"Markus Lanz"

Markus Lanz verliert in Diskussion mit AfD-Mann die Fassung: "Wir machen Bullshit-Talk!"

Aktualisiert:

von Natascha Wittmann

:newstime

Markus Lanz spricht über psychische Probleme

Videoclip • 01:11 Min • Ab 12


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Bei "Markus Lanz" geriet AfD-Politiker Markus Frohnmaier mit einer Aussage zur deutschen Identität in die Kritik. In der Debatte über die deutsche Erinnerungskultur lieferte er sich ein hitziges Wortgefecht mit ZDF-Moderator Markus Lanz und Journalist Frederik Schindler.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz zeigte sich, wie sehr der Iran-Krieg politische Lager spaltet.

  • AfD-Mann Markus Frohnmaier lavierte bei der Bewertung der US-Angriffe.

  • SPD-Politiker Adis Ahmetovic sprach offen von Kriegsverbrechen – und übte Druck auf Kanzler Merz aus.

Der Irankrieg spaltet allem Anschein auch Parteien wie die AfD wie selten zuvor. Während Teile der Partei weiter mit der MAGA-Bewegung sympathisieren, setzt die Fraktionsführung eher auf Distanz. Diese Bruchlinien schimmerten auch bei "Markus Lanz" durch - vor allem im Schlagabtausch zwischen dem ZDF-Moderator und AfD-Mann Markus Frohnmaier. Ausgangspunkt war Frohnmeiers Einordnung der US-Militärschläge. Als der AfD-Mann deren Präzision betonte, hielt Lanz dagegen und verwies auf zivile Schäden - unter anderem die Zerstörung einer iranischen Mädchenschule.

Frohnmaier blieb jedoch auf Konfrontationskurs und sagte: "Ich habe so den Eindruck, dass manchmal ein Stück weit verniedlicht wird, (...) wie dieses Regime in den letzten Jahren auch Nachbarländer attackiert hat." Lanz stellte klar: "Ich verniedliche hier gar nichts!" Frohnmaier antwortete knapp: "Gut, dann sind wir uns da ja einig an der Stelle." Doch Lanz bremste sofort: "Wir sind uns da nicht einig, wenn es um die Legende der vermeintlich präzisen Angriffe geht!" Der ZDF-Moderator fragte direkt: "Waren das Kriegsverbrechen?" Markus Frohnmaier wich jedoch aus: "Wenn Sie zivile Infrastruktur zerstören, dann handelt es sich um Kriegsverbrechen."


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SPD-Politiker nimmt Friedrich Merz wegen Iran-Krieg in die Pflicht

Damit gab sich Lanz nicht zufrieden. Er wollte erneut wissen: "Waren das dann Kriegsverbrechen?" Frohnmaier blieb vorsichtig: "Wenn Sie das auf der russischen Seite so qualifizieren, dann auch auf der anderen. Da muss man schon konsequent sein." SPD-Politiker Adis Ahmetovic ging derweil deutlich weiter: "Es wurden Brücken zerstört. Es wurde eine Mädchenschule zerstört. (...) Das sind nichts anderes als Kriegsverbrechen!" Außerdem unterstellte er Frohnmaier eine gewisse Zurückhaltung, "weil es natürlich den engen Draht zur MAGA-Bewegung gibt. (...) Man würde sich quasi einen engen Freund kaputt machen".

Frohnmaier wies dies kopfschüttelnd zurück: "Partnerschaft zeichnet sich dadurch aus, dass Partner nicht immer einer Meinung in der Bewertung eines Sachverhalts sein müssen." Ahmetovic blieb dennoch bei seiner Generalabrechnung: "Dieser Krieg war, ist und bleibt falsch. Donald Trump hat sich verkalkuliert und verzockt. Das sehen wir jetzt sehr deutlich. (...) Er hat nichts hinbekommen außer der gesamten Weltwirtschaft zu schaden." Seine klare Forderung an Bundeskanzler Friedrich Merz lautete: "Ich möchte, dass die Bundesregierung sehr deutlich sagt, dass es ein illegaler Krieg ist."

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Lanz setzt AfD-Mann unter Druck - doch der weicht nur aus

Später versuchte Frohnmaier, die AfD-Außenpolitik als besonders gesprächsoffen darzustellen: "Wir sind in der Lage, mit allen zu sprechen. Und das ist etwas, was unsere Außenpolitik auszeichnet, weil sie von Deutschland her denkt." Lanz konfrontierte ihn daraufhin mit einer früheren Aussage, die er im Rahmen eines Gala-Dinners der "jungen Republikaner" in New York getätigt haben soll: "'Die Tage, an denen wir uns für unser Erbe entschuldigt haben, sind vorbei'. Was meinen Sie damit?"

Frohnmaier setzte an: "Es ist ja mittlerweile so, dass man (...) sich dafür rechtfertigen muss, wenn man einen positiven Bezug zum eigenen Land hat." Für Lanz war das der Punkt, an dem die Debatte endgültig kippte: "Das ist doch Quatsch, Herr Frohnmaier!" Er bohrte nach: "Welches Erbe meinen Sie?" Frohnmaier blieb unkonkret: "Ich finde, Deutschland ist ein großartiges Land mit einer großartigen Historie und Geschichte." Gleichzeitig verwies er auf die Schattenseiten und sagte, dass es "leider auch einen negativen Teil der deutschen Geschichte" gebe, "aber ich möchte mich nicht dafür schämen müssen, Deutscher zu sein".

Journalist Frederik Schindler hielt dagegen, es gehe "offensichtlich um den Nationalsozialismus". Frohnmaier sagte "Nein" und geriet bei Lanz' Nachfragen weiter ins Straucheln: "Beispielsweise müssen sich alte weiße Männer dafür entschuldigen, dass sie alt sind und weiße Männer sind." Lanz platzte der Kragen: "Wir machen jetzt hier wirklich richtig Bullshit-Talk, Herr Frohnmaier!" Er fragte streng: "Welches Erbe meinen Sie genau?" Frohnmaier wich jedoch erneut aus: "Diese Extreme, die wir erleben von der internationalen Linken, die finde ich beispielsweise völlig überzogen und damit kann ich nichts anfangen." Eine Aussage, die Lanz schließlich wütend als "Kulturkampf-Quatsch" abtat.


Verwendete Quellen:

ZDF

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