Gegenmittel zur Desinformation
"DeepState Map": Wie eine ukrainische Karte Putins brutalen Krieg dokumentiert
Aktualisiert:
von Joachim VonderthannUkrainische Soldaten bei einer Übung in der Region Charkiw
Bild: Inna Varenytsia/REUTERS
Die "DeepState Map" ist unverzichtbares Werkzeug im Ukraine-Krieg. Das Projekt zweier junger Ukrainer stemmt sich gegen die russische Propaganda.
"DeepState Map" dokumentiert Putins Krieg
Die "DeepState Map" hat sich als eines der bedeutendsten Informationsinstrumente im Ukraine-Krieg etabliert. Was einst als Hobby zweier junger Ukrainer begann, ist heute ein Team von 100 Fachleuten, das präzise Frontverläufe und Truppenbewegungen dokumentiert. Die Karte bietet mehr als nur geografische Orientierung – sie ist ein Symbol des Widerstands und ein Gegenmittel zur Desinformation aus Wladimir Putins Russland.
Wie die "Kyiv Post" berichtet, startete das Projekt, als Roman Pohorili 2021 erste Beobachtungen russischer Truppenbewegungen teilte. Seitdem hat sich "DeepState" zu einem digitalen Leuchtturm für die Ukraine entwickelt. "Wir erläutern die Entwicklung der Lage auf unserem Kanal", erklärt Gründer Pohorili. Dabei liefert die Plattform nicht nur Informationen, sondern rettet möglicherweise Leben, indem sie Soldat:innen und Zivilist:innen ein klares Bild der Kriegsrealität verschafft.
Bevölkerung liefert Infos zum Frontverlauf
"DeepState" hebt sich vor allem durch die Genauigkeit seiner Daten ab. Eisenbahnlinien, Armeeeinheiten und aktuelle Frontverschiebungen werden in Echtzeit dargestellt, wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet. Die Informationen stammen direkt von der Bevölkerung: Fotos, Videos und Nachrichten fließen täglich in Tausenden ein und werden mit moderner Technik überprüft und verarbeitet.
Besonders bemerkenswert ist die Präzision der Berichterstattung. Laut "Kyiv Post"-Reporter Sergii Kostezh sind die Macher:innen oft beinahe live dabei, wenn sich die Ereignisse überschlagen. Gleichzeitig bleibt das Team in engem Kontakt mit dem Militär, um sicherzustellen, dass die veröffentlichten Daten der ukrainischen Verteidigung zugutekommen – ohne den russischen Truppen nützliche Informationen zu liefern.
Unverzichtbare Informationsquelle für Ukrainer:innen
Die Bedeutung der "DeepState Map" reicht über militärische Belange hinaus. Für viele Ukrainer:innen ist sie zu einer unverzichtbaren Informationsquelle geworden, gerade in einem Krieg, der zunehmend unübersichtlich wird. Je fragmentierter die Kämpfe, desto wichtiger sind verlässliche Daten über Stellungen und Bewegungen – insbesondere angesichts der angepassten Taktiken Russlands.
Doch trotz ihrer Popularität steht "DeepState" auch in der Kritik. Michael Ashcroft von der "Kyiv Post" beschreibt den Kanal als patriotisch geprägt, mit einem Fokus auf die ukrainische Perspektive. Russische Positionen werden minutiös dargestellt, während die eigenen Verteidigungslinien oft nur grob skizziert sind. Dennoch bleibt die Plattform für viele ein unverzichtbares Werkzeug im Informationskrieg – besonders auf Telegram, wo russische Propaganda weit verbreitet ist.
18,91 Prozent gegen 6,92 Prozent
Neben den minutengenauen Karten bietet "DeepState" auch eine visuelle Zusammenfassung des Kriegsverlaufs: Ein roter Balken zeigt das von Russland besetzte Gebiet an, während ein grüner Balken den Fortschritt bei der Rückeroberung darstellt. Aktuell kontrolliert Russland 18,91 Prozent der Ukraine, während fast 42.000 Quadratkilometer oder 6,92 Prozent bereits zurückgewonnen wurden – Zahlen, die Hoffnung machen und gleichzeitig die Härte des Konflikts verdeutlichen. Für die Menschen in der Ukraine bleibt "DeepState" ein Symbol ihrer Sehnsucht nach Frieden und Freiheit.
Verwendete Quellen:
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