Skurriler Fund wirft Fragen auf

Kistenweise! Dutzende menschliche Knochen in Garten in Braunschweig entdeckt

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von Benedikt Rammer

Felix Chall und seine Familie entdeckten bei Gartenarbeiten zahlreiche menschliche Knochen. Die Polizei schließt ein Verbrechen aus.

Bild: Moritz Frankenberg/dpa


Eine Familie in Braunschweig wollte ihren Garten neu gestalten und machte dabei einen verstörenden Fund: Im Boden lagen Dutzende menschliche Knochen und Knochenfragmente. Die Behörden sehen bislang keine Hinweise auf eine Straftat, doch für den Grundstücksbesitzer bleiben viele Fragen offen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Familie in Braunschweig entdeckte bei Gartenarbeiten Dutzende menschliche Knochen und weitere Überreste im Boden.

  • Die Staatsanwaltschaft vermutet aufgefüllte Friedhofserde aus den 1960er Jahren und sieht keine Hinweise auf eine Straftat.

  • Der Grundstücksbesitzer und ein Stadtheimatpfleger halten diese Erklärung für nicht vollständig überzeugend.

Was als gewöhnliche Gartenarbeit begann, endete für eine Familie im Braunschweiger Stadtteil Dibbesdorf mit einem Schock. Beim Entfernen alter Beetbegrenzungssteine stießen Felix Chall und seine Angehörigen auf menschliche Knochen, Zähne und größere Skelettteile. Nach eigenen Angaben fanden sie schnell 40 bis 50 Knochen im Boden.

"Wir haben vor Ostern angefangen, Beetbegrenzungssteine wegzunehmen, um den Garten schönzumachen", sagte Besitzer Felix Chall. Mit einem solchen Fund habe die Familie nicht gerechnet. Besonders beunruhigend sei gewesen, dass die Knochen offenbar an mehreren Stellen im Garten lagen. "Egal wo, ob wir Beton oder Rasen weggenommen haben, überall waren Knochen versteckt", erklärte Chall laut dpa.

Staatsanwaltschaft sieht keinen Hinweis auf ein Verbrechen

Zunächst vermutete die Familie, dass es sich um Tierknochen handeln könnte. Erst ein Gerichtsmediziner stellte fest, dass die Überreste menschlichen Ursprungs sind. Die Polizei wurde eingeschaltet, die Spurensicherung transportierte die Funde nach Angaben des Besitzers kistenweise ab.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat ihre Ermittlungen inzwischen eingestellt. Staatsanwalt Christian Wolters erklärte laut dpa: "Das Grundstück, auf dem die Knochen gefunden worden sind, wurde offenbar in den 60er Jahren mit Friedhofserde aufgefüllt, die noch mit Knochen versetzt war." Weiter hieß es, es gebe keine Anhaltspunkte für Straftaten.

Für Felix Chall ist diese Erklärung aber nicht überzeugend. Aus seiner Sicht wirft vor allem die große Menge der Knochen Fragen auf. Er wolle verstehen, wie die sterblichen Überreste auf das Grundstück kamen und warum es so viele seien. Die Familie habe deshalb den Garten weiter umgegraben und mit einem geliehenen Bagger große Mengen Erde durchsiebt.

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Weitere Knochen in mehreren Kisten gefunden

Dabei blieb es nicht bei den ersten Funden. Nach Angaben des Besitzers wurden rund 150 Kubikmeter Erde mit Hilfe von Freund:innen und Bekannten gesiebt. Das Ergebnis: sechs weitere Kisten mit Knochen. Damit wurde aus dem zunächst schon ungewöhnlichen Fund ein noch größeres Rätsel.

Auch der Stadtheimatpfleger Thorsten Wendt hält den Fall für auffällig. Vor allem wundert ihn, dass offenbar nur dieses eine Grundstück betroffen ist. Laut dpa sagte Wendt: "Die Theorie, dass in den 60er Jahren Erde aufgeschüttet wurde, steht im Raum. Aber so richtig belegen lässt sie sich nicht." Zudem gebe es in der Nähe weder eine Kirche noch einen Friedhof, was die offizielle Erklärung aus seiner Sicht zusätzlich fraglich erscheinen lässt.

Wie alt die Knochen genau sind und zu wie vielen Menschen sie gehören, ist weiter unklar. Auch eine Identifizierung der Toten dürfte nach Einschätzung von Wendt kaum noch möglich sein. Für die Familie bedeutet das, dass viele Fragen wohl offenbleiben. Sicher ist bisher nur: Aus einem Gartenprojekt wurde ein Fall, der die Besitzer:innen so schnell nicht loslassen wird.


Verwendete Quellen

Nachrichtenagentur dpa

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