Wegweisende Volksabstimmung

Island-Referendum: EU-Beitritt erhält klare Absage

Veröffentlicht:

von Fabia Söllner

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Stimmt Island für die Europäische Union?

Videoclip • 07:42 Min • Ab 12


Island sagt Nein zu neuen EU-Beitrittsgesprächen: Eine knappe Mehrheit der Bevölkerung stimmte dagegen – damit rückt eine Mitgliedschaft des Landes in der Europäischen Union vorerst in weite Ferne.

Das Wichtigste in Kürze

  • 52,8 Prozent der Isländer stimmten gegen neue EU-Beitrittsgespräche.

  • Ein EU-Beitritt ist damit vorerst sehr unwahrscheinlich.

  • Island bleibt jedoch wirtschaftlich eng mit der EU verbunden.

Island hat sich gegen neue Gespräche über einen möglichen EU-Beitritt entschieden. In einem Referendum stimmten 52,8 Prozent gegen die Wiederaufnahme der Verhandlungen. Vor allem die Regionen außerhalb der Hauptstadt Reykjavík gaben den Ausschlag.

Für Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir ist das Ergebnis eine politische Niederlage. Sie hatte sich für neue Gespräche mit der EU eingesetzt, kündigte aber an, die Entscheidung der Bevölkerung zu akzeptieren.

NATO bietet ausreichend Schutz?

Island hatte bereits 2009 einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt. Nach einem Regierungswechsel im Jahr 2013 wurden die Verhandlungen jedoch gestoppt. Der Antrag wurde offiziell nie zurückgezogen und bleibt deshalb zunächst bestehen.

Die Befürworter eines EU-Beitritts hofften auf mehr Sicherheit in politisch unsicheren Zeiten. Die Gegner hielten dagegen, dass die NATO-Mitgliedschaft und das Verteidigungsabkommen mit den USA ausreichenden Schutz bieten.

Wirtschaftlich ist Island bereits eng mit der EU verbunden. Als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums hat das Land Zugang zum europäischen Binnenmarkt, besitzt aber bei vielen EU-Entscheidungen kein Mitspracherecht. Besonders wichtig ist für viele Isländer die Kontrolle über die Fischerei, die zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Landes gehört.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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