Teurer Winter

Dieselpreise steigen wieder? Iran-Krieg verschärft Lage am Ölmarkt

Veröffentlicht:

von Fabia Söllner

:newstime

USA plant Wirtschaftskrieg gegen Iran

Videoclip • 33 Sek • Ab 12


Trump erhöht mit neuen Sanktionen den Druck auf den Iran. Der Konflikt könnte zugleich die Öl- und Spritpreise weiter steigen lassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • 2026 könnte das teuerste Tankjahr aller Zeiten werden.

  • Diesel kostet derzeit rund 2,27 Euro pro Liter.

  • Super E10 liegt mit 2,16 Euro fast auf Rekordniveau.

Der Krieg im Iran sorgt weiterhin für große Unsicherheit auf dem weltweiten Energiemarkt. US-Präsident Donald Trump will den Druck auf Teheran deshalb mit wirtschaftlichen Maßnahmen und Sanktionen weiter erhöhen. Expert:innen bezweifeln jedoch, dass dies schnell zu einem Ende des Konflikts führen wird.

Da derzeit keine Friedensverhandlungen stattfinden und auch die wichtige Straße von Hormus weiter gefährdet ist, könnten die Ölpreise hoch bleiben oder weiter steigen. Das würde sich auch auf Autofahrer:innen in Deutschland auswirken, vor allem auf den Preis für Diesel.

Trump: Sein Plan für die Straße von Hormus?

Trump möchte den Iran mit noch stärkerem wirtschaftlichem Druck zu Zugeständnissen zwingen und zugleich wichtige Handelspartner wie China abschrecken. Allerdings bestehen bereits umfangreiche Sanktionen, die bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben.

Gleichzeitig bleibt die Lage an der Straße von Hormus angespannt: Obwohl Trump von einer Öffnung spricht, ist der Schiffsverkehr deutlich geringer als vor dem Krieg. Das ist besonders problematisch, weil viele Golfstaaten kaum alternative Exportwege haben und normalerweise etwa ein Viertel des weltweit per Schiff transportierten Öls durch die Meerenge gelangt.

Ölpreis reagiert auf Trump

Seit Anfang August steigt der Preis für Brent-Öl stetig weiter. Zuletzt lag ein Barrel bei etwa 94 Dollar und damit rund 20 Dollar höher als noch vor Beginn des Krieges. Auch Trumps angekündigter "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran hat den Preisanstieg bislang nicht gebremst.

Auch in den News:

Warum steigt der Ölpreis gerade jetzt?

Der Ölpreis reagierte zunächst weniger stark auf den Krieg als erwartet und sank sogar, als sich eine mögliche Friedenslösung abzeichnete. Dieser Optimismus ist inzwischen verschwunden. Gleichzeitig halten Länder wie China und die USA die Preise teilweise niedrig, indem sie ihre eigenen Ölreserven nutzen und dadurch weniger auf dem Weltmarkt kaufen.

Expert:innen sehen deshalb nicht nur den Ölpreis als wichtigen Maßstab. Entscheidender seien die Preise für Diesel und Benzin, weil weltweit auch Raffineriekapazitäten fehlen. Besonders Diesel ist stark betroffen: Sein Börsenpreis lag zuletzt mehrere Tage über einem Euro pro Liter – ein Niveau, das zuletzt nach Beginn des Ukrainekriegs 2022 erreicht wurde.

Wird Diesel im Winter teurer?

Die Lage bei Diesel könnte sich im Herbst weiter verschärfen. Ab Mitte November müssen Tankstellen in Deutschland auf kältebeständigen Winterdiesel umstellen. Weil bereits Raffineriekapazitäten fehlen, könnte dadurch zusätzlicher Druck entstehen. Eine tatsächliche Knappheit erwartet der ADAC zwar nicht, Autofahrer:innen müssen aber möglicherweise mit deutlich höheren Dieselpreisen rechnen.

Der ADAC erwartet, dass 2026 zum bisher teuersten Tankjahr werden könnte und damit sogar den Rekord von 2022 übertrifft. Besonders Diesel ist zuletzt deutlich teurer geworden und kostete im Durchschnitt rund 2,27 Euro pro Liter. Auch Super E10 liegt mit etwa 2,16 Euro nur knapp unter seinem bisherigen Höchststand.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken