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Bonita Grupp kritisiert SPD-Reformpläne für Erbschaftssteuer: "Legt Mittelstand Steine in den Weg"

Veröffentlicht:

von Christopher Schmitt

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Erbschaftsteuer: Merz blockt SPD ab

Videoclip • 01:00 Min • Ab 12


Die SPD-Pläne zur Erbschaftsteuer kommen bei Trigema-Chefin Bonita Grupp gar nicht gut an. Aus Sicht der Unternehmerin belasten sie nur den Mittelstand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trigema-Chefin Bonita Grupp übt deutliche Kritik an den SPD-Reformplänen zur Erbschaftssteuer.

  • "Den Nachfolgern die Planbarkeit einer Übernahme mit möglichen zusätzlichen Steuern zu erschweren, legt dem Mittelstand in der ohnehin schon schwierigen Situation Steine in den Weg", sagt Grupp.

  • Die Pläne könnten laut dem CDU-Mitglied nicht im Sinne der deutschen Wirtschaft sein.

Trigema-Chefin Bonita Grupp hat deutliche Kritik an den umstrittenen Reformplänen der SPD für die Erbschaftsteuer geäußert. Die 36-jährige Unternehmerin, die auch CDU-Mitglied ist, sieht darin eine erhebliche Erschwernis für den ohnehin bereits belasteten Mittelstand in Deutschland.

Hauptkritikpunkte von Bonita Grupp

Die Geschäftsführerin des Textilunternehmens befürchtet gravierende Konsequenzen für mittelständische Unternehmen, berichtete die Deutsche Presse-Agentur: "Den Nachfolgern die Planbarkeit einer Übernahme mit möglichen zusätzlichen Steuern zu erschweren, legt dem Mittelstand in der ohnehin schon schwierigen Situation Steine in den Weg", so Grupp.

Grupp warnt davor, dass bei einer Umsetzung der SPD-Pläne sich manche Nachfolger eine Übernahme nicht mehr zutrauen könnten. Dies könnte zum Verkauf vieler Unternehmen führen – mit weitreichenden Folgen: "Das kann nicht im Sinne der deutschen Wirtschaft sein, wenn sich dann ausländische Investoren die Mittelständler in Deutschland krallen."

Auswirkungen auf Trigema

Aus Sicht von Bonita Grupp hätte die Reform auch für Trigema erhebliche Folgen. Sie betont, dass das Geld zu einem großen Teil im Unternehmen gebunden sei: "Wir können uns von unserer Färbemaschine oder der Produktionshalle, die hohe Beträge gekostet haben, nichts abknapsen."

Die SPD-Pläne zur Erbschaftsteuer

Die SPD plant, reiche Erben stärker zu besteuern. Für Unternehmen soll ein neuer Freibetrag von fünf Millionen Euro eingeführt werden. Kleine und viele mittlere Unternehmen, die unter diesem Wert liegen, sollen steuerfrei übertragen werden können. Vermögenswerte über diesem Betrag sollen progressiv besteuert werden, wobei Stundungsmöglichkeiten von bis zu 20 Jahren vorgesehen sind. Die bislang geltenden Verschonungsregeln will die SPD abschaffen.

Hintergrund zur Unternehmensführung bei Trigema

Gemeinsam mit ihrem Bruder Wolfgang Grupp junior hat Bonita Grupp Anfang 2024 die Geschäftsführung der Textilfirma Trigema übernommen. Nach ihren Angaben hatte ihr Vater Wolfgang Grupp senior zuvor die Unternehmensanteile anteilig an seine Frau und die beiden Kinder verschenkt, um die Steuerlast gering zu halten. Wolfgang Grupp senior, der mehrere Jahrzehnte lang das Unternehmen führte, gilt als einer der profiliertesten und schillerndsten Kaufleute in Deutschland.

Breite Kritik aus Wirtschaft und Politik

Die SPD-Pläne stoßen auch bei anderen Vertreter:innen der Wirtschaft auf heftige Kritik. BDA-Präsident Rainer Dulger bezeichnet die Diskussion über Steuererhöhungen als "völlig kontraproduktiv". Handwerkspräsident Jörg Dittrich fordert: "Finger weg vom Betriebsvermögen."

Auch aus der Politik kommt Widerstand, insbesondere von der Union. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann betont, es gehe um ein Gerechtigkeitsthema, während Bundeskanzler Friedrich Merz der SPD vorwirft, durch steuerpolitische Vorschläge zusätzliche Verunsicherung zu schaffen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen

Nachrichtenagentur dpa

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