Konflikt zwischen Budapest und Kiew

Orbán spricht von Drohungen gegen seine Familie im Ukraine-Streit

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

:newstime

Ukraine setzt auf Frauen im Militär

Videoclip • 01:54 Min • Ab 12


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Ungarns Ministerpräsident Orbán wirft der Ukraine vor, seine Familie bedroht zu haben. Die Vorwürfe fallen mitten in einen eskalierenden politischen Streit zwischen Budapest und Kiew. Kritiker:innen vermuten, dass der Konflikt im Wahlkampf bewusst zugespitzt wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán spricht von Drohungen gegen seine Familie aus der Ukraine.

  • Der Streit zwischen Budapest und Kiew hat sich in den vergangenen Tagen stark verschärft.

  • Kritiker:innen vermuten, dass der Konflikt im ungarischen Wahlkampf politisch genutzt wird.

Der Konflikt zwischen Ungarn und der Ukraine hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Ministerpräsident Viktor Orbán behauptet, ukrainische Akteur:innen hätten Drohungen gegen ihn und seine Familie ausgesprochen. Während beide Seiten schwere Vorwürfe austauschen, vermuten Beobachter:innen, dass die zunehmende Konfrontation auch mit dem bevorstehenden Wahltermin in Ungarn zusammenhängt.

Orbán spricht von Bedrohung seiner Familie

Der ungarische Ministerpräsident und Familienvater Viktor Orbán veröffentlichte ein emotionales Video auf seinem eigenen Instagram-Account. Darin ist er zu sehen, wie er offenbar mit seinen Töchtern telefoniert und auf die angeblichen Drohungen aus der Ukraine reagiert.

Orbán sagte: "Ich bin mir sicher, dass ihr in den Nachrichten sehen werdet, dass die Ukrainer nicht nur mich, sondern auch euch bedroht haben." Weiter fügte er hinzu: "Meine Kinder und meine Enkel … Wir müssen das ernst nehmen, aber wir dürfen keine Angst haben."

Auslöser der Aussagen war offenbar ein Interview des ehemaligen ukrainischen Politikers Hrihoriy Omelchenko. Der frühere Mitarbeiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes hatte angedeutet, dass Bürgerwehren den ungarischen Regierungschef verfolgen könnten, sollte er seine Haltung gegenüber der Ukraine nicht ändern.

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Auslöser: Interview eines ehemaligen ukrainischen Politikers

Auslöser für Orbáns Aussagen war offenbar ein Interview des ehemaligen ukrainischen Abgeordneten und Ex-SBU-Offiziers Hryhoriy Omelchenko bei dem ukrainischen Sender Pryamy TV. Omelchenko soll sich darin drastisch über Orbán und seine Haltung gegenüber der Ukraine äußern. Laut Medienberichten sagte er unter anderem, man wisse, "wo Orbán lebt, wo er seine Nächte verbringt … und wen er trifft", und deutete an, dass Orbán Konsequenzen drohten, falls er seine anti‑ukrainische Haltung nicht ändere. Außerdem fügte er hinzu, Orbán solle "an seine fünf Kinder und sechs Enkelkinder denken", berichtet "The Guardian"

Es handelt sich dabei nicht um ein offizielles Statement der ukrainischen Regierung, sondern um die Äußerungen einer marginalen, politisch umstrittenen Figur in einer TV-Sendung. Diese Einordnung ist wichtig, um den Kontext der Drohungen korrekt darzustellen.


Politischer Streit eskaliert vor der Wahl

Parallel zum persönlichen Schlagabtausch verschärft sich auch der diplomatische Konflikt zwischen beiden Ländern. Ungarn hatte zuletzt weitere EU-Sanktionen gegen Russland blockiert und sich gegen ein neues milliardenschweres Hilfspaket für die Ukraine gestellt.

Für zusätzliche Spannungen sorgte, laut "The Guardian", zudem ein Vorfall mit einem ukrainischen Transportkonvoi. Ungarische Anti-Terror-Einheiten stoppten zwei gepanzerte Fahrzeuge der ukrainischen Staatsbank, beschlagnahmten Bargeld und Gold und nahmen sieben ukrainische Begleiter fest. Budapest vermutete Geldwäsche, während Kiew von einer regulären staatlichen Geldüberführung sprach.

Die ukrainische Regierung warf den ungarischen Behörden anschließend vor, während der Festnahme "psychischer und physischer Druck" auf die Männer ausgeübt zu haben. Ungarns Außenminister Péter Szijjártó wies diese Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als "ziemlich erbärmlich".

Beobachter:innen sehen den eskalierenden Ton auch im Zusammenhang mit der bevorstehenden Parlamentswahl am 12. April. In Umfragen liegt Orbán deutlich hinter seinem Herausforderer Péter Magyar. Der Regierungschef versucht deshalb verstärkt, sich als neutraler "Friedenskandidat" im Ukrainekrieg darzustellen.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenseite "The Guardian": "Hungary’s Orbán claims Ukrainians 'threatened' his family as election campaign ramps up"

Instagram-Account von Viktor Orbán

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