Handelsstreit

USA verhängen neue Zölle gegen Kanada – Carney kündigt Gegenschlag an

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

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Bis zu 100 Prozent: Trump verkündet neue Zölle

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Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada eskaliert erneut: Washington erhebt Zölle von 50 Prozent auf zahlreiche kanadische Produkte. Premier Mark Carney reagiert mit Gegenmaßnahmen – und ungewöhnlich deutlichen Worten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA erheben Zölle von 50 Prozent auf zahlreiche Waren aus Kanada.

  • Premier Mark Carney kündigt Gegenzölle an, die ab dem 8. September greifen sollen.

  • Auch die US-Regierung arbeitet bereits an einer Antwort auf Kanadas Gegenmaßnahmen.

Der Ton zwischen den USA und Kanada wird schärfer: Nachdem die Verhandlungen über eine Einigung gescheitert sind, haben die Vereinigten Staaten neue Zölle in Höhe von 50 Prozent auf zahlreiche kanadische Produkte in Kraft gesetzt.

Kanadas Premierminister Mark Carney will das nicht unbeantwortet lassen. Gegenzölle sollen ab dem 8. September folgen. Auf die Frage eines Journalisten, warum inzwischen der Eindruck eines Handelskrieges entstehe, antwortete Carney deutlich: "Wenn du angegriffen wirst, befindest du dich im Krieg – wir wurden angegriffen."

Eine schnelle Entspannung zeichnet sich bislang nicht ab. Im Gegenteil: Auch Washington bereitet bereits eine Reaktion auf die angekündigten kanadischen Gegenmaßnahmen vor.


Hockeyschläger, Möbel und Wein von Zöllen betroffen

Eigentlich hatten beide Länder bis zuletzt versucht, die Eskalation abzuwenden. Verhandler:innen aus den USA und Kanada berieten bis in die Nacht zum Samstag über eine mögliche Vereinbarung.

US-Präsident Donald Trump hatte die neuen Zölle bereits im Juli angekündigt. Sie sollten ursprünglich einige Tage früher in Kraft treten, wurden jedoch kurzfristig verschoben. Betroffen sind kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar – darunter Hockeyschläger, Möbel und Wein.

Zwischenzeitlich hatte Trump noch Zuversicht verbreitet. "Ich glaube, wir haben eine Vereinbarung mit dem Premierminister, und zwar eine gute Vereinbarung für alle", sagte er am Mittwoch. Doch die Gespräche scheiterten. Beide Seiten werfen sich nun gegenseitig vor, mit kurzfristigen Forderungen eine Einigung verhindert zu haben.

Auch in den News:

Kanada kündigt Gegenzölle an

Carney kritisierte zudem, dass die USA ihre Zölle gegen Kanada immer wieder unterschiedlich begründet hätten. Als Beispiele nannte er unter anderem Fentanyl, Rauch von Waldbränden, Steuern gegen US-Technologiekonzerne und einen kanadischen Werbespot.

Kanada will nun mit eigenen Maßnahmen reagieren. Ab dem 8. September sollen unter anderem Stahl, Milchprodukte, landwirtschaftliche Ausrüstung und Elektrogeräte aus den USA mit Gegenzöllen belegt werden. "Das ist eine gezielte Reaktion, um unsere Industriezweige zu schützen und zu verteidigen und ihnen zu ermöglichen, auf dem kanadischen Markt mit US-Produkten zu konkurrieren", erklärte Carney.


USA arbeiten bereits an nächster Reaktion

Damit könnte sich die Spirale aus Zöllen und Gegenzöllen weiterdrehen. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte, Washington arbeite bereits an Maßnahmen als Reaktion auf Kanadas Pläne.

Nach Darstellung Greers hätten die USA ihrem Nachbarland bessere Bedingungen angeboten als anderen großen Handelspartnern. "Das ist eine verpasste Gelegenheit für Kanada, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten."

Neue Verhandlungen sind vorerst offenbar nicht geplant. Greer erklärte gegenüber Fox News: "Wir haben keine neuen Gespräche mit den Kanadiern geplant."

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