Umweltfolgen im Iran-Krieg

Nach Angriff auf Tanker: Ölpest erreicht Emirate

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von Damian Rausch

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Iran trifft wichtige Pipeline in Saudi-Arabien (12.09.2026)

Videoclip • 01:40 Min • Ab 12


Eine Ölpest im Persischen Golf hat die Küste der Vereinigten Arabischen Emirate erreicht. Mehrere Strände wurden geschlossen, während Einsatzkräfte versuchen, die Verschmutzung einzudämmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Ras al-Chaima und Umm al-Kuwain wurden Strände wegen einer Ölpest geschlossen.

  • Analysten bringen die Verschmutzung mit dem Tanker "Gem No. 2" in Verbindung.

  • Eine Studie zeigt, dass die Ölverschmutzung im Persischen Golf seit Beginn des Iran-Kriegs stark zugenommen hat.

Eine Ölpest im Persischen Golf sorgt in den Vereinigten Arabischen Emiraten für weitreichende Einschränkungen. In Ras al-Chaima wurden alle Strände bis auf Weiteres geschlossen. Zuvor waren bereits sämtliche Strände und Küstenbereiche rund um Umm al-Kuwain vorübergehend gesperrt worden. In Schardscha wurde zudem der Strand Al Hamriyah vorsorglich geschlossen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Das Ministerium für Klimawandel und Umwelt der Emirate bestätigte, dass Öl aus einem Tanker die Küste von Umm al-Kuwain erreicht hat. Laut Reuters wurden umgehend Maßnahmen eingeleitet, um das Öl einzudämmen und betroffene Gebiete zu reinigen. Gleichzeitig laufen Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Meeres- und Küstengebiete. Fischer und andere Menschen auf See wurden aufgefordert, die betroffenen Bereiche zu meiden.

Bereits vor der offiziellen Bestätigung hatten Bewohner in mehreren Emiraten einen auffälligen Geruch nach Treibstoff oder Gas gemeldet. Dem Umweltministerium zufolge steht dieser mit dem Ölteppich in Verbindung. Eine unmittelbare Gesundheitsgefahr durch den Geruch bestehe nach Einschätzung der Behörde allerdings nicht. Auch "The National" berichtet von entsprechenden Meldungen aus Schardscha, Adschman und Umm al-Kuwain.

Das Öl eines Tankers wurde bis an die emiratischen getragen.

Bild: UGC/AP/dpa



Analysten bringen Tanker "Gem No. 2" mit Ölpest in Verbindung

Welcher Tanker für die Verschmutzung verantwortlich ist, haben die Behörden der Emirate bislang nicht offiziell mitgeteilt. Auch zur genauen Ursache des Ölaustritts machten sie zunächst keine Angaben. Analysten bringen jedoch den Tanker "Gem No. 2" mit dem Vorfall in Verbindung.

Martin Kelly vom Analyseunternehmen Orbital Risk Intelligence sagte Reuters, das Öl stamme von der "Gem No. 2". Satellitenaufnahmen vom 19. und 21. Oktober zeigten dem Bericht zufolge einen größeren Ölteppich in unmittelbarer Nähe des Schiffes. Ein Forscher des Conflict and Environment Observatory schätzte die sichtbare Fläche auf rund 160 Quadratkilometer.

Nach Angaben von Reuters war die "Gem No. 2" bereits am 9. Oktober von einem nicht identifizierten Projektil getroffen worden. Dabei war an Bord ein Feuer ausgebrochen, das später gelöscht werden konnte. Wer für den Angriff verantwortlich war, ist bislang nicht geklärt.

"The National" berichtet unter Berufung auf internationale Schifffahrtsorganisationen ebenfalls, dass die rund 330 Meter lange "Gem No. 2" Anfang Oktober getroffen worden sei. Damals seien 22 indische Seeleute von dem Schiff gerettet worden.


Strömung treibt Öl in Richtung Küste

Besondere Sorge bereitet die weitere Ausbreitung der Verschmutzung. Nach Angaben des von Reuters zitierten Schifffahrtsdatenanbieters Windward wurde etwa 25 Kilometer vor Umm al-Kuwain Öl entdeckt. Strömungsmodelle zeigten, dass sich der Ölteppich in südwestlicher Richtung auf die Küste zubewegen könnte.

Windward warnte demnach auch vor möglichen Auswirkungen auf Meerwasserentsalzungsanlagen und Häfen in Schardscha und Adschman. Das ist für die Emirate besonders relevant, da ein großer Teil des Trinkwassers durch Meerwasserentsalzung gewonnen wird und zahlreiche wichtige Industrieanlagen direkt an der Küste liegen.

Experten warnen vor langfristigen Umweltschäden

Die Küstenregion des Persischen Golfs bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen empfindlichen Lebensraum. Besonders Mangroven, Wattflächen, Korallenriffe und Seegraswiesen könnten bei einer stärkeren Verschmutzung gefährdet sein.

Der Meeresforscher John Burt von der New York University Abu Dhabi erklärte gegenüber "The National", dass eine schnelle Eindämmung entscheidend sei. Erreiche das Öl die Küste, könnten die Sanierungsarbeiten teuer und langwierigwerden. Eine vollständige Erholung könne bei schweren Verschmutzungen Jahre dauern.

Auch die regionale Geografie erschwert die Situation. Inesaf Benzaki von Greenpeace Middle East and North Africa erklärte gegenüber "The National", dass der Persische Golf nur einen begrenzten Wasseraustausch mit dem offenen Ozean habe. Schadstoffe könnten dadurch länger in der Region verbleiben.

Wie groß die ökologischen Schäden durch die aktuelle Ölpest letztlich sein werden, ist noch offen. Die Behörden setzen ihre Untersuchungen und Reinigungsarbeiten fort. Für die geschlossenen Strände in Ras al-Chaima wurde bislang kein Termin für eine Wiedereröffnung genannt.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur Deutsche Presse-Agentur

Nachrichtenagentur Reuters

The National: "UAE oil spill: Ras Al Khaimah closes all beaches 'until further notice'"

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