"Es war dumm von mir, Zeit mit ihm zu verbringen"

Bill Gates bricht Schweigen in Epstein-Affäre

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Gates bricht Schweigen in Epstein-Affäre

Videoclip • 01:12 Min • Ab 12


Mit den neuen Epstein-Dokumenten rückt auch Bill Gates wieder in den Fokus: In einem TV-Interview räumt der Microsoft-Mitgründer nun ein, die Treffen mit Epstein seien "dumm" gewesen und ein schwerer Irrtum.

Das Wichtigste in Kürze

  • In neu veröffentlichten Akten zum Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein taucht erneut der Name von Bill Gates auf.

  • Nun äußert sich der Microsoft-Mitgründer öffentlich.

  • In einem TV-Interview weist Gates die schweren persönlichen Vorwürfe entschieden zurück.

Microsoft-Mitgründer Bill Gates hat seine Treffen mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nach der neusten Veröffentlichung von Akten rund um den Fall als "Fehler" bezeichnet. "Es war dumm von mir, Zeit mit ihm zu verbringen", sagte er in einem Interview mit dem Sender 9News. "Ich bin einer von vielen, die es bereuen, ihn jemals kennengelernt zu haben."

In Akten, die das US-Justizministerium jüngst veröffentlicht hat, findet sich auch ein E-Mail-Entwurf aus dem Jahr 2013, der im Konto Epsteins gespeichert war und sich offenbar an Bill Gates richtet.

Der Entwurf thematisiert Spannungen zwischen Gates und seiner damaligen Ehefrau sowie gescheiterte Geschäftsbeziehungen. Zudem enthält er unbelegte Vorwürfe persönlicher Natur – darunter den Hinweis, Gates habe Epstein gebeten, E-Mails zu löschen, die sich auf eine mögliche Geschlechtskrankheit sowie intime Details bezogen hätten. Belege dafür gibt es nicht. Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten.

Gates: Vorwürfe entsprechen nicht der Wahrheit

Die Frage, ob die Vorwürfe wahr seien, verneinte Gates. Epstein habe offenbar eine E-Mail an sich selbst geschrieben, die nie verschickt worden sei. Er wisse nicht, was sich Epstein dabei gedacht habe, sagte Gates - und warf dabei die Frage auf, ob Epstein versucht habe, ihm zu schaden.

Er bereue jede Minute, die er mit Epstein verbracht habe und entschuldige sich dafür, sagte Gates. Auf der Privatinsel des Unternehmers, die Zentrum des Missbrauchsrings gewesen sein soll, sei er nie gewesen. Er habe nie irgendwelche Frauen getroffen, betonte der Microsoft-Mitgründer.


Gates: Ging nur um Spenden

Gates hat Epstein nach eigenen Angaben mehrmals zum Abendessen getroffen. Er begründete das damit, dass Epstein viele reiche Leute kannte und gesagt habe, er könne diese dazu bewegen, Geld für die globale Gesundheit zu spenden. Ähnlich hatte Gates seine Treffen mit Epstein bereits vor Jahren begründet.

Jahrelang hatte der Multimillionär Epstein aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll er Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 kam Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis zu Tode, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hätte kommen können. Auch Donald Trump taucht mehrfach in den Epstein-Akten auf - ein Fehlverhalten des heutigen US-Präsidenten konnte bislang aber nicht nachgewiesen werden.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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