"Markus Lanz"
CDU-Mann Wildberger bei Lanz: Befinden uns "selbstverständlich" in "einer Art Krieg mit Russland"
Veröffentlicht:
von teleschau - Natascha Wittmann:newstime
Anschlag in Leipzig: Russland im Fokus
Videoclip • 01:29 Min • Ab 12
Bei "Markus Lanz" wurde um Deutschlands Schutz vor hybriden Angriffen debattiert. Nach dem Drohnen-Fund am Flughafen Leipzig/Halle wollte der Moderator von CDU-Politiker Karsten Wildberger wissen, wie gut das Land wirklich vorbereitet ist. Der Minister blieb jedoch vage.
Das Wichtigste in Kürze
Ist Deutschland auf Drohnenangriffe vorbereitet? Diese Frage stand bei "Markus Lanz" im Mittelpunkt.
Anlass war eine mutmaßlich russische Sabotageaktion am Flughafen Leipzig/Halle.
Dabei diskutierten unter anderem CDU-Minister Karsten Wildberger und der Journalist Sascha Lobo.
Eine Drohne mit Sprengstoff, die Anfang August in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen "Antonov"-Maschine am Flughafen Leipzig/Halle gefunden wurde, sorgt weiter für Besorgnis. Nach Einschätzung der Bundesregierung sollen hinter dem mutmaßlichen Anschlagsversuch sogenannte Wegwerfagenten eines russischen Geheimdienstes stecken. Bei "Markus Lanz" wurde der Vorfall am Dienstagabend zum Ausgangspunkt für eine Diskussion über hybride Angriffe und die Frage, wie widerstandsfähig Deutschland derzeit wirklich ist. Lanz stieg mit einer provokanten Grundsatzfrage ein: "Sind wir in einer Art Krieg mit Russland?"
CDU-Politiker Karsten Wildberger antwortete ehrlich: "Selbstverständlich!" Er merkte weiter an: "Es ist eine andere Art der Kriegsführung, die vermeintlich unterschwellig läuft, aber trotzdem in ihrer Wirkungsweise sehr ausgeprägt ist." Laut Wildberger seien auch Cyberattacken "eine moderne, neue Form der Kriegsführung".
Lanz wollte daraufhin weg von der Theorie und hin zur praktischen Abwehr. Seine Frage: Wie gut ist Deutschland vorbereitet, wenn Drohnen tatsächlich zuschlagen? Karsten Wildberger blieb in seiner Antwort jedoch eher allgemein. Wenn er sich "anschaue, mit welcher Geschwindigkeit sich Deutschland gerade verändert und vorbereitet, dann muss ich sagen, passiert so viel wie lange nicht. Das ist jetzt ein Prozess." Er räumt ein: "Wir müssen natürlich noch mehr tun, (...) aber es ist viel auf dem Weg."
Karsten Wildberger: "Ich beschränke mich auf das, was meine Ressortverantwortung ist"
Die Erklärung reichte Lanz offenbar nicht aus: "Das ist jetzt nicht die Antwort, die ich eigentlich haben wollte." Der Polittalker machte die mögliche Dimension des Leipziger Vorfalls deutlich: "Wenn das Ding explodiert wäre, hätte es ein Inferno am Flughafen Leipzig/Halle gegeben!" Wildberger stimmte zu: "Selbstverständlich ist die Situation außerordentlich kritisch gewesen."
Der CDU-Minister betonte, die deutschen Flughäfen würden aktuell "in hoher Geschwindigkeit" technisch nachrüsten. Eine Steilvorlage für Lanz, der nach den konkreten Maßnahmen fragte: "Was machen wir denn da?" Die Antwort des Politikers fiel jedoch knapp aus: "Drohnen-Abwehrsysteme beispielsweise." Als Lanz wissen wollte, ab wann die Technik hierzulande auf dem neuesten Stand sei, blieb Karsten Wildberger ebenfalls zurückhaltend: "Ich beschränke mich auf das, was meine Ressortverantwortung ist."
Zugleich versprach er: "Das wird mit Hochdruck, mit einer Ernsthaftigkeit aktuell betrieben!" Trotzdem warnte er vor falscher Sicherheit, da die weltweite Entwicklung so schnell vonstattengehe: "Am Ende des Tages kann man sich nie ganz sicher sein und man muss immer wieder aufholen."
Digital-Experte Sascha Lobo knüpfte daran an und forderte, vorhandene Möglichkeiten konsequenter zu nutzen - notfalls nach einer rechtlichen Debatte: "Ich glaube, dass wir ausschöpfen müssen, was an technologischen Mitteln da ist und dass wir vorher ein paar juristische Diskussionen führen müssen. Denn sehr viele von den Gesetzen, die wir heute haben, beziehen sich noch auf Angriffe, die im 20. Jahrhundert 'en vogue' waren."
Wildberger formulierte in dem Zusammenhang ein ernüchterndes Fazit: "Diese Entwicklung, die gerade läuft, die findet mit uns oder ohne uns statt. Die Welt ohne uns - ohne, dass wir aktiv teilnehmen - wird keine gute sein."
Lanz stichelt: "Haben Sie sich das anders vorgestellt?"
Später wurde es bei Lanz auch innenpolitisch. Der Moderator nahm Wildberger als Digitalminister in die Pflicht und rechnete vor: "Sie sind seit 16 Monaten Minister." Lanz bilanzierte: "221 Digitalvorhaben gibt's in der Bundesregierung. Davon sind zwölf Prozent mittlerweile abgeschlossen. Das heißt, wenn Sie so weitermachen, schaffen Sie 47 bis zum Ende der Legislatur." Der CDU-Mann widersprach: "Nein." Lanz erwiderte skeptisch: "Nein?" Wildberger erklärte, Fortschritt sei "nicht linear", aber "wir kommen gut voran".
Zum Schluss ging es um Bürokratie und Tempo. Lanz fragte: "Haben Sie sich das anders vorgestellt? Schneller?" Wildberger antwortete vorsichtig: "Ich gehe grundsätzlich in Jobs rein nicht mit zu vielen Vorstellungen." Dennoch gab er zu: "In manchen Bereichen habe ich es mir leichter vorgestellt, in vielen Bereichen habe ich es mir aber auch mühsamer vorgestellt."
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Neue Berechnungen
Mehr Rente ab 2027? So viel könnte das Plus auf dem Konto ausmachen

Pilotprojekt gestartet
Invasive "Hitler-Rose" breitet sich aus: So ungewöhnlich geht Sylt dagegen vor

Aber Schauer im Norden
Hochsommer statt Herbst: Jetzt sind noch einmal bis zu 35 Grad möglich

Mythos-Wundermittel
Stiftung Warentest empfiehlt nur zwei Vitamin-D3-Produkte

Beliebter Snack
Salzstangen bei Öko-Test – bei diesen Marken vorsichtig sein

Vorsicht vor Biss
Nosferatu-Spinne im Haus entdeckt? So reagierst du richtig




