Nach Eskalationen

"Sie sind Abschaum": Donald Trump über Vertreter im Iran – ist die Waffenruhe nun beendet?

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

:newstime

Trump und der Streit ums Nato-Geld (7. Juli)

Videoclip • 01:53 Min • Ab 12


Nach der jüngsten Eskalation zwischen den USA und dem Iran ist die Waffenruhe aus Sicht von US-Präsident Trump beendet. Ist dies das Ende des Friedensprozesses?

Ungeachtet der eigentlich vereinbarten Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran war es in der Nacht auf Mittwoch (8. Juli) erneut zu Eskalationen gekommen. Während des NATO-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara äußerte sich US-Präsident Donald Trump auf Nachfrage einer Reporterin nun mit einem klaren Statement zu den angedachten Friedensplänen.

Aus seiner Sicht sei die Waffenruhe im Iran-Krieg beendet, so der Präsident. Er werde seine Unterhändler:innen aber weiter mit dem Iran reden lassen, wenn diese es wünschen. Auch auf die erneute Nachfrage der Journalistin, ob die Waffenruhe und das Rahmenabkommen mit dem Iran nun Geschichte seien, reagiert der US-amerikanische Präsident mit Hass und Häme.

Auch in den News:

"Ich denke, es ist vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum", so Trump. Er halte es für reine Zeitverschwendung, sich mit Vertreter:innen des Irans abzugeben, "das sind Lügner". Das US-Militär hatte in Reaktion auf Attacken gegen Tanker in der Straße von Hormus in der vergangenen Nacht auf Mittwoch dutzende Ziele im Iran bombardiert. Auch die Sanktionen auf iranisches Öl setzten die USA wieder in Kraft.

Medienberichten zufolge kündigte Irans Militär eine Reaktion auf die US-Angriffe an. Kurz darauf meldete die Armee des mit Washington verbündeten Golfstaats Kuwait feindlichen Beschuss. Auch in Bahrain heulten am frühen Morgen die Sirenen.

Nach Wochen zäher Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wurde am 8. April eine Waffenruhe zwischen den beiden Ländern vereinbart. Diese erwies sich als brüchig: Immer wieder werfen sich beide Seiten vor, die Abmachung gebrochen zu haben. Gleichzeitig stocken die Verhandlungen über eine dauerhafte Beendigung des Konflikts.


Angriffe auf Hisbollah-Hochburg im Libanon

Auch im Süden Libanons ist es in der Nacht zu Mittwoch ungeachtet der Waffenruhe erneut zu Angriffen gekommen. Nach Angaben der libanesischen staatlichen Nachrichtenagentur (NNA) griff die israelische Luftwaffe mehrere Ziele in der Nähe der Stadt Bint Dschubail an, die als Hochburg der Terrororganisation Hisbollah gilt. Weitere Details sind bislang nicht bekannt.

Durch die Hisbollah-Miliz ist der Libanon eng mit dem Iran-Krieg verbunden und wird von dem Land unterstützt. Die schiitische Organisation gilt als Teherans wichtigster politischer und militärischer Partner im Libanon und als sein wichtigstes Einflussinstrument in der Region.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur

Mehr entdecken