Nach CIA-Bericht
EU-Ostflanke: Tusk warnt vor "unmittelbarer Bedrohung"
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Wieder russische Angriffe auf die Ukraine
Videoclip • 33 Sek • Ab 12
Polens Regierungschef Donald Tusk spricht von einer vereitelten "unmittelbaren Bedrohung" an einem Grenzübergang zur Ukraine. Nach einem CIA-Bericht rechnet er in den kommenden Monaten mit weiteren russischen Provokationen an der Ostflanke der Europäischen Union.
Das Wichtigste in Kürze
Polens Regierungschef Donald Tusk sagt, an einem Grenzübergang zur Ukraine sei eine "unmittelbare Bedrohung" vereitelt worden.
Details nannte er nicht. Tusk beruft sich auf einen CIA-Bericht und warnt vor weiteren russischen Provokationen an der EU-Ostflanke in den kommenden Monaten.
Nach einem russischen Drohnenangriff auf einen Grenzübergang zwischen der Ukraine und Moldau wurden zwei Menschen getötet.
Polens Regierungschef Donald Tusk warnt nach einer vereitelten "unmittelbaren Bedrohung" vor weiteren russischen Provokationen an der EU-Ostflanke.
Bild: Radek Pietruszka/PAP/dpa
Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat vor weiteren russischen Aktionen an den Grenzen der Europäischen Union zur Ukraine gewarnt. Am Mittwochabend sei an einem polnischen Grenzübergang zur Ukraine eine "unmittelbare Bedrohung" abgewandt worden, sagte Tusk nach einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Visegrád-Gruppe in Bratislava.
Um welchen Grenzübergang es ging und worin die konkrete Gefahr bestand, sagte der polnische Regierungschef nicht. Polen und die Ukraine teilen sich insgesamt 18 Grenzübergänge. Tusk erklärte jedoch, er habe von der CIA einen "ziemlich präzisen Bericht" über mögliche Entwicklungen in den kommenden Monaten erhalten.
Polen und Europa müssten Szenarien vorbereiten
Tusk forderte eine stärkere Vorbereitung auf mögliche Eskalationen. Er sagte:
Wir müssen verschiedene Szenarien antizipieren; sowohl Polen als auch ganz Europa müssen auf unterschiedliche Möglichkeiten hinsichtlich der Lage nicht nur an der russisch-ukrainischen Front, sondern auch entlang der Ostflanke der EU vorbereitet sein.
Dabei verwies der polnische Regierungschef auf frühere Angriffe Russlands in Grenzregionen. Russland habe bereits provokative Attacken auf Grenzübergänge verübt, sagte Tusk laut "Welt". Als Beispiel nannte er Moldau. Ähnliche Aktionen gegen Übergänge zur Ukraine in anderen Ländern, darunter Polen, würden erwartet.
Zwei Tote nach Drohnenangriff nahe Moldau
Einen Tag vor Tusks Warnung hatte ein russischer Drohnenangriff einen Grenzübergang zwischen der Ukraine und Moldau getroffen. Dabei wurden laut dem Bericht zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt.
Nach dem Angriff auf den Übergang zwischen Moldau und der ukrainischen Region Odessa forderte die moldauische Präsidentin Maia Sandu zusätzliche europäische Unterstützung für die ukrainische Luftverteidigung. Bereits im August hatte Russland einen weiteren Grenzübergang zwischen Moldau und der Ukraine angegriffen.
Die Lage an den Außengrenzen der EU wird damit zunehmend zu einem sicherheitspolitischen Thema für mehrere Staaten. Übergänge zwischen der Ukraine und ihren Nachbarländern sind wichtig für Menschen, Hilfslieferungen und den Warenverkehr.
Auch in den News:
Tusk fordert mehr Luftverteidigung für Ukraine
Tusk hatte laut "Welt" wohl bereits im August nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte vor einer fortschreitenden Eskalation durch Russland gewarnt. Er verlangte damals mehr Unterstützung für die ukrainische Luftverteidigung.
Diese sei, so Tusk, "entscheidend für unsere Sicherheit". Die kommenden sechs Monate seien von besonderer Bedeutung. Provokationen gegen Nato-Mitgliedstaaten seien dabei nicht auszuschließen.
Verwendete Quellen:
Welt: ""Unmittelbare Bedrohung" – Polens Regierungschef warnt vor russischen Angriffen an EU-Ostflanke"
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