Mützenich, Stegner und Co.
SPD-Politiker fordern in "Manifest" direkte Gespräche mit Russland
Aktualisiert:
von Max StrumbergerDer frühere SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich ist einer der prominentesten Unterzeichner des Papiers. (Archivbild)
Bild: Kay Nietfeld/dpa
In der SPD rumort es: Zahlreiche Parteimitglieder fordern in einem "Manifest" eine außenpolitische Kursänderung der Sozialdemokraten. Im Zuge dessen seien auch wieder direkte Gespräche mit dem Kreml notwendig.
Das Wichtigste in Kürze
Ein "Manifest" sorgt für Unruhe im politischen Berlin.
Mehrere SPD-Politiker fordern eine sofortige Kehrtwende in der Außenpolitik.
Sie positionieren sich damit nicht nur gegen den außenpolitischen Kurs der Bundesregierung.
In einem veröffentlichten "Manifest" fordern zahlreiche prominente SPD-Politiker:innen eine grundlegende Kehrtwende in der deutschen Außenpolitik. Das Dokument, auf das sich das Magazin "Stern" beruft, plädiert für direkte Gespräche mit der russischen Regierung und lehnt die Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen in Deutschland ab. Ob alle der mehr als 100 Unterschriften von SPD-Mitgliedern stammen, wird aus dem Bericht nicht deutlich.
SPD-Politiker fordern Dialog mit Russland
Zu den Unterzeichnern gehören der frühere Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, der ehemalige Parteichef Norbert Walter-Borjans, der Außenpolitiker Ralf Stegner sowie der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel. Die Autoren des Manifests betonen die Notwendigkeit einer "schrittweisen Rückkehr zur Entspannung der Beziehungen und einer Zusammenarbeit mit Russland".
Sie argumentieren, dass direkte Gespräche ein wichtiger Schritt in Richtung einer stabileren und friedlicheren internationalen Lage seien. Diese Forderung steht im Kontrast zu den aktuellen politischen Entwicklungen, die von einer verstärkten militärischen Präsenz, Wehrpflicht und Konfrontation geprägt sind.
SPD-Manifest plädiert für Annäherung statt Destabilisierung
Das Manifest kritisiert die vorherrschende Tendenz in Deutschland und anderen europäischen Staaten, die Zukunft in einer militärischen Konfrontationsstrategie zu suchen. Es warnt davor, dass "militärische Alarmrhetorik und riesige Aufrüstungsprogramme" nicht zu mehr Sicherheit führen, sondern vielmehr zur Destabilisierung und zur Verstärkung der Bedrohungswahrnehmung zwischen der NATO und Russland beitragen.
Das Dokument mit dem Titel "Manifest" könnte vor dem Parteitag Ende des Monats für Unruhe in der Partei sorgen. Dann will die SPD nicht nur ihre Spitze neu wählen, sondern auch den Prozess für ein neues Parteiprogramm nach dem Debakel bei der Bundestagswahl beginnen. Kurz zuvor steht der NATO-Gipfel an, bei dem es um eine deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben gehen wird.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Mehr News

Achtung Chemikalien!
Stilles Mineralwasser bei Öko-Test: Sechs Produkte fallen durch

19 Produkte im Test
Salzstangen bei Öko-Test – bei diesen Marken vorsichtig sein

Kurioser Polizeieinsatz in Oberbayern
Polizei stellt Führerschein sicher – doch Betrunkener fährt weiter

Polizei ermittelt
Premier Tusk in Gefahr? Hinweis auf Anschlagspläne

Sorge um Leo XIV.
Papst muss operiert werden: Knoten in der Lunge wird entfernt

Auszahlung ab 2028
Mütterrente III: Wie wird sie berechnet – und wer bekommt sie?

Tödlicher Vorfall im Zoo
Sprang ins Gehege: Mann stirbt nach Tigerangriff in englischem Zoo

Todesstrafe in den USA
Gescheiterte Hinrichtung: Christa Pike aus Klinik entlassen

Monate ohne Landgang
Nach Chaos auf USS Abraham Lincoln: Flugzeugträger erreicht USA


