In Sibirien
Mit Autobombe: Ukraine-Geheimdienst tötet offenbar russischen Kriegsverbrecher
Veröffentlicht:
von Joachim VonderthannDie Ukraine hat nach eigenen Angaben in Sibirien ein Mitglied der russischen Omon-Einheit der Nationalgarde, das an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen sein soll, getötet.
Bild: Sergey Petrov/NEWS.ru/IMAGO
Er soll schwere Kriegsverbrechen bei Kiew begangen haben: Jetzt ist der russische Offizier der Nationalgarde bei einer Explosion in Sibirien offenbar ums Leben gekommen.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Mitglied der russischen Omon-Einheit wurde bei einer Autoexplosion in Sibirien getötet.
Die Einheit steht unter Verdacht, an Kriegsverbrechen während des Angriffs auf Kiew beteiligt gewesen zu sein.
Eine Beteiligung des ukrainischen Geheimdienstes liegt nahe, ist aber nicht bestätigt.
Ein ranghohes Mitglied der russischen Omon-Einheit der Nationalgarde ist nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR bei einer Explosion getötet worden. Der Vorfall ereignete sich demnach in der Region Kemerowo im Westen Sibiriens. Auf einem vom HUR auf Telegram veröffentlichten Video ist zu sehen, wie das Fahrzeug des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Veniamin Mazzherin in die Luft fliegt. Die Angaben konnten bisher nicht unabhängig überprüft werden. Von russischer Seite lag keine Stellungnahme vor, wie CNN berichtet.
Mitglied der russischen Omon-Einheit stirbt in Sibirien bei Auto-Explosion
Die Omon-Einheit war Teil des russischen Militärs, das zu Beginn der Invasion der Ukraine im Frühjahr 2022 am Angriff auf die Hauptstadt Kiew beteiligt war. Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hatte bereits Verfahren gegen Mitglieder dieser Einheit eingeleitet. Ihnen wird vorgeworfen, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Laut HUR hatte der Militärgeheimdienst die beteiligten Personen bereits im April 2022 identifiziert und Maßnahmen geplant, um diese "gerecht zu bestrafen".
Ukrainischer Geheimdienst hüllt sich in Schweigen
Der ukrainische Geheimdienst hat keine direkte Verantwortung für die Explosion übernommen, wie t-online berichtet. In einer Mitteilung erklärte HUR jedoch: "Der Militärgeheimdienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums erinnert daran, dass jedes gegen das ukrainische Volk begangene Kriegsverbrechen gerechte Vergeltung erfahren wird."
Butscha bei Kiew Symbol für Moskaus Kriegsverbrechen
Der Angriff auf Kiew durch russische Truppen konnte damals von ukrainischen Streitkräften erfolgreich abgewehrt werden. Nach dem Rückzug der russischen Soldaten wurden jedoch schwerwiegende Kriegsverbrechen in den befreiten Gebieten bekannt. Besonders die Stadt Butscha wurde zum Symbol für diese Verbrechen. Dutzende Zivilist:innen wurden dort tot aufgefunden – viele mit gefesselten Händen. Ein Bericht der Vereinten Nationen bestätigte später den Tod zahlreicher Zivilist:innen und dokumentierte die Gräueltaten in der Region.
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Verwendete Quellen:
CNN: "Ukraine says it killed Russian officer in Siberia using car bomb"
t-online: "Geheimdienst-Operation – Explosion tötet russischen Offizier"
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