Huthi-Angriff

Saudi Aramco unter Beschuss: Feuer am Herzstück des saudischen Öl-Imperiums

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von Emre Bölükbasi

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Huthis bekennen sich zu Raketen auf Riad (11. Oktober)

Videoclip • 01:01 Min • Ab 12


Die Huthi-Miliz aus dem Jemen hat ihr Drohwort wahr gemacht – und die Zentrale des weltbedeutenden Ölkonzerns Aramco direkt ins Visier genommen. Im Osten Saudi-Arabiens brennt es.

Der Angriff traf eines der mächtigsten Wirtschaftsunternehmen der Welt an seiner empfindlichsten Stelle: Am Hauptsitz von Saudi Aramco in der Metropolregion Dammam – dem Nervenzentrum der saudischen Ölproduktion und des Exports – brach nach einem mutmaßlichen Huthi-Angriff ein Feuer aus.

Das saudische Energieministerium bestätigte den Vorfall, sprach jedoch von einem "begrenzten Brand" und versicherte, niemand sei verletzt worden. Das saudische Militärbündnis erklärte, eine eingehende Rakete der Miliz sei abgefangen und zerstört worden – dennoch hinterließ der Angriff sichtbare Spuren.

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Drohung wurde zur Realität

Noch am Dienstag (13. Oktober) hatte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari öffentlich die Koordinaten saudischer Ziele veröffentlicht – darunter ausdrücklich das Aramco-Hauptquartier in Dammam. Die Botschaft dahinter war unmissverständlich: Sollte Saudi-Arabien die jemenitische Hauptstadt Sanaa angreifen, würden Ölinfrastruktur und Flughäfen in Saudi-Arabien attackiert. Genau das geschah.

Sari reklamierte den Angriff für sich und erklärte, seine Bewegung habe mehrere Ziele mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern attackiert. Weitere Angriffe auf saudische Flughäfen und Energieanlagen kündigte er ausdrücklich an.


Riad im Fadenkreuz – Trümmer treffen Wohnhäuser

Parallel dazu meldete der saudische Zivilschutz, in der Nacht auf Mittwoch (14. Oktober) seien zwei Marschflugkörper über der Hauptstadt Riad abgefangen worden. Herabfallende Trümmerteile verletzten vier Menschen und beschädigten 15 Häuser. Die Ölpreise reagierten unmittelbar: Brent-Rohöl verteuerte sich auf über 106 US-Dollar je Barrel – ein Plus von mehr als 70 Prozent seit Jahresbeginn. Analyst:innen der Bank Morgan Stanley hoben ihre Preisprognosen an.

Saudi Aramco ist als staatlicher Ölkonzern des Königreichs einer der wertvollsten Konzerne weltweit. Von Dammam aus werden Förderung und Export des schwarzen Goldes gesteuert – ein Ausfall hätte globale Konsequenzen. Bereits in der Vergangenheit hatten Angriffe auf Aramco-Anlagen die Weltmarktpreise in die Höhe getrieben.

Humanitäre Katastrophe im Hintergrund

Während die Nachrichten aus Dammam und Riad die Schlagzeilen dominieren, spitzt sich die Lage im Jemen weiter zu. Nahezu 200.000 Menschen wurden durch die jüngsten Gefechte vertrieben. Mehr als 18 Millionen Jemeniten haben nach UN-Angaben nicht genug zu essen, 800.000 Menschen sind von humanitärer Versorgung abgeschnitten. Der Brand an der Aramco-Zentrale ist auch das Spiegelbild eines Konflikts, dessen menschliche Kosten täglich steigen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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