Faschismus-Vorwurf
"No Kings": Landesweit Proteste in den USA gegen Trump
Veröffentlicht:
von dpa:newstime
Energiekrise setzt Trump unter Druck
Videoclip • 01:36 Min • Ab 12
Unter dem Motto "No Kings" sind in Washington Zehntausende Menschen gegen die Politik von US-Präsident Trump auf die Straße gegangen. Weitere Proteste mit Millionen Teilnehmer:innen sind angekündigt.
Das Wichtigste in Kürze
In der US-Hauptstadt Washington haben am Samstag (28. März) Zehntausende gegen die Politik von Donald Trump protestiert.
In allen Bundesstaaten sind "No Kings"-Demonstrationen angemeldet.
Auch in Deutschland kam es zu Soldaritätsbekundungen.
Kein Krieg gegen den Iran, keine Razzien in US-Städten, kein neuer Ballsaal am Weißen Haus: In den USA sind in zahlreichen Städten Bürger:innen gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "No Kings" ("Keine Könige") waren nach Angaben der Veranstalter am Samstag (28. März) Proteste in allen 50 Bundesstaaten geplant - und auch international formierte sich Widerstand, auch in mehreren deutschen Städten. Demonstrierende forderten die Absetzung und Verhaftung Trumps.
Insgesamt neun Millionen Menschen zu Demos erwartet
In der US-Hauptstadt Washington zogen am Morgen nach Beobachtung einer dpa-Reporterin geschätzt Zehntausende Demonstrierende, darunter auch zahlreiche ältere Menschen, über die Memorial Bridge in Richtung Innenstadt.
Die Organisatoren, ein Bündnis verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen, erwarteten Medienberichten zufolge landesweit etwa 3.000 Kundgebungen mit insgesamt rund neun Millionen Teilnehmer:innen. Sie sprachen von einer der größten Protestmobilisierungen in der Geschichte des Landes - unabhängig überprüft sind die Zahlen bislang nicht. Bereits im vergangenen Jahr hatten ähnliche Aktionen jedoch schon Millionen Menschen auf die Straße gebracht.
Sprechchöre gegen "Faschisten im Weißen Haus"
In Sprechchören warnten die Demonstrant:innen in Washington vor "Faschisten im Weißen Haus". Einer Pappfigur, die Trumps Vizestabschef und rechten Hardliner Stephen Miller darstellen sollte, hing das Namensschild "Adolf" für Adolf Hitler um.
Viele kamen, um auch international ein Zeichen zu setzen. Eine Demonstrantin, die gegen Trumps Pläne einer vorübergehenden Schließung des berühmten Washingtoner Kulturhauses Kennedy Center auf die Straße ging, sagte der dpa, die Leute in Deutschland sollten sehen, dass es in Amerika Protest gegen die Trump-Regierung gebe.
Minnesota als Zentrum der "No Kings"-Proteste
Als zentrale Veranstaltung der landesweiten Proteste gilt eine Großkundgebung in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota, wo am Nachmittag (Ortszeit) bis zu 100.000 Teilnehmer:innen erwartet werden. Hintergrund sind unter anderem umstrittene Einsätze von Bundesbehörden im Zuge verschärfter Maßnahmen gegen Migrant:innen, die in der Region zuvor zu wochenlangen Protesten geführt hatten. Bei den Einsätzen kamen auch zwei US-Bürger:innen durch Schüsse von Bundesbeamten ums Leben.
Zu den angekündigten Teilnehmern in St. Paul zählen prominente Unterstützer:innen aus Kultur und Politik, darunter der Musiker Bruce Springsteen und die Sängerin Joan Baez sowie die Schauspielerin Jane Fonda. Auch der unabhängige Senator Bernie Sanders sowie weitere Aktivist:innen und Politiker:innen werden erwartet.
US-Administration kritisiert "kleine linke" Gruppe
Auch in zahlreichen weiteren Städten – von großen Metropolen bis hin zu kleineren Orten – waren Demonstrationen geplant oder bereits angelaufen. Nach Angaben der Organisatoren in US-Medienberichten stammt ein großer Teil der Anmeldungen auch aus konservativ geprägten ländlichen Regionen und Vororten, nicht nur aus klassischen Hochburgen der Demokraten.
Das Weiße Haus kritisierte die Proteste. Eine Sprecherin bezeichnete die Veranstaltungen laut Medienberichten vorab als Treffen einer kleinen, von linken Netzwerken unterstützten Gruppe ohne breite Unterstützung in der Bevölkerung.
Soldaritätsbekundungen in Deutschland
Auch außerhalb der USA gab es Solidaritätskundgebungen. In Deutschland fanden unter anderem Demonstrationen in Hamburg, München, Frankfurt am Main und Düsseldorf statt. Auf Plakaten warfen einige hundert Demonstrant:innen in Berlin Trump Angriffe auf die Demokratie vor, kritisierten die Einwanderungsbehörde ICE oder forderten die vollständige Freigabe der sogenannten Epstein-Akten, die sich um den Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein drehen. In München versammelten sich nach Polizeiangaben bis zu 600 Menschen auf dem Odeonsplatz. In Frankfurt kamen nach dpa-Informationen rund 120 Teilnehmer:innen zusammen.
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