Verdacht auf Steuerbetrug

Ex-Kulturminister unter Druck: Ermittlungen im Zuge der Epstein-Affäre

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von dpa

Der ehemalige französische Kulturminister Jack Lang steht wegen Enthüllungen aus den Epstein-Akten unter Druck.

Bild: Bertrand Guay/AFP/dpa


Neue Enthüllungen im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre ziehen nun auch Ermittlungen in Frankreich nach sich. Der ehemalige französische Kulturminister Jack Lang und seine Tochter geraten ins Visier von Finanzfahndern.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Frankreich ermitteln die Behörden gegen den früheren Kulturminister Jack Lang wegen des Verdachts auf Geldwäsche und schweren Steuerbetrug, den er entschieden zurückweist.

  • Unter dem Druck der Vorwürfe bot Lang seinen Rücktritt als Präsident des Pariser Kulturinstituts Institut du monde arabean, den Außenminister Jean-Noël Barrot zur Kenntnis nahm.

  • Auslöser der Ermittlungen ist unter anderem, dass die Namen von Jack Lang und seiner Tochter Caroline in im Zuge der Epstein-Affäre veröffentlichten US-Dokumenten auftauchten, was jedoch noch kein Fehlverhalten belegt.

Im Zuge der Enthüllungen im Fall Epstein haben nun auch die Behörden in Frankreich Ermittlungen gegen einen ehemaligen Minister aufgenommen. Angesichts von Vorermittlungen wegen schweren Steuerbetrugs wies der frühere Kulturminister Jack Lang die Vorwürfe zurück. Diese seien unbegründet, sagte Lang nach französischen Medienberichten unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP.

Unter dem Druck der Vorwürfe bot er dennoch seinen Rücktritt als Präsident des Pariser Kulturinstituts "Institut du monde arabe" (IMA) an. Außenminister Jean-Noël Barrot nehme diesen Rücktritt zur Kenntnis, bestätigte das französische Außenministerium der Deutschen Presse-Agentur. Er leite das Verfahren zur Ernennung eines Nachfolgers an der Spitze des IMA ein.

Finanzielle Verflechtungen im Fokus der Behörden

Die Finanzstaatsanwaltschaft hatte Medien zufolge am Freitag eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Geldwäsche und schweren Steuerbetrug gegen Lang und seine Tochter Caroline Lang eingeleitet.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Namen von Jack und Caroline Lang in den Dokumenten auftauchen, die von der US-Justiz im Rahmen der Epstein-Affäre veröffentlicht wurden. Eine bloße Erwähnung in den Akten bedeutet noch kein Fehlverhalten. Lang berief sich bisher auf seine "Naivität" mit Blick auf die Beziehung.

Die nun angekündigte Untersuchung betrifft laut Medien mutmaßliche finanzielle Verbindungen zu dem gestorbenen US-Finanzier Epstein, über die das Enthüllungsmedium "Mediapart" berichtet hatte. Dabei soll es um eine von Epstein gegründete Gesellschaft mit Sitz in einem Steuerparadies gehen, an der Caroline Lang die Hälfte Anteile gehalten habe. Laut Mediapart wurde die Gesellschaft 2016 gegründet.

Weitere Politiker im Visier 

Jack Lang war Minister unter dem ehemaligen Präsidenten François Mitterrand in den 1980er und 90er Jahren. Seit 2013 stand der 86-Jährige an der Spitze des "Institut du monde arabe".

Nach der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten zum Fall Epstein sind auch andere ehemalige europäische Regierungsvertreter wegen finanzieller Verflechtungen mit dem Sexualstraftäter ins Visier der Behörden geraten. Gegen den früheren britischen Wirtschaftsminister Peter Mandelson laufen Ermittlungen, weil er während der Finanzkrise sensible Informationen an Epstein weitergegeben haben soll.

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