Koalition einig
Nach monatelangen Verhandlungen: Großes Reformpaket steht
Veröffentlicht:
von Momir Takac:newstime
Koalition einigt sich auf Reformpaket
Videoclip • 59 Sek • Ab 12
Es ist vollbracht: Nach monatelangen Verhandlungen ist sich die schwarz-rote Bundesregierung über ein Reformpaket einig. Auch die Einkommensteuer wird neu gestaltet.
Das Wichtigste in Kürze
Die Koalition hat sich auf ein großes Reformpaket geeinigt.
Es soll die Wirtschaft ankurbeln, Steuerentlastungen bringen und die sozialen Sicherungssysteme stärken.
Details werden am Donnerstag (2. Juli) um 9 Uhr bekanntgegeben.
Nach langen Verhandlungen haben sich die Spitzen von Union und SPD im Koalitionsausschuss auf ein Reformpaket geeinigt. Ziel ist es, die Wirtschaft anzukurbeln und gleichzeitig die soziale Sicherheit zu stärken. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am späten Abend aus Koalitionskreisen, nachdem die Gespräche rund siebeneinhalb Stunden gedauert hatten.
Koalition einig über großes Reformpaket
Teil des Pakets soll auch eine Reform der Einkommensteuer sein. Weitere Details wollen die Vorsitzenden der Regierungsparteien heute um 9 Uhr bei einer Pressekonferenz im Garten des Kanzleramts bekannt geben. Monatelang haben Union und SPD über ein umfangreiches Reformpaket verhandelt. Es soll die sozialen Sicherungssysteme stärken, Bürger:innen steuerlich entlasten und der schwächelnden Wirtschaft neuen Schwung geben.
Das Treffen im Kanzleramt galt als entscheidende Verhandlungsrunde – und nach rund siebeneinhalb Stunden stand schließlich eine Einigung. Die Ergebnisse dürften weit über die Wirtschaft hinaus Bedeutung haben. Sie könnten nicht nur die Stimmung im Land beeinflussen, sondern auch darüber entscheiden, wie stabil das Regierungsbündnis in Zukunft bleibt.
Neue Einkommensteuer soll ab 2027 gelten
Einige Reformen wurden bereits auf den Weg gebracht. Das Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung befindet sich schon im parlamentarischen Verfahren. Auch bei der Rentenreform sind sich Union und SPD weitgehend einig: Die Vorschläge einer Expertenkommission sollen vollständig umgesetzt werden. Ein konkreter Zeitplan wird heute erwartet.
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Schon vor Beginn der Gespräche hieß es aus Koalitionskreisen, dass bei rund 30 Reformvorhaben bereits Einigkeit bestehe. Der schwierigste Punkt blieb jedoch die Reform der Einkommensteuer. Geplant ist, ab dem 1. Januar 2027 vor allem Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen steuerlich zu entlasten. Offen war lange die Frage, wie diese Entlastungen finanziert werden sollen – denn je größer sie ausfallen, desto höher sind die Kosten für den Staat.
Einigkeit bei Bürokratieabbau
Die SPD hatte unter anderem einen höheren Spitzensteuersatz und eine höhere Erbschaftsteuer gefordert. Die Union lehnte das jedoch ab. Diskutiert wurden außerdem eine Anhebung der Reichensteuer, eine höhere Mehrwertsteuer, der Abbau von Subventionen sowie Einsparungen im Bundeshaushalt.
Weniger Streit gab es beim Thema Bürokratieabbau. Hier will die Koalition voraussichtlich zahlreiche Maßnahmen vorstellen. Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich vor der entscheidenden Sitzung optimistisch. Sein Ziel sei es, das Land zu modernisieren und bessere Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass private Haushalte wieder mehr konsumieren und Unternehmen stärker investieren.
Gleichzeitig bremste Merz überzogene Erwartungen. Einen "großen Big Bang" werde es nicht geben, betonte er. Der Reformprozess werde auch nach dem Sommer weitergehen.
Reformen wichtig für Zukunft der Merz-Regierung
Für die schwarz-rote Koalition ist das Reformpaket von großer Bedeutung. Bereits kurz nach Ostern hatten Union und SPD versucht, ein umfassendes Maßnahmenpaket zu schnüren. Nach einem ganzen Wochenende voller Verhandlungen in der Villa Borsig in Berlin scheiterte der Anlauf jedoch am Streit zwischen den Koalitionspartnern.
In der Folge verschlechterte sich das Verhältnis innerhalb der Regierung deutlich, gleichzeitig sanken die Umfragewerte. Ob die Koalition vor den wichtigen Landtagswahlen in Ostdeutschland wieder Vertrauen zurückgewinnen kann, dürfte auch von diesem Reformpaket abhängen.
Am Tag der entscheidenden Verhandlungen äußerte sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er hoffe, dass das Reformpaket nicht nur politische Fortschritte bringe, sondern auch die Stimmung in der Bevölkerung verbessere. Deutschland befinde sich derzeit in einer ernsten Krise, sagte er. Gleichzeitig erinnerte Steinmeier daran, dass das Land bereits andere schwierige Zeiten gemeistert habe. Mit Zuversicht, harter Arbeit und der Bereitschaft zu Veränderungen könne auch diese Herausforderung bewältigt werden.
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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