Nach Großbrand

Merz besucht Hürtgenwald und warnt vor Folgen des Klimawandels

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

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Nach Kritik: Merz reist ins Brandgebiet

Videoclip • 01:44 Min • Ab 12


Nach seinem Sommerurlaub reist Friedrich Merz ins Waldbrandgebiet im Hürtgenwald. Dort dankt der Kanzler den Einsatzkräften, spricht über den Klimawandel – und wird mit Protesten empfangen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Friedrich Merz besucht nach seinem Sommerurlaub das Waldbrandgebiet im Hürtgenwald.

  • Der Kanzler führt den Großbrand auf den Klimawandel zurück und warnt vor ähnlichen Ereignissen.

  • Bei dem Feuer wurden bis zu 400 Hektar Wald beschädigt, rund 1.800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Verkohlte Waldflächen, gesperrte Wege und die Spuren eines tagelangen Großeinsatzes: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das inzwischen gelöschte Waldbrandgebiet im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald besucht. Für den Kanzler zeigt der Brand auch, worauf sich Deutschland künftig einstellen muss.

"Wir müssen damit rechnen, dass wir häufiger solche Ereignisse haben. Das ist Klimawandel", sagte Merz im besonders stark betroffenen Ortsteil Gey. An Menschen, die den Klimawandel leugnen, richtete er eine klare Botschaft: "Schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist." Deutschland müsse versuchen, den Klimawandel zurückzudrängen, sich gleichzeitig aber stärker auf dessen Folgen vorbereiten. Dabei sieht Merz Bund, Länder und Kommunen in der Verantwortung.

Proteste begleiten Besuch von Friedrich Merz

Für Merz war die Reise in den Hürtgenwald der erste öffentliche Termin nach seinem Sommerurlaub. Sein Besuch wurde von Protesten begleitet. Rund zwei Dutzend Demonstrant:innen machten sich mit Pfiffen, Rufen und Plakaten bemerkbar. Unter anderem war darauf zu lesen: "Der Wald brennt und Friedrich pennt". Merz reagierte auf die Kritik deutlich: "Ich lasse mich von denen, die rumschreien, nicht beeindrucken."

Auch die Frage, warum der Kanzler erst nach Abschluss der Löscharbeiten in das Gebiet reiste, kam auf. Merz erklärte, er habe bereits zuvor angeboten, in die Region zu kommen. Landrat Ralf Nolten (CDU) habe ihn jedoch gebeten, damit zu warten.

Der Grund: Ein Kanzlerbesuch während des laufenden Einsatzes hätte Kräfte gebunden. Nolten schilderte seine Antwort an Merz so: "Wenn Sie ins Einsatzgebiet reinfahren, dann können wir zwei, drei Stunden nicht löschen."


Merz dankt rund 1.400 Einsatzkräften

Im Mittelpunkt des Besuchs standen auch die zahlreichen Helfer:innen. Zeitweise waren rund 1.400 Menschen mit der Bekämpfung des Feuers beschäftigt – darunter Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Bundeswehr sowie Helfer:innen aus der Land- und Forstwirtschaft.

Merz würdigte deren Zusammenarbeit: "Ohne die Zusammenarbeit zwischen allen diesen Beteiligten wäre das nicht so glimpflich ausgegangen."

Um die Flammen einzudämmen, setzte die Feuerwehr unter anderem Gegenfeuer ein. Bergepanzer der Bundeswehr schlugen bis zu 15 Meter breite Schneisen in den Wald. Zeitweise waren bis zu elf Löschhubschrauber gleichzeitig unterwegs.

Rund 1.800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen

Das Feuer war in der vergangenen Woche aus bislang ungeklärter Ursache ausgebrochen. Menschliches Fehlverhalten gilt als mögliche Ursache. Zeitweise kamen die Flammen bis auf 250 Meter an Grundstücke heran. Rund 1.800 Bewohner:innen von Gey mussten deshalb vorsorglich ihre Häuser verlassen. Zwei Tage später konnten sie zurückkehren.

Nach Angaben des NRW-Landesbetriebs Wald und Holz wurden durch das Feuer rund 300 bis 400 Hektar Wald verbrannt oder beschädigt. Inzwischen ist der Brand gelöscht, das betroffene Waldgebiet bleibt jedoch gesperrt.


Nach dem Brand soll der Einsatz ausgewertet werden

Nach dem Großeinsatz will Friedrich Merz nun Konsequenzen ziehen. "Wir werden auswerten, was hier gut gelaufen ist, aber wir werden auch auswerten, was noch fehlt", kündigte der Kanzler an.

Verbesserungsbedarf sieht er unter anderem bei den Kommunikationsverbindungen. Auch das Bundeskabinett soll sich mit der Frage beschäftigen, wie Deutschland künftig besser auf Großschadensereignisse vorbereitet werden kann.

Eine zusätzliche Herausforderung im Hürtgenwald ist bis heute die Belastung mit Weltkriegsmunition. Das Gebiet war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen.

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