Nahost-Konflikt

Konflikt eskaliert: Iran greift Tanker an, USA bombardieren

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

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Weitere US-Angriffe auf den Iran

Videoclip • 33 Sek • Ab 12


Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich erneut zu: Während Washington weitere Angriffe fliegt und eine Seeblockade ankündigt, beschießt Teheran Tanker in der Straße von Hormus. Die Spannungen in der Golfregion nehmen weiter zu.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA setzen ihre Angriffe auf Ziele im Iran fort und verschärfen den Druck auf Teheran.

  • Der Iran griff zwei Tanker in der Straße von Hormus an, dabei gab es Tote und Verletzte.

  • Die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts in der Golfregion wächst.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran um die strategisch wichtige Straße von Hormus verschärft sich erneut. Während das US-Militär weitere Angriffe auf Ziele im Iran fliegt, hat Teheran zwei Tanker in der Meerenge mit Marschflugkörpern attackiert. Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate wurde dabei ein indisches Besatzungsmitglied getötet, acht weitere Menschen wurden verletzt.

Trump kündigt neue Seeblockade an

US-Präsident Donald Trump kündigte eine Verschärfung des militärischen Vorgehens an. Neben weiteren Luftangriffen soll eine Seeblockade gegen Schiffe gelten, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Nach Angaben des US-Militärs tritt die Maßnahme am Dienstagabend (14. Juli) in Kraft. Die Ankündigung ließ die Ölpreise erneut steigen.

In einem Radiointerview stellte Trump außerdem einen möglichen Angriff auf die tief im iranischen Landesinneren gelegene Anlage "Pickaxe Mountain" in Aussicht. Über den Zweck des Komplexes wird seit Längerem spekuliert. Wegen seiner Nähe zur Atomanlage Natans vermuten Expert:innen dort unter anderem eine geheime Urananreicherungsanlage. Trump bezeichnete das Gebiet als mögliches Ziel eines "großen" Angriffs, der "relativ bald" erfolgen könne.


Mehrere Explosionen im Iran gemeldet

Unterdessen erklärte das US-Militär seine dritte nächtliche Angriffswelle in Folge für beendet. Iranische Medien berichteten zuvor über Explosionen auf der Insel Kisch, in der Hafenstadt Buschehr, auf der Insel Qeschm sowie im Raum Bandar Abbas.

Iran beschießt Tanker in der Straße von Hormus

Als Reaktion griff der Iran zwei Tanker der Vereinigten Arabischen Emirate an, die sich nach emiratischen Angaben auf einer südlichen Route innerhalb omanischer Hoheitsgewässer befanden.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, die Schiffe seien auf einer "illegalen Route" unterwegs gewesen. Zudem hätten sie ihre Navigationssysteme abgeschaltet und Warnungen der Sicherheitskontrollstelle für die Straße von Hormus ignoriert. Daraufhin seien die Tanker beschossen und manövrierunfähig gemacht worden.

Bereits vor rund einem Monat hatte das US-Militär nach eigenen Angaben einen Tanker im Golf von Oman angegriffen, der iranisches Öl transportieren sollte. Dabei kamen nach Angaben der indischen Regierung drei indische Besatzungsmitglieder ums Leben.


Erneut Alarm in Bahrain

Auch im Golfstaat Bahrain, einem Verbündeten der USA, heulten erneut die Alarmsirenen. Das Innenministerium forderte die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren und Schutz zu suchen. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Bahrain und Kuwait waren zuletzt mehrfach Ziel iranischer Raketenangriffe.

Trump verlangt Geld für sicheren Seeweg

Die USA begründen ihre erneuten Angriffe mit dem Schutz der zivilen Schifffahrt in der Straße von Hormus. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt für Öl, Gas und Düngemittel.

Trump kündigte darüber hinaus an, die USA wollten künftig für den Schutz der Schifffahrt eine Gebühr in Höhe von 20 Prozent des jeweiligen Frachtwerts verlangen. Die Einnahmen sollten die Kosten für die militärische Sicherung der Passage decken.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi reagierte mit Spott auf die Forderung. Auf der Plattform X erklärte er zunächst, Trump habe "absolut recht". Anschließend schrieb er, derjenige, der die Sicherheit der Schiffe garantiere, solle dafür auch bezahlt werden. Iran sei seit jeher der "Wächter" der Straße von Hormus. Die geforderten 20 Prozent seien allerdings "natürlich zu viel" – man werde "fair sein".


Sorge vor weiterer Eskalation wächst

Die jüngsten Angriffe und Gegenschläge nähren die Sorge vor einer erneuten Ausweitung des Konflikts. Erst vor wenigen Tagen hatte Trump die Waffenruhe mit Teheran für beendet erklärt.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" sollen die US-Angriffe einerseits Vergeltung für iranische Attacken auf Handelsschiffe sein, andererseits Teheran zu neuen Verhandlungen bewegen. Ein umfassender Krieg werde in Washington derzeit jedoch nicht erwartet.

Für Freitagmorgen deutscher Zeit hat Trump eine Ansprache an die Nation angekündigt. Ob er sich dabei zum Konflikt mit dem Iran äußern wird, ließ er offen.

Medienberichten zufolge informierte der US-Präsident den Kongress bereits vor einigen Tagen über die Wiederaufnahme der Militärschläge. Demnach datierte er den Beginn der neuen Angriffe auf den 7. Juli. Nach seiner Rechtsauffassung könnte er damit erneut bis zu 60 Tage ohne Zustimmung des Kongresses militärisch gegen den Iran vorgehen.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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