Aktuelle Umfrage
Fast drei Viertel fordern in Umfrage: Reiche sollen mehr für Soziales zahlen
Aktualisiert:
von Christopher SchmittIn der Bundespressekonferenz wurde die Initiative "20 Millionen Stimmen für einen gerechten Sozialstaat" vorgestellt.
Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
In einer aktuellen Umfrage sprechen sich fast drei Viertel für höhere Sozialabgaben für Vermögende aus. Eine deutliche Mehrheit sagt zudem "Nein" zu Arbeitszeit-Reformen.
Das Wichtigste in Kürze
Vermögende Menschen sollen mehr in den Sozialstaat einzahlen müssen, sagen knapp dreiviertel der Befragten in einer aktuellen YouGov-Umfrage.
56 Prozent sind zudem gegen Arbeitszeit-Reformpläne, die eine Aufweichung der Tageshöchstarbeitszeit vorsehen.
Mit 91 Prozent spricht sich eine deutliche Mehrheit dafür aus, dass der Staat mehr gegen hohe Mieten und für bezahlbaren Wohnraum tut.
Fast drei Viertel der Menschen in Deutschland wünschen sich laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov eine stärkere finanzielle Beteiligung sehr wohlhabender Menschen am Sozialstaat.
Wie aus der Erhebung, die Sozialverbände und Gewerkschaften in Auftrag gegeben hatten, hervorgeht, befürworten 73 Prozent höhere Beiträge von Vermögenden, während 19 Prozent dies ablehnen. Die Ergebnisse fallen in eine Phase intensiver Debatten über die Zukunft und Finanzierung des deutschen Sozialstaats.
Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Verena Bentele, betonte bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin: "Wir stellen uns all jenen entgegen, die unseren Sozialstaat als zu teuer diffamieren."
Verdi-Chef Frank Werneke warnte, dass zentrale Schutzrechte zunehmend unter Druck gerieten. Besonders Arbeitszeit- und Gesundheitsschutz würden immer häufiger infrage gestellt: "Praktisch alles wird angegriffen."
Mehrheit will keine Arbeitszeit-Reform
Deutlich fällt laut der YouGov-Umfrage auch die Ablehnung gegenüber Reformplänen zur Arbeitszeit aus. Demnach sprechen sich 56 Prozent der Befragten gegen die Idee aus, die tägliche Höchstarbeitszeit zugunsten einer wöchentlichen Regelung aufzuweichen. Nur 35 Prozent befürworten dieses Vorhaben.
Gewerkschaften hatten in diesem Zusammenhang vor einem möglichen Ende des Acht-Stunden-Tags gewarnt, während die CSU auf eine schnelle Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Flexibilisierung drängte.
Auch bei sozialen Kernfragen zeigt die Umfrage ein klares Stimmungsbild: 71 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Kitas, Pflege- und Sozialeinrichtungen personell nicht ausreichend ausgestattet seien.
Zudem sagten 91 Prozent, der Staat müsse mehr gegen steigende Mieten und für bezahlbaren Wohnraum unternehmen. Eine deutliche Mehrheit von 77 Prozent spricht sich außerdem für eine strikte Gleichbehandlung von gesetzlich und privat Versicherten bei Arztterminen aus.
Auch in den News:
Baden Mieter erhöhte Öl- und Gaspreise aus?
Zudem meldeten sich Umwelt- und Sozialverbände mit weiteren Forderungen zu Wort. Die Umweltschutzorganisation BUND hat Union und SPD aufgefordert, ihre Heizungspläne im anstehenden Koalitionsausschuss zu überarbeiten.
BUND-Geschäftsführerin Verena Graichen wies darauf hin, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung zur Miete wohnt und dringend ein sozial ausgewogenes und ökologisches Gesetz benötigt. Laut BUND drohten steigende Kosten für Öl und Gas künftig vor allem Mieter:innen zu belasten, sollten fossile Heizsysteme weiterhin erlaubt bleiben.
Hinter den Forderungen steht die Initiative gegen Sozialabbau, der nach eigenen Angaben 14 Organisationen angehören, darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Zusammen vertritt die Initiative mehr als 20 Millionen Mitglieder und erhebe damit "20 Millionen Stimmen für einen gerechten Sozialstaat". Vor dem Hintergrund anstehender Reformen bei Rente, Bürgergeld und Sozialstaat versucht man, den öffentlichen Druck auf die Koalition zu erhöhen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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