Satirische Aktion sorgt für Eklat

Bußgeld verhängt: Satire-Sketch in Grönland löst Empörung aus

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

Boote liegen im Hafen von Nuuk in Grönland.

Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa


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Das Satire-Team von "extra 3" hat in Grönland für Aufsehen gesorgt, als es versuchte, eine US-Flagge zu hissen. Die Aktion führte zu einem Bußgeld und löste starke Kritik aus. Der NDR entschuldigte sich öffentlich bei den Grönländer:innen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mitarbeiter:innen von "extra 3" sorgten in Grönland mit einer Satire-Aktion für Empörung.

  • Die USA-Flaggen-Aktion führte zu einem Bußgeld und Kritik von Aktivist:innen.

  • Der NDR entschuldigte sich bei den Grönländer:innen für mögliche Missverständnisse.

Die Satire-Sendung "extra 3" des NDR hat mit einer Aktion in Grönland für internationale Empörung gesorgt. Während Dreharbeiten in der Hauptstadt Nuuk versuchte ein Teammitglied, die amerikanische Sternenbanner-Flagge auf einem öffentlichen Platz zu hissen. Die Aktion wurde vom Personal des Kulturzentrums gestoppt und zog ein Bußgeld nach sich. Der NDR bestätigte den Vorfall auf Anfrage der "Bild"-Zeitung und zeigte sich bedauernd über die entstandenen Missverständnisse.

In den sozialen Medien verbreitete sich ein Video der Aktion rasend schnell. Es zeigt, wie ein Mann die USA-Flagge einrollt, während er von einer Gruppe Menschen umringt wird. Der grönländische Aktivist Orla Joelsen teilte das Video und kritisierte die Aktion scharf. "Dieser Mann versuchte, vor dem Kulturzentrum in Nuuk die amerikanische Flagge zu hissen", schrieb Joelsen auf Facebook und X. Er fügte hinzu: "Wenn du unsere Werte nicht respektierst, warum bist du dann in Nuuk?!"

Kritik und Entschuldigung des NDR

Die Reaktionen waren deutlich: Viele Grönländer:innen sahen die Aktion als respektlos gegenüber ihrer Kultur und ihrem Land. Der NDR erklärte daraufhin, dass die Aktion im Rahmen eines satirischen Films durchgeführt wurde, der sich kritisch mit den weltweiten Ansprüchen der USA auseinandersetzen sollte. In einer Stellungnahme betonte der Sender: "Zu keinem Zeitpunkt sollte während des Drehs der Eindruck entstehen, Ziel der Satire seien Grönländerinnen und Grönländer." Dennoch entschuldigte sich das "extra 3"-Team ausdrücklich bei den Menschen in Grönland für mögliche Missverständnisse.

Die politische Brisanz der Aktion ergibt sich aus den jüngsten Äußerungen von Donald Trump. Der ehemalige US-Präsident hatte wiederholt Anspruch auf Grönland erhoben und angedeutet, militärische Mittel einsetzen zu können, um die Insel zu den USA zu holen. Zwar erklärte Trump kürzlich, kein Militär einsetzen zu wollen, doch die Diskussionen um einen möglichen "Grönland-Deal" sorgten bei den Bewohner:innen der Insel weiterhin für große Besorgnis.

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Trump will Grönland für die USA

Grönland gehört politisch zu Dänemark, genießt jedoch weitreichende Autonomie. Die Forderungen der USA nach einem Kauf oder militärischen Zugriff auf die Insel sorgen seit Monaten für große Spannungen. Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen lehnte zuletzt jegliche Gebietsabgabe kategorisch ab und bezeichnete Trumps Ansprüche als absurd.


Verwendete Quellen:

"Bild"-Zeitung: "Wegen Trump-Witz! NDR-Komiker kassiert Bußgeld auf Grönland"

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