Partei spricht von "Schmutzkampagne"
"Einfach nicht fair": Trigema-Chefin Bonita Grupp kritisiert Grüne nach CDU-Niederlage
Aktualisiert:
von Benedikt Rammer:newstime
Grüne gewinnen Wahl in Baden-Württemberg
Videoclip • 53 Sek • Ab 12
Nach der Wahlniederlage von Manuel Hagel in Baden-Württemberg herrscht Wut bei der CDU. Besonders die Grünen stehen wegen ihres Wahlkampfstils in der Kritik. Auch CDU-Kreisrätin Bonita Grupp fordert fairere politische Auseinandersetzungen.
Das Wichtigste in Kürze
Die CDU wirft den Grünen eine "Schmutzkampagne" im Wahlkampf vor, die maßgeblich zur Niederlage von Manuel Hagel beigetragen habe.
Bonita Grupp fordert Fairness im politischen Wettbewerb und kritisiert die Methoden der Grünen scharf.
Das junge Alter von Manuel Hagel wurde als möglicher Nachteil im Vergleich zum erfahrenen Cem Özdemir diskutiert.
Die Enttäuschung war groß, die Stimmung angespannt: Bei der Wahlparty der CDU in Stuttgart sprach Manuel Hagel, Spitzenkandidat der Partei, offen über die schmerzhafte Niederlage gegen Cem Özdemir und die Grünen.
Obwohl die CDU ihre Stimmen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg um mehr als fünf Prozent steigern konnte, reichte es nicht für einen Wahlsieg. "Ich übernehme die volle Verantwortung für das Ergebnis", erklärte Hagel vor seinen Parteifreund:innen. Dabei bedankte er sich ausdrücklich bei seinen Unterstützer:innen, die während des Wahlkampfs unermüdlich gearbeitet hätten.
Doch die Niederlage überschattete die Erfolge. Besonders Hagels Hinweis auf die Belastungen seiner Familie, darunter Morddrohungen und persönliche Angriffe, verdeutlichte die Härte des Wahlkampfs. Er kritisierte die Grünen scharf und sprach von einer "Schmutzkampagne weit unter der Gürtellinie". Für ihn sei dabei viel Vertrauen kaputtgegangen.
Umstrittenes Video sorgt für Diskussionen
Der Hintergrund dieser Anschuldigungen liegt in einem Video, das im Wahlkampf von der Grünen-Bundestagsabgeordneten Zoe Mayer aus Karlsruhe auf der Plattform X veröffentlicht wurde. Der Clip zeigt einen Ausschnitt aus einem Interview Hagels aus dem Jahr 2018, das ursprünglich auf YouTube veröffentlicht wurde. Damals war Hagel 29 Jahre alt und Generalsekretär der CDU in Baden-Württemberg.
Im Video berichtet Hagel von einem Besuch an einer Realschule in seinem Wahlkreis. Dabei sprach er über eine Klasse, in der 80 Prozent Mädchen saßen, und kommentierte: "Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen." Weiterhin ging er auf eine Schülerin ein: "Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen."
Hagel erklärte später, dass er mit dem Beispiel eigentlich habe zeigen wollen, wie wichtig Sprache in der Politik sei, um Menschen zu erreichen. Doch im Wahlkampf wurde ihm genau diese Szene zum Verhängnis. Zoe Mayer schrieb zu ihrem Post: "Was meint ein erwachsener Mann damit, dass es ein besonders schöner Termin ist, wenn er in einem Klassenzimmer mit maximal 16-Jährigen sitzt?" Sie kritisierte zudem, warum Hagel das Aussehen eines minderjährigen Mädchens kommentiert habe, anstatt sich auf deren Frage zu konzentrieren.
Kritik an den Grünen und Fairplay im Wahlkampf
Für viele Christdemokrat:innen war die Veröffentlichung dieses Videos ein Wendepunkt im Wahlkampf. Generalsekretärin Nina Warken sowie Innenminister Thomas Strobl verteidigten Hagel und warfen den Grünen vor, bewusst auf eine "Schmutzkampagne" gesetzt zu haben.
Auch Trigema-Chefin Bonita Grupp, Tochter des bekannten Unternehmers Wolfgang Grupp und CDU-Kreisrätin im Zollernalbkreis, zeigte sich laut "Focus" auf der Wahlparty enttäuscht vom Stil der Grünen. "Ich fand es schade, dass sich die Grünen auf so ein Niveau begeben haben. Es ist einfach nicht fair, auch der Familie Hagel gegenüber nicht", wird sie dort zitiert. Grupp habe außerdem betont: "Wer stellt sich künftig einem Wahlkampf, wenn der Gegner zu solchen Methoden greift?"
Auch in den News:
Neben der Kritik an den Grünen seien auch grundsätzliche Fragen aufgeworfen worden. So habe Grupp infrage gestellt, ob Hagels junges Alter von 35 Jahren eine Rolle bei seiner Niederlage gespielt habe. Sie plädiere dafür, jungen Menschen in der Politik mehr Chancen einzuräumen: "Junge Leute haben Agilität, neue Ideen und kennen sich mit KI besser aus." Dennoch habe es den Anschein, als hätten die Wähler:innen im Ländle eher auf die Erfahrung und Autorität des fast 60-jährigen Cem Özdemir vertraut.
Verwendete Quellen:
Focus online: "Auf Wahlparty rechnet Bonita Grupp mit 'Niveau' der Grünen ab"
Nachrichtenagentur dpa
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