Sexualstraftäter
Epstein-Akten: Norwegische Botschafterin Mona Juul suspendiert
Veröffentlicht:
von Jana Wejkum:newstime
Epstein-Affäre: Mette-Marit entschuldigt sich
Videoclip • 01:30 Min • Ab 12
Eine der bekanntesten norwegischen Diplomatinnen wurde vorübergehend von ihren Aufgaben entbunden. Grund sind die neu veröffentlichten Epstein-Akten. Das steht drin.
Das Wichtigste in Kürze
Die Kinder der norwegischen Botschafterin Mona Juul sollen im Testament des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein erwähnt sein.
Die vorübergehend suspendierte Juul betont, sie habe nur sporadischen Kontakt gehabt und wolle das Außenministerium bei der Aufklärung unterstützen.
Weitere norwegische Persönlichkeiten, darunter Kronprinzessin Mette-Marit, sind ebenfalls in den Epstein-Akten genannt.
Das Außenministerium in Oslo hat die Botschafterin Mona Juul vorübergehend von ihren Aufgaben entbunden, erklärte Espen Barth Eide, der norwegische Außenminister, am Montag (2. Februar). Wie norwegische Medien berichten, seien die Kinder Juuls und ihres Ehemannes Terje Rød-Larsen im Testament Jeffrey Epsteins erwähnt. Sie sollten demnach eine Summe von umgerechnet insgesamt 8,5 Millionen Euro erben.
Wie der "Spiegel" berichtet, sei die Entscheidung mit Juul abgesprochen worden. "Wir arbeiten derzeit daran, uns einen vollständigen Überblick über ihr Wissen und ihre Verwicklung in die Angelegenheiten zu verschaffen, die durch die Epstein-Dokumente ans Licht gekommen sind", erklärt der Außenminister.
Mona Juul: Kontakt war sporadisch
Juul ist eine der bekanntesten Diplomatinnen des Landes. Sie war ehemals norwegische Botschafterin bei den Vereinten Nationen und war aktuell Chefdiplomatin in Jordanien. Laut "Zeit" spielte sie zusammen mit ihrem Ehemann eine wichtige Rolle beim 1993 begonnenen Osloer Friedensprozess zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).
Gegenüber dem norwegischen Sender NRK habe Juul betont, dass ihr Kontakt nur sporadisch und privater Natur war, so der "Spiegel". Ihre Kontakte zu Epstein würden auf der Beziehung ihres Mannes zu ihm beruhen. Sie habe "keine eigenständige soziale oder berufliche Beziehung zu Epstein" gepflegt und kooperiere bei der Aufklärung mit dem Außenministerium.
Mehr zum Thema Epstein-Akten:
Epstein-Akten sorgen in Norwegen für Aufruhr
Die Epstein-Akten erwähnen gleich mehrere Persönlichkeiten aus Norwegen. Unter den Namen sind etwa der frühere Ministerpräsident und ehemalige Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland, sowie der ehemalige Außenminister und heutige Präsident des Weltwirtschaftsforums Børge Brende.
Auch die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit taucht in den Akten auf. Sie soll jahrelang engen E-Mail-Kontakt mit Epstein gehabt haben. Mette-Marit kommentierte das am Wochenende als "einfach nur peinlich".
Das US-Justizministerium hatte am Freitag (30. Januar) mehr als drei Millionen Dokumente zum Fall Epstein veröffentlicht. Der verurteilte Sexualstraftäter soll in einem Missbrauchsring tausende Minderjährige und Frauen missbraucht haben.
Verwendete Quellen:
Spiegel: "Norwegische Botschafterin wegen Verbindung zu Epstein suspendiert"
Die Zeit: "Norwegisches Außenministerium suspendiert Botschafterin Mona Juul"
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