Scharfe Reaktion der Demokraten

Jill Biden packt aus: Memoiren der ehemaligen First Lady sorgen für heftige Diskussionen

Aktualisiert:

von Oliwia Kowalak

:newstime

Trump wettert gegen Jill Biden

Videoclip • 01:30 Min • Ab 12


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Auf die Veröffentlichung der Autobiografie Jill Bidens hagelt es seitens des demokratischen Lagers heftige Kritik. Sind die Aussagen der früheren First Lady glaubwürdig?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ehefrau des Ex-US-Präsidenten Joe Biden hat am Dienstag (02.06.) ihre Memoiren "View from the East Wing" veröffentlicht.

  • Kurz zuvor sorgte die frühere First Lady für Irritationen wegen einer Aussage über den Gesundheitszustand ihres Mannes während der TV-Debatte 2024.

  • Führende Demokrat:innen reagieren skeptisch auf die Veröffentlichung und zweifeln an der Glaubwürdigkeit von Jill Bidens Darstellungen.

Es traf die Demokrat:innen wie eine Hiobsbotschaft: Als Ex-US-Präsident Joe Biden im Wahlkampf für seine zweite Amtszeit eine katastrophale TV-Debatte gegen den amtierenden Präsidenten Donald Trump ablieferte, kündigte er kurz darauf seinen Rückzug aus dem Rennen an. Schon zuvor spekulierten Medien und Kolleg:innen über den Gesundheitszustand des heute 83-Jährigen. 2025 dann die Schockdiagnose: Prostatakrebs.

Aktuell packt die frühere First Lady Jill Biden in ihrer Biografie "View from the East Wing" über den Zustand ihres Mannes nach seinem Rückzug aus und räumt beiläufig auch den einen oder anderen Fehler ein – ein "ausführliches Geständnis" nennt die Ehefrau des Ex-Präsidenten ihre 266-seitige Autobiografie.

Krebsdiagnose und die Wahl 2024: Jill Biden gesteht Sorge ein

In dem Buch beschreibt die ehemalige First Lady bereits zu Beginn, wie die Biden-Familie mit der Krebsdiagnose des Ex-Präsidenten zu kämpfen hatte. Jill Biden erklärt darin, wie sie die Anzeichen des sich verschlechternden Gesundheitszustandes ihres Mannes kurz zuvor wahrgenommen hat.

"Im Jahr vor unserem Auszug aus dem Weißen Haus begann Joe, nachts immer wieder aufzuwachen. Ich wusste, dass dieses Symptom bei Männern seines Alters häufig vorkommt", zitiert CNN aus den Memoiren. Jill Biden habe daraufhin aus Sorge den Arzt alarmiert. Nach dem Auszug aus dem Weißen Haus habe sie ihren Mann dazu ermutigt, einen Urologen in Philadelphia aufzusuchen.

Nicht nur die Biden-Familie traf die Nachricht über den Gesundheitszustand des Demokraten unverhofft. Politische Opponent:innen, darunter der Republikaner Donald Trump, verbreiteten Spekulationen und streuten Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Nachricht. "Ich würde gerne wissen, wie Dr. Jill Biden Krebs im fünften Stadium übersehen hat. Oder ist dies eine weitere Vertuschung?", hieß es in einem Post via X. Die Vorwürfe des Republikaners setzten eine Welle an kursierenden Verschwörungstheorien in den sozialen Medien frei.

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Bidens TV-Debatte beschädigt Ruf der Demokraten

Denn nach dem desaströsen TV-Auftritt Bidens im Zuge seines Präsidentschaftswahlkampfes 2024 schwieg die First Lady zunächst. Sie stand zu ihrem Mann und versuchte, wie ihren Memoiren zu entnehmen ist, die Öffentlichkeit zu beruhigen. "Meine Kommentare klangen wahrscheinlich etwas zu losgelöst von dem, was die Leute gesehen haben", gestand Jill Biden ein. Auch gab Biden zu, dass die Kampagne keine ausreichenden Erklärungen zum Gesundheitszustand des Ex-Präsidenten lieferte.

Die Debatte mit den darauffolgenden Ereignissen, und dessen sind sich Demokrat:innen bewusst, beschädigte den Ruf der Demokratischen Partei in den USA schwer. Die Autobiografie der ehemaligen First Lady sei keineswegs hilfreich, die Ereignisse der Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern eher unpassend, ja sogar irreführend, kritisierten führende Demokrat:innen. "Meiner Meinung nach war sie das Hauptproblem. Sie liebte dieses Leben und wollte nicht, dass es endet", teilte John Morgan, Spendensammler des Biden-Wahlkampfs 2024, dem Magazin "The Times" mit.

Aus den Memoiren der ehemaligen First Lady lässt sich jedenfalls ihr politischer Ehrgeiz und die Leidenschaft, die sie als Beraterin ihres Mannes hatte, ablesen. Sie hob darin ihr Engagement für den Konflikt zwischen Israel und Hamas hervor oder erinnerte an den Empfang von Angehörigen der gefallenen US-Soldat:innen in Afghanistan 2021. Trotzdem beschreibt sie auch nüchtern, dass sie schnell wieder zurück auf den Boden der Tatsachen gefunden habe. Keine Begleiter mehr im Aufzug, die den Knopf drückten, und der Kaffee werde wieder von ihr selbst gekocht, schrieb sie.

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Demokraten zweifeln an Glaubwürdigkeit Jill Bidens

Die Veröffentlichung der Autobiografie von Jill Biden schlägt vor dem Hintergrund eines kurz zuvor gegebenen Interviews mit CBS News noch höhere Wellen als erwartet. Mit Blick auf das gescheiterte TV-Duell Bidens behauptete seine Frau, sie habe damals Angst um seinen Gesundheitszustand gehabt und dass er einen Schlaganfall haben könnte. Dennoch bekräftigte sie, keine Anzeichen eines kognitiven Rückgangs während der Amtsperiode ihres Mannes bemerkt zu haben.

Die Authentizität ihrer Aussagen stellt Spendensammler Morgan abermals in Frage. "Wenn man Fiktion mag, ist es gut", sagte er und ergänzte, dass die Darstellung Jill Bidens, sie hätte ihren Mann seit der Debatte nie wieder in diesem Zustand gesehen, "keinerlei Glaubwürdigkeit" besitze.

Für die Demokratische Partei wiegt der dadurch entstandene Vertrauensbruch schwer. "Was mich am meisten stört, ist nicht der zeitliche Ablauf der Ereignisse, sondern die Frage, ob die demokratischen Führer:innen nun jemals mit dem massiven Verlust an Vertrauen ins Reine kommen werden, der dadurch entstanden ist, wie all das gehandhabt wurde", kommentierte der ehemalige politische Berater Barack Obamas, Dan Pfeiffer, in seinem Podcast "Pod Save America" die Aussagen Bidens.

Rolle der First Lady eine Gratwanderung

Ihre Rolle als First Lady reflektierte Jill Biden jedoch mit aller Ernsthaftigkeit und Seriosität in ihrem Buch. First Lady zu sein, schrieb sie, könnte sich wie eine paradoxe Situation anfühlen. "Man wurde ermutigt, seine Plattform zu nutzen, um Gutes zu tun, aber nicht zu aggressiv politische Ziele zu verfolgen, damit man nicht als überambitioniert wahrgenommen wurde." Sie ergänzte: "Wenn man zu wenig über das wusste, worüber man sprach, war man eine Blamage. Wenn man zu viel wusste, versuchte man, die Welt zu regieren."

Neben den Ereignissen der Präsidentschaftskandidatur aus dem Jahr 2024 legt Jill Biden ein offenes und emotionales Zeugnis über die Schicksalsschläge ihrer Familie ab. Sie verschafft Einblicke in den Umgang mit den Suchtproblemen ihres Sohnes Hunter Biden und gewährt Einsichten in ihr Verhältnis zu der damaligen Vizepräsidentin Kamala Harris.


Verwendete Quellen:

cnn.com: "Takeaways from Jill Biden’s new memoir"

cbsnews.com: "Jill Biden says she was "frightened" by Joe Biden's 2024 debate performance, thought he was having a stroke"

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