  • Die Bundesanwaltschaft wirft ihm geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor.

Update: Nach Informationen des "Spiegel" werden im Rahmen der Verrats-Vorwürfe gegen den ehemaligen BND-Chef August Hanning auch Kontakte zur Volksrepublik China geprüft. Dies hätten mehrere mit dem Fall vertraute Quellen gegenüber dem Nachrichtenmagazin bestätigt. Ermittler:innen checkten demnach, ob Hanning sensible Informationen an einen Mann aus dem chinesischen Geheimdienstapparat weitergegeben hat. Noch gibt es keine entsprechende Bestätigung der Bundesanwaltschaft.

Auch in den News:

Haftbefehl unter anderem wegen versuchtem Landesverrat

Für Deutschlands Geheimdienst war es ein Schock, als August Hanning, der den Bundesnachrichtendienst (BND) zwischen 1998 und 2005 führte, am Dienstag (6. Oktober) unter Spionageverdacht festgenommen wurde – und einen Tag später in Untersuchungshaft musste. Einer Sprecherin der Bundesanwaltschaft zufolge habe ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe den Haftbefehl gegen den 80-Jährigen in Vollzug gesetzt.

Hanning werden von Seiten der obersten Anklagebehörde in Deutschland geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchter Landesverrat vorgeworfen.

Sein ehemaliger Büroleiter beim BND, Manfred D., musste bereits am Dienstag wegen Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung in U-Haft, nachdem beide auf Grundlage von Haftbefehlen festgenommen wurden – Hanning im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in Bayern, D. im nordrhein-westfälischen Landkreis Steinfurt.


Über die Verhaftungen hatte zunächst die "Tagesschau" unter Verweis auf Recherchen des WDR, NDR sowie der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) berichtet. Ein Regierungssprecher sagte zu den Festnahmen: "Die Bundesregierung wird das wegen der laufenden Ermittlungen nicht kommentieren."

Schwere Vorwürfe: Landesverrat und Agententätigkeit

Die Ermittler:innen werfen Hanning nichts Geringeres vor als versuchten Landesverrat und geheimdienstliche Agententätigkeit. Manfred D., der Jahrzehnte als enger Vertrauter an Hannings Seite arbeitete, soll ihm dabei Beihilfe geleistet haben. Nach Informationen von WDR, NDR und SZ steht hinter dem Fall jedoch keine Verbindung zu Russland.

Das Konstrukt, das die Ermittler:innen beschreiben, klingt wie ein Spionageroman: Manfred D. soll Hanning nach dessen Ausscheiden aus dem BND über viele Jahre hinweg mit internen Geheimdiensterkenntnissen versorgt haben – gegen Bezahlung. D. selbst blieb Teil des BND: Von März 2012 bis März 2026 arbeitete er als Büroleiter für amtierende BND-Präsidenten und hatte damit Zugang zu hochsensiblen Informationen.

Mehr als 2.000 Dokumente – viele davon Verschlusssache

Das Ausmaß des mutmaßlichen Datenflusses ist beachtlich: Laut Bundesanwaltschaft soll D. Hanning insgesamt über 2.000 Dokumente zugespielt haben. Ein erheblicher Teil davon war als Verschlusssache eingestuft und ausschließlich für den internen Dienstgebrauch bestimmt – darunter Unterlagen für Lagebesprechungen hochrangiger Beamt:innen im Bundeskanzleramt.

Hanning selbst soll die geheimen Erkenntnisse für seine Arbeit als Sicherheitsberater in der Privatwirtschaft genutzt haben, in die er nach seiner Zeit als Staatssekretär im Bundesinnenministerium gewechselt war. In mindestens einem Fall soll er die Informationen dazu verwendet haben, für Mitarbeiter:innen eines fremden Nachrichtendienstes eine Analyse zu erstellen. Ob dieses Dokument seinen Adressaten tatsächlich erreichte, konnte bislang nicht festgestellt werden. Darüber hinaus soll Hanning über Jahre in engem Kontakt mit einem Angehörigen eines weiteren ausländischen Nachrichtendienstes gestanden und diesen regelmäßig mit Informationen beliefert haben.

Block-Fall brachte Ermittler auf die Spur

Aufgeflogen ist das mutmaßliche Netzwerk durch einen anderen Skandal: Hanning stand bereits im Herbst 2025 im Verdacht, in die Entführung der Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block verwickelt gewesen zu sein. Als Verantwortlicher einer Sicherheitsfirma soll er 2022 einen Auftrag zur Kindesentziehung angenommen haben. Bei einer Durchsuchung im Rahmen jener Ermittlungen stießen die Behörden auf Funde, die das jetzt laufende Spionageverfahren erst ins Rollen brachten.


Politik verlangt lückenlose Aufklärung

Die Reaktionen aus der Politik kamen prompt und scharf. Der Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz, der auch dem parlamentarischen Geheimdienstkontrollgremium angehört, sprach gegenüber dem "Spiegel" von einer "eisenharten und abgründigen Geschichte" und forderte eine vollständige Aufarbeitung der Vorwürfe. Den mutmaßlich entstandenen nachrichtendienstlichen Schaden gelte es schnell zu beziffern, so von Notz. Der Grünen-Politiker nutzte den Fall zugleich für eine grundsätzliche Forderung: Frühere Geheimnisträger der Bundesrepublik sollten solche Lobbytätigkeiten nach ihrer Amtszeit generell verboten bekommen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Spiegel: "Ex-BND-Chef Hanning unterhielt Kontakte zu chinesischem General"

Tagesschau: "Ermittler nehmen Ex-BND-Chef Hanning fest"

Nachrichtenagentur dpa

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